Angst Skvadron - Sweet Poison

Angst Skvadron – Sweet Posion (Review und Kritik)

Angst Skvadron - Sweet Poison

Macht doch auch einmal einen Tripp in die Twilight Zone. Früstück im Area 51, einen Rundflug mit dem Glockenufo der Nazis, oder besucht die Vampires from outer space. Wem das zu wirr und zu thrashig ist, sollte sich mit Angst Skvadron, einem mittlerweile ebenbürtigen Ableger der Norweger Urgehal, nicht weiter auseinandersetzen. Wer aber den Geist der 50er Jahre Science Fiction Filme und den atmosphärischen Klang eines Theremins zu schätzen weiß, kann sich auf Angst Skvadrons zweiten Album dem „Sweet Poison“ hingeben. Black Metal für Aliens und deren Fans.

Wirklich großartige Veränderungen zum Vorgänger „Flukt“ sind dabei kaum festzustellen, allenfalls mag das Songwriting etwas progressiver wirken, bisweilen sogar etwas sperrig. Den spacigen Anteil der Musik machen dabei nach wie vor die seltsamen Keyboard-Parts aus, welche an das in den 50ern so beliebte Theremin angelegt sind. Ansonsten ist man im riffbetonten Metal unterwegs, der meiner Ansicht nach durch diese spacigen Keyboards erst wirklich interessant wird. Diese lassen wirklich Atmosphäre aufkommen und so kann ein an sich unspektakulärer Song wie „Aerophobia“ am Schluss doch noch punkten. Überhaupt kann man sagen, dass Trondr Nefas bei Urgehal eindeutig die besseren Songs schreibt, was er durch den Einsatz der Tasten-Stilelemente aber etwas ausgleichen kann.

Angst Skvadron

Stimmungstechnisch hat man es nicht mit dem putzigen, kleinen E.T. zu tun, sondern eher mit der ganzen Bedrohung vom Ding aus einer anderen Welt oder Weltraummonstern wie Formicula. Die tiefen, dissonanten Klänge aus der Elektroorgel sorgen immer noch für wohlige Gänsehaut und vor allem für ein Gefühl von Nostalgie. Gerade dann, wenn die cleane Gitarre dazu wabert ist die Illusion perfekt. Schwierig wird es, wenn man mit progressiven Gitarrenparts wie bei „The eyes among stars“ konfrontiert wird, denn da braucht es wirklich länger, bis man davon sprechen kann, dass der Abschnitt gefällig ist. Persönlich gefällt mir Angst Skvadron am besten, wenn der Metal zurücksteckt und man sich ganz der Atmosphäre hingeben kann, wie bei den Instrumental-Stücken „The U.F.O. is Leaving“ und dem Titelstück „Sweet Poison„, welches für mich zu den schönsten Instrumentals der letzten Zeit gehört.

Fazit:

Insofern bin ich etwas zweigespalten, denn einerseits wirkt das Gesamtwerk „Sweet Poison“ durchdacht und am Stück gehört wirklich stimmig, die einzelnen Stücke können stellenweise nur bedingt überzeugen, bzw. brauchen eine Zeit bis man Gefallen daran findet. Zum Glück gibt es immer wieder Atmosphäre-Inseln, die einem das Hören versüßen und das Album doch zu einem guten, soliden Klangerlebnis machen. Schade nur, dass der schwachbrüstige Drumsound vom Vorgänger wieder übernommen wurde.

Trackliste:

  1. Valium holocaust
  2. Aerophobia
  3. Posttraumatic stress syndrome
  4. Dolcontine blues
  5. Fucking karma
  6. The U.F.O. is leaving
  7. Rivotril matja
  8. We miss them
  9. The eyes among stars
  10. Sweet posion
( 7 / 10 )

Anspieltipps:

Dolcontine blues, Fucking karma, Sweet poison

Erscheinungstermin:

28. Januar 2010

Angst Skvadron Myspace

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