A.Stray – Individuum (Review und Kritik)

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A.Stray - Individuum

Der Herbst kündigt sich an, kalt und stürmisch wütet der Wind vor den Fenstern, auf den Straßen blickt man zunehmend in emotionslose Gesichter. Zu dieser Jahreszeit erreicht mich das Debüt Album „Individuum“ der Band A.Stray (wir berichteten), welches sich stilvoll an diesen meteorologischen Zustand anlehnt. Drei talentierte Musiker haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Szene mit eingängigen Synthieklängen und harten Gitarren, im Zusammenspiel emotionsgeladener deutschsprachiger Lyrik, zu verzaubern. Dabei erwartet den Hörer eine facettenreiche Mixtur aus düsterem Goth-Rock, gefühlvollen Balladen aber auch tanzbaren Rhythmen.


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A.Stray

Auf „Individuum“ findet man 13 Geschichten die, so könnte man meinen, aus dem tiefsten Inneren eines jeden Menschen stammen könnten. Wer hatte noch nicht dieses klaustrophobische Gefühl, in dieser „normalen“ Welt verloren gegangen zu sein. Ein etwas zu lang geratenes Intro, mündet nach ca. 3 Minuten im ersten Song „Der Weg“. Dieser wirkt sich zugleich schon mal düster/depressiv aus, auf der MySpace Seite der Band wurde dieses Stück bereits verkürzt, was sich meiner Meinung nach, auch viel besser auf den Gesamteindruck des Songs auswirkt. Mit einem tanzbaren Beat beginnt sich der Song zu entfalten, metallisch wirkende Gitarren sorgen dabei für den nötigen Druck, dieses Stück wirkt sich jedoch vom Riffing noch leicht monoton aus.

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A.Stray

Mit dem zweiten Song „Von Feuer und Eis“, beweisen A.Stray aber im gleichen Atemzug, das es auch anders geht. Der erste Ohrwurm Kandidat auf diesem Album, treibende melodiöse Synthflächen, sorgen für eine großartige Atmosphäre, passend dazu fügen sich die krachenden Gitarren ein. Eine gefühlvolle rhythmische Nummer bekommt man mit „(Du bist) so viel mehr“ geboten, die Eigenständigkeit des Refrains, setzt sich hierbei gekonnt ins Ohr. Eines mit der besten Stücke auf dieser Scheibe ist zweifelsohne „Friedenszeit“, welches sich textlich gesehen, direkt ans Herz richtet. Der nachfolgende Song „Lebe deinen Traum“, erinnert mich ein wenig an die Band Staubkind die ähnlich agiert, ein solider Rocksong der zum Abfeiern geradezu einläd. Als einzige englischsprachige Nummer bekommt man mit „I´m searching“ eine gelungene Ballade zu hören, in der sich zarte Synthmelodien, an das Gesamtbild des Songs anschmiegen. So richtig Fahrt nimmt das Stück „Was bleibt zurück“ auf, während es im Anschluss mit dem Titelsong „Individuum“ nachdenklich und melancholisch wird. Ein gelungener Abschluss eines facettenreichen Debüt Albums, welches eine Frage an den Hörer offen lässt,…lebst du deinen Traum?


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Seelenfänger

Fazit: A.Stray liefern mit „Individuum“ ein frisches, abwechselungsreiches Debüt Album ab, welches nicht nur mit kernigen Rocksongs, sondern auch mit tanzbaren Stücken und Augenblicken, voller Emotionen überzeugt. Seitens der Produktion könnte man natürlich soundtechnisch noch so einiges rausholen, aber wie gesagt steht hinter dieser Band kein großes Label. So verneige ich mich, vor so viel Kreativität und Eigenarbeit und kann dieses Werk nur weiterempfehlen.



Tracklist:
01.Der Weg
02.Von Feuer und Eis
03.(Du bist) so viel mehr
04.Friedenszeit
05.Lebe Deinen Traum
06.Ein leiser Schmerz
07.Zerstörte Welten
08.Wer bist Du wirklich
09.I’m searching
10.Euphoria
11.Dein Stolz
12.Was bleibt zurück
13.Individuum

8/10
8/10

Anspieltipp:
Von Feuer und Eis
(Du bist) so viel mehr
Friedenszeit
Lebe Deinen Traum
I’m searching
Individuum

Erscheinungsdatum:
Bereits erschienen

Webpräsenz:
A.Stray @ MySpace
A.Stray Interview


About Seelenfaenger

Bin 33 Jahre alt,verheiratet und komme aus Bochum. Ich bin ein Musikbegeisterter Mensch und gehe gerne auf Konzerte,eine meiner weiteren Leidenschaften sind gute Fime und das Hobbymäßige arbeiten mit Photoshop.

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