Anders Manga - Infinite Gaze to the Sun
Anders Manga - Infinite Gaze to the Sun

Anders Manga – Infinite Gaze to the Sun (Review und Kritik)

Anders Manga - Infinite Gaze to the Sun
Anders Manga - Infinite Gaze to the Sun

Wie schief man doch liegen kann, wenn man anhand der Musik versucht, die Herkunft zu bestimmen. Hielt ich Anders Manga bis gerade für einen schwedischen Electrofrickler im stillen Kämmerlein, so entpuppt sich die Band mit dem etwas bescheuerten Namen – ihnen sei es verziehen, es sind Amerikaner – im Endeffekt als eine Electroband aus den Vereinigten Staaten, mit Musik nach bewährter und für gut befundener Machart EBM und moderner Electro Wave. Ein Anders Manga ist aber dennoch dabei, also komplett falsch liege ich bei meiner Vermutung „Solokünstler“ nicht. Warum die Jungs den Namen ausgewählt haben, wäre zwar wirklich interessant zu erfahren, aber sicher weniger interessant für die Review.

Interessanter ist jedoch, sowohl für mich als auch die Hörer, die in großer Zahl vorhandenen clubtauglichen Songs, die gerne nach bewährtem And One-Muster aufgebaut sind: Eingängiger 4/4-Beat, ein bisschen 80s-Pop-beeinflusste Synthies druff, eingängiger Gesang, fertig ist die Laube. Nicht, dass das sonderlich nach And One klingt – noch einen Steve-Naghavi-Klon braucht schließlich kein Mensch – aber vom Muster her ist das vergleichbar.

Und wo ich dann dachte, das Album versinkt im gefälligen, aber nicht weiter erinnernswerten And-One-Muster bei okayem Niveau (Hier sei „Catastrophe“ genannt, ein sehr guter Clubsong), bricht das Album ein wenig aus dem Muster aus: „The Monster Demands A Mate“ besticht mit eingängiger, etwas zackigerer Rhythmik und einem etwas größeren Industrial-Einfluss, „Santa Sangre“ offenbart Skinny-Puppy-Einflüsse und könnte problemlos Untermalung eines Horrorfilms sein, „The Transit Begins“ macht sogar als Ballade, die sich am Ende schön steigert, eine gute Figur – Selten genug bei Electrobands.

Warum nicht gleich so, frage ich mich da. Während es am Anfang noch etwas versackte, wirds gegen Ende sogar richtig abwechslungsreich, „The Last Alarm“ klingt gar nach Goth Rock, gespielt von Nine Inch Nails mit New Order. „Taste of Blood“ ist einfach Billy Idol in düster: Stampfend, atmosphärisch und rockig. Also fassen wir zusammen: Kann man gut haben, clubtauglich, abwechslungsreich und damit ist die sehr okaye Electroplatte fertig. Darf man guten Gewissens reinhören.


Tracklist:

  1. Murder in the Convent
  2. Catastrophe
  3. Fortress in my Heart
  4. Infinite Gaze to the Sun
  5. The Monster Demands a Mate
  6. Santa Sangre
  7. The Transit Begins
  8. Lead
  9. The Last Alarm
  10. Taste of Blood (Theme From A Random 80’s Vampire Movie)


7/10


Veröffentlicht:

08.01.2010

Anspieltipps:

– Catastrophe
– The Monster Demands a Mate
– The Last Alarm

www.andersmanga.com

www.myspace.com/andersmanga


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