Der Hutmacher

Akrea – Lügenkabinett (Review und Kritik)

Der Hutmacher

Etwas seltsam mutet das Cover von Akreas Zweitling Lügenkabinett an, könnte man dort doch fast den Hutmacher aus Alice im Wunderland erkennen. So falsch diese Vermutung auch ist, steckt doch etwas vom Hutmacher in diesem Album! Was das ist und wie es sich äußert lest ihr hier!

Begonnen hatte alles unter dem Bandnamen Inner Aggression unter dem auch das eigentlich erste Werk veröffentlicht wurde, jedoch entschied man sich schlussendlich für eine Namensänderung und demzufolge auch für ein neues Kapitel. So erschien erst letztes Jahr das „Debutwerk“ Lebenslinie (Review hier!), das durch die Bank weg begeistert und dadurch natürlich auch die Erwartungen an das Nachfolgewerk höher geschraubt hat. Inwiefern diese erfüllt wurden, wollen wir jetzt aufzeigen.

Es gibt vom Lügenkabinett zwei Versionen: Die obligatorische Jewelcase Edition und ein Digipack mit zwei Bonus Songs. Uns liegt die normale Jewelcase-Version vor, so dass wir zu den Bonustracks (Ahnenrausch aus Zeiten von Inner Aggression und Distraktion (Apokalyptica Interpretation)) nichts sagen können.

Schon der Blick auf die Trackliste verrät, dass das Lügenkabinett nicht in die strukturellen Fußstapfen der Lebenslinie tritt, und man es diesmal also nicht mit einem Konzeptalbum und direkt zusammenhängenden Tracks zu tun hat. Im Hinblick auf den Vorgänger könnte hier also schon die erste Enttäuschung beim geneigten Fan liegen, doch hören wir zuerst einmal rein, bevor wir das Werk „verteufeln“.

Der Opener Vier Sonnen ist per se kein schlechter Track, jedoch macht sich recht schnell ein fader Beigeschmack breit: Hier wurde geklaut. Eine kleine Entwarnung gibt es zwar, da man bei sich selbst klaute, aber nichts desto trotz verheißt dies nichts gutes für den weiteren Verlauf des Albums. Während der kleine Melodieklau zwar ein Einzelfall bleibt, bestätigt sich im Verlauf des Albums aber leider die Befürchtung vom Anfang: Etwaige Erwartungen werden enttäuscht.

Das Album hat keinen wirklichen Höhepunkt, sind alle Songs irgendwie austauschbar und uninspiriert. Dies kann man an diversen Punkten festmachen: Seien es die recht ähnlichen Drumpatterns, der einfach gestricktere Gesang oder die Gitarrenläufe, alles überzeugt nicht wirklich. Dabei sei hier angemerkt, dass diese durchaus virtuos ausfallen können (was vorallem für die Gitarrenspuren gilt) aber im selben Zug nicht allein das Album auf den richtigen Kurs bringen können.

Auch wenn man, wie eben erwähnt, keinen richtigen Höhepunkt feststellen kann, hat auch dieses Album, ähnlich dem Hutmacher, auch seine lichten Momente. So sind Songs wie Meteor und auch Vier Sonnen über dem Durchschnitt des Albums, aber trotz aller guten Ansätze bleiben selbst diese nicht lange im Ohr hängen. Schade eigentlich.

Das Cover und das Booklet sind an sich recht schön aufgemacht und auf dem üblichen Hochglanzpapier gedruckt. Im Booklet findet man, was man von einem Booklet erwartet, zehn Seiten bedruckt mit lustigen Bildern und den Songtexten. Selbige sind zwar etwas schwer zu entziffern, da mit Schwarz auf ein recht dunkles braun/gelb gedruckt wurde, aber nichts was nicht machbar wäre. Die Produktion ist klar und lässt eigentlich keine Wünsche offen.

Fazit:

Euer Autor!

Lügenkabinett ist für mich persönlich wohl eine der Enttäuschungen des Jahres, rein auf meine Erwartungen bezogen. Der Vorgänger hatte so viel Leben, Virtuosität und vor allem Originalität, dass es für Akrea vermutlich sowieso unmöglich war die Erwartungen zu erfüllen, jedoch sind sie davon aus meinen Augen auch wirklich weit entfernt. Für sich vermutlich kein schlechtes Album, aber durch den Vergleich mit dem Vorgänger in den genannten Punkten nicht ganz das Gelbe vom Ei. In jedem Fall gilt, dass man vor einem Kauf in das neue Material reinhören sollte, um zu schauen inwiefern einen die angesprochenen Punkte tangieren.

Trackliste:

  1. Vier Sonnen
  2. Meteor
  3. Auf Los Gehts Los
  4. Versprochen Ist Versprochen
  5. Bühne Frei
  6. Guten Tag
  7. Ach was bist du schön…
  8. … so schön
  9. Auf Leisen Sohlen
  10. Zwischen Den Welten
  11. Wilde Flut

Spielzeit: 46:42

Wertung:

6,5

Anspieltips:

Vier Sonnen

Veröffentlichung:

22.10.2010

Akrea bei Myspace

Akreas Heimseite

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  • Sehr schade irgendwie, mochte ich doch das erste Album sehr gerne.
    Reinhören werde ich dennoch und mir einen eigenen Eindruck machen, das hat man sich eben mit dem ersten Album schon verdient.

  • nilgoun

    Vielleicht überzeugt es dich ja mehr, aber auch nach mehrmaligem hören waren die Nummern irgendwie nicht so prall. Die Wertung war dann natürlich in Hinblick auf den Vorgänger getroffen, aber wesentlich mehr häts wohl so oder so nicht bekommen.

  • Okay – ich höre gerade rein.
    Vier Sonnen gleich mal als erstes, was von dir als einer der besseren Songs gesehen wird.
    Es ist stink langweilig und klingt wie 1000 mal gehört. Da fehlt wirklich alles, was Akrea mit dem letzten Album ausgemacht haben.
    Das selbe bei Meteor.

    Schade

  • nilgoun

    Sag ich ja 😉

    Und dann schau mal auf die anderen Reviews die sie auf ihrer Seite verlinkt haben (unseres im übrigen nicht dabei!) … :X