Veöjanov - Porta Macedonia

Alexander Veljanov – Porta Macedonia (Review und Kritik)

Veöjanov - Porta Macedonia
Veljanov - Porta Macedonia

Nachdem uns Alexander Veljanov vor etwas mehr als vier Jahren sein letztes Album „White Lies“ präsentierte, war er in den letzten Jahren auf einer schöpferischen Wiederfindungsphase die in der „Porta Macedonia“. Die elf Tracks der CD sind rundum abgerundet sowie konzeptionell gut durchgearbeitet. An vielen Stellen laden die elektronischen und akustischen Melodien, die durch Veljanovs tiefe, teils melancholischer Stimme bereichert werden, zum Träumen ein und entführen den Hörer in seine ganz eigene Welt. Beachtenswert ist, das Veljanov teils auf außergewöhnlichen Instrumenten zurückgegriffen hat um seine Musik zu gestallten. So finden sich ein byzantinsches Horn, die Kaval (eine mazedonische Hirtenflöte) und die Zurla (eine mazedonische Verwandte der Oboe) Einzug und bereichern das Gesamtkonzept.

Tiefe Sehnsucht nach etwas anderem lässt sich vielerorts in den Texten finden, so zum Beispiel bei „Mein Weg“ oder „Nie mehr“. Die beide Balladen-Charakter besitzen: „Nie mehr“ mehr mit Rock-Elementen, wie man sie auch im Goth-Rockbereich kennt. „Mein Weg“ mehr wie eine klassische Ballade, bei der man sich in Alexander Veljanovs stimme fast verlieren kann . Mit Liedern, wie dem Opener „Der Kongress“ oder auch „Lily“, vermag es Alexander teils sehr skurrile und lebhafte Bilder aufzubauen.

Alexander Veljanov
Alexander Veljanov

Der Kongress zeigt uns in mehr als skurriler Weise, wie sehr sich die Gesellschaft doch um einen „imaginären“ Kongress dreht, der den einzigen Lebenszweck aus macht. Ist der Kongress beendet so gibt vieles keinen Sinn. Mehr und wir brauchen einen neuen Kongress. In „Lily“ wird man angeregt über die Bedeutung von Geschenken und deren Preis nachzudenken. Oft bezahlen wir für ein Geschenk einen höheren Preis als uns selbst eigentlich bewusst ist – bewusst bis zu dem Zeitpunkt an dem wir bezahlen müssen.

 

Fazit:

Veljanov hat hier in gekonnter Manier ein Werk an die Hörer gebracht, das nicht immer einfach, oft zum nachdenken anregend und immer zum träumen einlädt. Man merkt das Veljanov an vielen Stellen etwas von sich selbst hat einfließen lassen, wie er auch selbst im folgenden Zitat zugibt: „Das Album enthält viele weltpolitische Gedanken aus der mazedonischen Perspektive und über mich als Mensch. Ich bin ja in beiden Kulturen aufgewachsen und habe gesehen, wie die eine Kultur immer satter wurde und sich wiedervereinte, während in Jugoslawien alles zerfiel. Vielleicht ist das gleichzeitig mein politischstes und privatestes Album“. Politik ist an vielen Stellen vertreten, doch wird sie einem nicht immer aufs Auge gedrückt.

7,5 von 10 Punkten – wer ein Album für ruhige Stunden sucht wird hier fündig, sehr empfehlenswert.

 

( 7,5 / 10 )
( 7,5 / 10 )

Label: Soulfood

Anspieltips:

– Nie mehr

– Mein Weg

– Königin aus Eis

 

Tracklist:

  1. Der Kongress
  2. Nie mehr
  3. His Vita
  4. We can’t turn back
  5. Mein Weg
  6. The new Order
  7. Königin aus Eis
  8. Dirt
  9. Lily
  10. Your House on my Hill
  11. Zwei vor und drei zurück

 

Anmerkung: An dieser Stelle sei auf das kommende M’era Luna hingewiesen.



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