Twilight Of The Thunder God

Amon Amarth – Twilight Of The Thundergod (Review und Kritik)

Amon Amarth - Twilight Of The Thundergod
Amon Amarth - Twilight Of The Thundergod

Einige mehr oder weniger profilierte Bands veröffentlichen in diesen Tagen neue Alben. Neben METALLICA oder SLIPKNOT melden sich auch AMON AMARTH mit ihrem mittlerweile siebten Studioalbum TWILIGHT OF THE THUNDERGOD wieder zu Wort. Dabei dreht sich alles lediglich um eine elementare Frage: Kann dieses Album den riesigen Erwartungen der Fans gerecht werden?

Dass man wenigstens über rudimentäre Kenntnisse der nordisch-germanischen Kultur verfügen muss, um die Lyrics der Band annährend zu verstehen, sollte eigentlich bereits bekannt sein. Ansonsten wird man spätestens beim bloßen Mustern des Cover-Artworks an der ersten Hürde scheitern. Was für den Laien lediglich ein Kampf zwischen nem Typen mit Hammer und ner großen Seeschlange ist, stellt für den geschulten Hobby-Mythologen einen der Höhepunkte der alten, nordischen Überlieferungen dar: Den Kampf Thors gegen die Midgardschlange während des Ragnarök. Somit sind wir auch gleich beim Thema des ersten Tracks TWILIGHT OF THE THUNDERGOD angelangt. AMON AMARTH Fans werden direkt den unverwechselbaren Sound der Band erkennen, während andere bereits vom sich auftürmendem Gewitter aus Basedrums erschlagen werden, wie eben jene Seeschlange von Thors Hammer. Mit dem zackigen Tempo, einem Refrain der nur zum mitgrowlen einlädt sowie typischem Amon Amarth Feeling legen die Jungs aus Schweden einen gewaltigen Opener aufs Parkett. Die meisten Fans werden sich spätestens jetzt erstmal beruhigt zurück lehnen und denken: Ja, sie haben einen würdigen Nachfolger geschaffen. Aber noch sind ja neun Songs auf dem Album.

Der nächste Track FREE WILL SACRIFICE macht erstmal in guter alter AMON AMARTH Manier weiter: Solides Drumspiel, dominierende Gitarrenriffs und natürlich das tiefe gegrowle von JOHAN HEGG sind bereits Jahren das bewährte Rezept für diesen Schwedentrunk. Leider wirkt der Song zwischen TWILIGHT OF THE THUNDERGOD und dem nächsten genialem Song eher wie ein hochqualitativer Lückenfüller.

GUARDIANS OF ASGAARD heißt eben dieser, kommt anfänglich etwas langsamer rüber, doch hier haben die fünf Schweden ein Lied geschrieben, welches ab sofort wohl zum Pflichprogramm eines jeden Livegigs zählen wird. Der Refrain wirkt dabei wie ein Schlachtruf, den sich zukünftig hoffentlioch noch einige AMON AMARTH Anhänger an den Kopf werfen können während sie ihre Mähnen kreisen lassen . Auf jeden Fall einer der Höhepunkte auf der Platte.

Ansonsten ist mal wieder alles vertreten was guten Death bzw. Viking Metal ausmacht: Vom äußert aggressiven WHERE IS YOUR GOD? Mit seinem schnellem Geshoute, über die eher rhytmisch, an Marschmusik erinnernden VARYAGS OF MIKLAGAARD und TATTERED BANNERS AND BLOODY FLAGS gibt es noch eine äußert gelungene Kooperation mit der Gruppe APOCALYPTICA auf der Platte zu bestaunen. LIVE FOR THE KILL heißt der Track und erinnert, durch die einsetzenden Streicher, etwas an das Black Metal Genre, doch zählt auf jeden Fall auch mit zu den Höhepunkten der Platte.

AMON AMARTH haben es geschafft ihrer erfolgreichen Discografie ein mindestens ebenbürtiges Werk hinzuzufügen. Auch wenn sich die Truppe um Frontmann JOHANN HEGG dabei kaum auf Experimente eingelassen hat, sondern eher auf ihre Tugenden besinnt. Anfangs gehen einige gute Lieder zwischen den Hammertracks der Platte verloren, doch nach mehrmaligem Hören treten auch diese wieder in den Vordergrund und so schafft es TWILIGHT OF THE THUNDERGOD eine angemessene Langzeitmotivation aufrecht zu erhalten. Für alle AMON AMARTH Fans ist diese Platte ein Must Have, wer jedoch eine krasse Weiterentwicklung der Gruppe erhofft hat, wird diese vermissen.

Tracklist:

01. Twilight Of The Thunder God
02. Free Will Sacrifice
03. Guardians Of Asgaard
04. Where Is Your God?
05. Varyags Of Miklagaard
06. Tattered Banners And Bloody Flags
07. No Fear For The Setting Sun
08. The Hero
09. Live For The Kill
10. Embrace of the Endless Ocean

8,5 / 10

Release: 15. September 2008

Anspieltips:
– Twilight Of The Thundergod
– Guardians Of Asgaard
– Tattered Banners & Bloody Flags

Homepage: www.amonamarth.com
mySpace: www.myspace.com/amonamarth

 

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  • Hermann

    (Bitte erst Rezension lesen, dann Kommentar!)

    Größtenteils kann ich dieser Rezension nur zustimmen.
    Vielleicht mögen meine folgenden Kommentare als absoluter Amon Amarth Fan etwas voreingenommen für diejenigen klingen, die Amon Amarth lediglich in einer ihrer „Was ich höre von A-Z“-Liste vertreten, aber das ist ja zum Glück Geschmackssache.

    Ich bin der Meinung, dass es bei diesem Album keinerlei Lückenfüller gibt (das Riff bei FREE WILL SACRIFICE von 2:09-2:31 ist für mich einzigartig) – alle Tracks sind mehr als ebenbürtige Werke im Vergleich zu vorangegangen Alben.

    Außerdem ist es einer Band nicht übel zu nehmen, dass sie bei ihrem Stil und ihren „Tugenden“ bleiben – im Gegenteil! Ich denke, dass echte Fans es schätzen, dass ihre Lieblingsband bei ihren „Leisten“ bleibt(und das ist nicht aufs Technische, sondern aufs Stilistische bezogen!).

    So verändern sich im Laufe der Zeit zum Beispiel die Alben div. Bands, die damals super waren, zu immer massentauglicheren Exemplaren, die sich durch Stil und in manchen Fällen sogar durch Sound und Stimmlage total von Älterem unterscheiden, was dazu führt, dass die Band einfach nicht mehr das ist, was sie mal war und die neuen Alben zwar aus sammlertechnischen Gründen noch gekauft werden, danach aber unterm Bett verschwinden.

    In diesem Sinne; Danke für die gelungene Rezension und Grüße von Hermann T. aus B

  • Sichelmond

    Eines der besten Viking-Metal-Alben, die ich je gehört habe!!!!

  • nihil77

    Wieso erwartet man von Amon Amarth immer einen Stilwechsel bzw. Weiterentwicklung …? Fragt mal einer bei Motörhead nach? Die ziehen auch seit 30 Jahren ihren Stil durch und können immer noch abräumen (zurecht!).
    Wenn man mal den Faden verloren hat, ist es nähmlich oft Essig mit der Qualität (Metallica grüßt an dieser Stelle seit den Neunzigern).
    Aber egal. Review finde ich ansonsten gelungen! Scheibe sowieso!