9mm - Dem Teufel ein Gebet - CD-Cover

9MM – Dem Teufel ein Gebet (Review und Kritik)

9mm - Dem Teufel ein Gebet - CD-Cover

9MM sind ein Deutschrock-Quartett aus Hanau und „Dem Teufel ein Gebet“ ist deren viertes Studioalbum. Hier entsteht ein Gesamtkonzept aus Old School, Thrash Metal Elementen und Punkrock. Sie bezeichnen sich selbst liebevoll als „Assi-Rock’N’Roll“ (Assi steht hier für Attrraktiv-Schön-Sexy-Intelligent).  Mal sehen, inwiefern sie dieser Selbstbeschreibung gerecht werden.

Der Opener „Wenn Träume Fliegen“ ist ein harter, aber eher fröhlicher „Kopf-Hoch-Song“, und „Dein Wille Ist Gesetz“  ruft mit einem motivierenden Punk-Sound dazu auf, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen, sich von Niederlagen nicht unterkriegen zu lassen und immer nach vorn zu schauen und zu streben (so einen Song MUSS doch jede Deutschrock-Band in ihrem Repertoire haben…)

9/ARR“ (Abkürzung für 9MM/Assi-Rock’N’Roll), „Party Rock n Bier“ und „Amigos Para Siempre“ (Gitarrist Ritchie stammt schließlich aus Puerto Rico, da darf auch ein spanischer Titel nicht fehlen) sind dann die Tracks, mit denen die Band sich den „Assi“-Stempel verdient, jedoch sollte man diesen immer mit einem Augenzwinkern betrachten, wenn die Wonneproppen sich für die Selbstironie schon nicht zu schade sind.
Die Texte sind so tiefgründig wie Party-Songs eben sein können und die Melodien sind simpel, sodass sie sich dem feiernden Publikum leicht einprägen. Es gibt doch nichts Schöneres, als auch mit drei Promille noch mit“singen“ zu können.

Zusammen über 600 kg geballte Manneskraft!

Die vier Rocker können aber mehr als nur Party: „Der Letzte Engel“ ist ein harter aber auch trauriger Song über eine Liebe, die der Tod beendete. Sänger Rock Rotten schreit hier die pure Verzweiflung heraus, lässt jedoch auch hier die Hoffnung nicht sterben: „Die Liebe zu dir ist so stark, der Tod uns niemals trennen mag!“ Bei Songs mit dieser Thematik hätte man, was lyrischen Anspruch angeht jedoch ein bisschen mehr in die Tiefe gehen können.

Die Titel „Symphonie Des Zorns“ und „Abel Vs Kain“ sprechen schon für sich: Rache ist süß und bringt  kraftvolle und wütende Töne auf die Gitarren und Stimmbänder. Gitarrensoli im Old-School-Stil runden die Songs noch einmal ab.

Feigheit“ ist ein Thrash-Kracher, der allen Feiglingen abrechnet, die mit ihrer Passivität die Mächtigen ungebremst handeln lassen – selbst wenn diese den eigenen Interessen zuwider handeln. Resultat: „Du wirst die Hölle seh’n  – und mit ihr untergeh’n“. Nach dem wirklich knackigen und für die Scheibe wirklich außerordentlich gut gelungenen Solo, das noch einmal vom Refrain unterbrochen wird, ist auch schon Schluss mit dem Song – in der Kürze liegt halt die Würze.

Mit einem Cover von „Durstige Männer“  – der „Hommage“ der Dimple Minds an wirklich klischeehafte „echte Kerle“, die sich wonnevoll mit Bier zuschütten und stolz drauf sind, ungepflegte Proleten zu sein, während sie ihre Frauen und Kinder zu Hause verhungern lassen, sind wir am Ende der 13 Songs angelangt. Ein bisschen Selbstironie muss ja auch mal sein – zumindest kann man nur hoffen, dass das ironisch gemeint ist!

Fazit:
Die Songs sind nicht sonderlich komplex, dafür aber eingängig, da die Riffs gut aufeinander abgestimmt sind und die Soli an manchen Stellen zeigen, dass eigentlich mehr Talent in den vier Musikern steckt. Dasselbe gilt für die Texte: Rotziger Deutschrock mit lyrischem und philosophischem Tiefgang wäre etwas ungewöhnlich, aber etwas auf dem Niveau von FREI.WILD könnte man schon erwarten. Ansonsten ist Deutschrock wohl immer Geschmackssache. Fans des Genres dürften hier bedient werden und zur musikalischen Untermalung einer Party kann man „Dem Teufel Ein Gebet“ auf jeden Fall rausholen. Einen Pluspunkt gibt es auf jeden Fall noch für etwas aufwändiger gestaltete Cover. Insgesamt kann man hier guten Gewissens 6 Punkte geben.

Tracklist:

Wenn Träume Fliegen
Symphonie Des Zorns
Der Letzte Engel
Kain Vs Abel
9/ARR
Dein Wille Ist Gesetz
Feigheit
Party Rock n Bier
Evil Knievel
Sommer
Amigos Para Siempre
Störtebeker
Durstige Männer

(6 von 10)

Erscheinungsdatum:
Bereits erschienen

Anspieltipps:
Der Letzte Engel, Feigheit, Symphonie des Zorns

Links:
Offizielle Homepage

About Mustaveri

Alter: 28 Beruf: Übersetzerin (freiberuflich) Lieblingmusik: Metal (Death, Dark, Black, Thrash, Symphonic, Gothic) Hobbys: Musik, Sport, Schreiben, Kunst, Kochen

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