A LIFE DIVIDED - Passenger
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A LIFE DIVIDED – Passenger (Review und Kritik)

A LIFE DIVIDED - Passenger
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Dem ein oder anderen sind die Electro-Rocker A LIFE DIVIDED vielleicht ein Begriff, waren sie doch schon für Oomph! und Eisbrecher als Support auf der Bühne. Auch sonst pflegt man enge Kontakte, Sänger Jürgen Plangger haut bei Eisbrecher life in die Sechssaitige, und Klangzauberer Noel Pixx hilft auch mal bei den Aufnahmen für Jürgens Band aus.

Das ist inzwischen auch schon wieder drei Jahre her, und für alle die die sechs Münchner Jungs wieder vergessen haben, gibt’s nun den Weckruf in  Form ihres neuen Albums „Passenger“.

Dieses wird als große Selbstreflektion und eine Reise zum Kern des Lebens angepriesen, und wir sind hautnah als Passagier dabei. Heißt das jetzt, dass uns 45 Minuten lang jemand etwas über seine Probleme vorheult?

Nunja, Hartgesottene könnten durchaus so argumentieren, aber die Härten sind auch hier gut vertreten. Die Band baut schon ab dem ersten Song „Heart On Fire“ (momentan Platz 16 DAC) eine Wand auf, die doch ganz gut brettert. Offensichtlich wurden die Hausaufgaben gemacht und beim Eisbrecher gut aufgepasst, denn ähnlich brachial wie bei Käptn Alex geht’s auf dieser Scheibe teilweise zu.

Während der Anfang teilweise noch an Linkin Park und Konsorten erinnert, zeigen A LIFE DIVIDED schon im zweiten Song, was Abwechslung heißt.

Sowieso ist es schon zu spüren, dass Programmierer Erik Damköhler was von seinem Job versteht, der Sound der Band ist auf keinem der 11 Titel gleich. Man merkt an manchen Stellen auch deutlich, dass Noel Pixx seine Finger im Spiel hatte, besonders wenn es um druckvolle Gitarrenparts geht (siehe Anfang „Words“).

Das Stück „Anyone“ weist dagegen mitunter Parallelen zu Disturbed auf, die Stoppakkorde hier könnten genausogut von Dan Donegan stammen.

Leider plätschern die Songs bis zum sehr gelungenen Cover von Alphaville’s „Sounds Like A Melody“ monton nach dem Schema ruhige Strophe – krachiger Refrain mit Synthesizern im Midtempo vor sich hin.

Das Cover ist aber wirklich mal ein Gutes, im Gegensatz zu einer Version von Lichtenfels, die sich darauf beschränkte, das Tempo um ein paar BPM zu erhöhen und den Bass zu verstärken…

Bei A LIFE DIVIDED gibt’s dagegen scheppernde Gitarren, passend untermalt vom kraftvollen Schlagzeug, und auch die Streicher sind hier gut platziert, so macht Covern Spaß!

Dann ist das Album auch schon fast rum, doch bei „Change“ werden noch einmal alle Register gezogen, der Anfang erinnert leicht ans Rammstein-Geschrammel, befreit sich aber später in der besten Ballade der Scheibe, zumindest was Härte und Ausdruck angeht.

Das Outro „The End“ fängt mit einem netten Soundschnipsel an, und als der Proberaum der Band betreten ist, traut man seinen Ohren kaum, denn was die Band da produziert, hat mit dem Rest des Albums fast gar nichts zu tun:

Sehr langsam, symphonisch angehaucht und melancholisch lässt die Gruppe ihr Album ausklingen, man könnte fast meinen, Requiem For A Dream sei nur eine Ecke weiter.

Fazit:

Insgesamt haben A LIFE DIVIDED mit Passenger ein Stück deutsche Wertarbeit geleistet, das sich durchaus hören lassen kann. Zwar schwächelt es in der Mitte, weil man sich wohl zu stark auf ein Konzept eingeschossen hat, aber das wird gegen Ende mit dem schönen Cover und dem Titel „Change“ wieder wettgemacht.

So wie sie sich hier präsentieren, hätte ich kein Problem damit, mir die Gruppe als Support zum Beispiel bei Eisbrecher zu geben.

Tracklist:

01. Heart On Fire

02. Forever

03. Anyone

04. Words

05. Hey You

06. Doesn’t Count

07. Save Me

08. Other Side

09. Sounds Like A Melody (Alphaville Cover)

10. Change

11. The End

( 7,5 / 10 )

Anspieltipps:

Heart On Fire, Sounds Like A Melody, Change

Veröffentlichungsdatum:

28.01.2011

Links:

http://www.myspace.com/alifedivided

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