Alestorm - Back Through Time

Alestorm – Back Through Time (Review und Kritik)

Alestorm - Back Through Time

Wenn die sieben Weltmeere nicht mehr genug sind und nach den unzähligen Festivalbühnen des Festlandes der Sinn nach neuen Eroberungen steht, dann kann so mancher Freibeuter richtig kreativ werden. So wie die schottischen Piratenmetaller Alestorm, die statt in gewohnten Gefilden zu wildern auf ihrer neuen Scheibe „Back through time“ mal eben eine Zeitreise unternehmen und sich neben feindlichen Seeräubern mit aggressiven Wikingern herumschlagen müssen.

Den Soundtrack zu ihren skurrilen Seemannsmärchen liefert die vier Mann starke Crew selbstverständlich in Form ihres dritten Longplayers selbst. Herausgekommen ist eine Schatzkiste prall gefüllt mit Party- und Mitgröhlhymnen.

Lyrisch orientieren sich Alestorm dabei an alten Piratenlegenden oder selbst erfundenem Seemannsgarn. Ihre Musik beschreiben sie selbst als „True Scottish Pirate Metal“, ein augenzwinkernde Anlehnung an den True Norwegian Black Metal. Was genau man unter dem selbsterfunden Genre verstehen darf, wird beim Hören der Musik klar: Alestorm spielen Power Metal, angereichert mit Folk Metal typischen Keyboardmelodien und authentischen „Pirateninstrumenten“ wie Violine, Akkordeon und Hörnern.

Zusammen mit dem hymnischen Gesang und den humorvollen Texten liefern Alestorm den perfekten Soundtrack für die nächste Piratenmottoparty. Besonders geeignet wären hier wohl der Titeltrack „Back through time“, „The Sunk’n Norwegian“, „Midget Saw“ und „Rum“, dessen thematische Orientierung offensichtlich sein dürfte. Besonders hervorzuheben ist auch „Barrett’s Privateers“, der Piratenpartysong schlechthin.

Mit „Shipwrecked“ und „Swashbuckled“ präsentieren  sich die Schotten mit donnernden Gitarren und schnellen Schlagzeugbeats von ihrer härteren, metallischen Seite. Außerdem beweisen Alestorm mit „Rumpelkombo“, dass sie für einen Song nicht mehr als 6 Sekunden benötigen. Ob dieser Track die CD bereichert sei dahingestellt.

Aber Alestorm können mehr als nur Saufhymnen gröhlen: Das beweisen sie mit dem fast sentimental klingenden „Scraping the Barell“ und dem beinahe epischen Abschluss des Albums „Death Throes of the Terrorsquid“, dem mit acht Minuten Spielzeit fast längstem Track der CD, der düster daherkommt, aber dennoch von Zeit zu Zeit mit Power Metal – Zwischenspielen aufgelockert wird. Es klingt fast wie der Auftakt zu Alestorms nächster Reise, die mit „Back Through Time“ sicherlich noch nicht beendet ist.

FAZIT: Alestorm liefern mit „Back Through Time“ ein zwar nicht allzu anspruchsvolles, dafür aber durchweg unterhaltsames, kurzweiliges Hörvergnügen ab. Langweile kommt vor allem in Anbetracht der knappen Spielzeit der Scheibe nicht auf, trotzdem würde Alestorm ein bisschen mehr Abwechslung nicht schaden, denn dass sie auch anders können haben sie mit dem letzten Track „Death Throes of the Terrorsquid“ schon ansatzweise bewiesen.

Da bleibt nur noch eine definitive Kaufempfehlung für Fans von Power/Folk Metal à la Turisas, Korpiklaani und Finntroll oder einfach Freunde des Piratenmythos auszusprechen.

Trackliste „Back Trough Time“

  1. Back Through Time
  2. Shipwrecked
  3. The Sunk’n Norwegian
  4. Midget Saw
  5. Buckfast Powersmash
  6. Scraping the Barrel
  7. Rum
  8. Swashbuckled
  9. Rumpelkombo
  10. Barrett’s Privateers
  11. Death throes of the Terrorsquid
7,5 / 10

Anspieltipps:

The Sunk’n Norwegian

Barrett’s Privateers

Midget Saw

Erscheinungstermin:

03.06.2011

Alestorm – Offizielle Homepage

About nattfoedd

Ich heiße Johanna, bin einundzwanzig Jahre alt und studiere Medien und Kunst in Braunschweig. Meine Wohnung habe ich mit Filmplakaten tapeziert, meine DVD-Sammlung platzt aus allen Nähten und ich besitze mehr Bandshirts als andere Mädchen Unterwäsche. In meiner Freizeit arbeite ich als Videothekarin oder schreibe Texte für Dark News.

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  • Schleudertrauma

    Heute: Mail von Amazon bekommen: neues Alestorm-Album. Einloggen, runterladen, Anlage aufdrehen.

    Jetzt hab ich gute Laune und das starke Bedürfnis mich mit Rum zu betrinken. 😀

  • Tom Meurer

    Wir haben das das Album mir 3 von 5 Sternen bewertet. Also annähernd wie ihr!

    Gutes Album und nette Seite hier!

    Beste Grüße Tom