Alte Bekannte im neuen Gewand: Zweites HATRIOT-Album (Rezension)

HATRIOT_DOTNC_cover1500x1500Die US-amerikanische Legende Steve „Zetro“ Souza meldet sich lautstark in der Thrash Metal Szene zurück. Der legendäre Sänger, der bereits bei Exodus, Legacy (Testament), Dublin Death Patrol, Tenet und AC/DZ, ist nun der Frontmann der noch relativ neuen Band HATRIOT. Souzas Stimme, die er für das zweite HATRIOT-Album, „Dawn Of The New Centurion“ erneut unter vollem Einsatz hergibt, ist absolut unverwechselbar.

Die für Thrash typische Power und Aggressivität sind absolut gegeben – und dennoch sind seine Texte immer verständlich. Wie früher bei Legacy (heute Testament) schreibt Souza alle seine Texte selbst – die Musik steuert sein Partner, Gitarrist Kosta „V“, bei. Diese beiden stehen für den Sound von HATRIOT. Auf die Rhythmus-Sektion kann sich Zetro verlassen – spielen hier doch seine beiden Söhne Cody Souza am Bass und Nick Souza an den Drums. Die Band wird durch den zweiten Gitarristen Miguel Esparza vervollständigt. Zetro ist zurück und wird es allen eindrucksvoll beweisen, wie dieses grandiose Album deutlich macht!

Die Scheibe ist eine absolut gelungene Mischung verschiedener Stilmittel. Natürlich ist Thrash Metal dafür bekannt, größtenteils aus kompromisslosem Geknüppel zu bestehen, aber diese Band bedient sich noch anderer Facetten: Der Song „The Fear Within“ wartet mit einem atmosphärisch-düsteren Anfang auf und „Honor In The Raise And Fall“ hat in Intro Power-Metal-, im weiteren Verlauf gelegentlich Metalcore-Allüren. Also alles Andere als Schema F, denkt man sich nach den ersten vier  der insgesamt neun Songs.banner

Die Musik ist durch zahlreiche Rhythmuswechsel, anspruchsvolle Soli, brachiale Riffs und solide Drums gekennzeichnet, abgerundet durch den rotzigen, leicht krächzenden Gesang.

Humor haben die Jungs auch – zumindest ist dies der erste Gedanke des geneigten Zuhörers, wenn er einen Songtitel namens „Superkillafragsadisticactsaresoatrocious“ liest.

Mit „Silence In The House Of The Lord“ werden in puncto Komposition schon nahezu epische Saiten aufgezogen – zumindest im Intro. Danach geht es mit dem üblichen Geknüppel weiter, zumal sich die Intro-Riffs stets wie ein roter Faden durch die Songs ziehen.

„Dawn Of The New Centurion“ ist dann wieder eine Mischung aus epischem, düsterem, langsamem Metal am Anfang und energetischem Geschrammel am Ende.

Und das Album endet, wie es angefangen hat: Mit erbarmungslosem Thrash voll auf die Zwölf!

Solider Thrash Metal, an dem man nichts auszusetzen haben kann, aber das war ja auch nicht anders zu erwarten, wenn man solche Profis am Werk hat.

Trackliste:

1. From My Cold Dead Hands
2. Your Worst Enemy
3. The Fear Within
4. Honor The Rise And Fall
5. Superkillafragsadisticactsaresoatrocious
6. Silence In The House Of The Lord
7. World Funeral
8. Dawn Of The New Centurion

Anspieltipps:
The Fear Within, Silence In The House Of The Lord, World Funeral

 

About Mustaveri

Alter: 28 Beruf: Übersetzerin (freiberuflich) Lieblingmusik: Metal (Death, Dark, Black, Thrash, Symphonic, Gothic) Hobbys: Musik, Sport, Schreiben, Kunst, Kochen

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