Cover von "Nicotine Tongue"

Angie Damage – Nicotine Tongue EP (Review und Kritik)

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Angie Damage – Nicotine Tongue EP (Review und Kritik) Die 80er lassen grüßen

Angie Damage, eine Amerikanerin, veröffentlicht ihre Debüt-EP Nicotine Tongue mit nur vier Tracks bei einem russischen Label. Das macht schon neugierig und wirft Fragen auf. Zumindest eine davon beantwortet sie in ihrem wohl bislang einzigen Interview (mit Sideline): Intuition Records, zu dem Zeitpunkt selbst noch in den Anfängen, entdeckten sie auf MySpace und boten ihr einen Vertrag an, den sie gerne annahm, da man ihr dort völlig freie Hand ließ.

Weshalb sie ihr Debüt allerdings mit nur vier Stücken wagt, kann man bestenfalls erahnen, wenn man erfährt, dass diese noch aus dem Jahr 2005 stammen und sie bereits für Ende 2008/Anfang 2009 ein komplettes Album plant.

Obwohl die leider unterschiedliche Lautstärke der Songs stört, bemerkt man sofort, dass die Aufnahmen sehr professionell wirken, was bei einem Erstlingswerk durchaus nicht selbstverständlich ist. Dafür sind sicher einerseits ihr Produzent Chris Lago sowie das hervorragende Tonstudio, das ihr zur Verfügung stand, verantwortlich. Andererseits merkt man jedoch auch deutlich, dass man es hier mit einer Frau zu tun hat, die sich schon seit ihrer Kindheit intensiv mit Musik beschäftigt und Künstlerin aus Überzeugung ist.

Track 1, Poppa’s a Healer, ist mitreißend und hat eindeutig Club- und Tanzflächenqualitäten.

Ihm folgt das Titelstück, Nicotine Tongue, ebenfalls gut tanzbar, aber ruhiger.

Talking in Circles, mein Favorit, wirkt fast schon hypnotisch und kann, auf Endlosschleife gestellt, zum Ohrwurm werden.

Mit I am the Engine wird es zum Schluss noch einmal fetzig.

Fazit: Allen Songs gemeinsam ist, dass man deutlich Anklänge an Joy Division, Siouxsie, New Order und The Cure, also die New-Wave/Post-Punk-Zeit der 80er, heraushört. Wer darauf steht und gar nicht genug davon bekommen kann, ist mit „Nicotine Tongue“ sicher gut bedient.

Mir persönlich ist das Ganze derzeit noch etwas zu beliebig und poppig. Doch Angies beeindruckende Stimme, die gekonnt zwischen lasziv und kalt, sehnsüchtig und gleichgültig hin und her wechselt, lässt hoffen, dass sie schon bald zu ihrem ganz eigenen Stil finden wird.

Wer neugierig geworden ist, kann sich die ersten drei Tracks sowie das auf der EP nicht enthaltene „Nicotine Tongue II“ auf Angies MySpace-Seite anhören. Dort findet sich auch das erwähnte Interview mit Sideline.

Tracklist von Nicotine Tongue:

  1. Poppa’s a healer
  2. Nicotine Tongue
  3. Talking in Circles
  4. I am the Engine
( 5 / 10 )
( 5 / 10 )

Veröffentlichung: 26.5.2008

Offizielle MySpace-Seite: www.myspace.com/angiedamage


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  • Rostig

    Also, das klingt überaus interessant.
    Vor allem, da mich dieser 70/80er Jahre Kram á la Siouxie, Joy Division, The Cure und Bauhaus ziemlich fasziniert.