ArthemesiaA - a.O.a.

ArthemesiA – a.O.a. (Review und Kritik)

ArthemesiaA - a.O.a.
ArthemesiaA - a.O.a.

ArthemesiA – a.O.a. (Review und Kritik)

ArthemesiA aus Finnland haben bereits vor acht Jahren mit „Devs – Iratvs“ für einiges an Aufmerksamkeit sorgen können, sind aber wohl mittlerweile wieder ziemlich in Vergessenheit geraten und fangen prinzipiell wieder bei Null an. Wer sich jetzt noch an das Vorgänger-Album erinnern kann, wird wohl  an melodischen und oftmals rasenden Black Metal denken, doch auf „a.O.a.“ sieht die Welt der Finnen ganz anders aus.

Die Melodie ist dabei zwar geblieben, doch hat die Band den Kurs korrigiert und setzt im Jahre 2009 mehr auf Majestätik und Atmosphäre und rasende Blast-Beats sind kaum mehr zu vernehmen. Der Opener „Of the owls, of the wolves and of the nature- Revisiting the microcosm (Pt. I)“ versucht mit Synthesizerklängen und in den Hintergrund gemischten orientalisch anmutenden Gesang eine gewisse Stimmung aufzubauen und weist uns den leicht avantgardistisch anmutenden Weg des Albums, welches mit „Valkoinen susi“ zuerst noch ruhig beginnt, stellenweise an Agalloch erinnert, und mit Einsetzen der Double-Bass richtig in die Vollen geht. Die Finnen stampfen sich durch den Song, als würden sie von Moonsorrow verfolgt werden, immer wieder durchsetzt mit sphärischen Keyboard-Abschnitten. Beim kräftigen Kreischgesang, werden noch Throes of dawn in Erinnerung gerufen und die tiefen Männerchöre kennt man wiederum von Moonsorrow. Ich will das Album jetzt nicht so darstellen, als ob ArthemesiA sich alles nur von anderen Bands zusammenstehlen und nicht eigenständig klängen, dafür ist das Songmaterial zu gut und gerade „Valkoinen susi“ macht richtig Spaß, aber die Ähnlichkeiten zu der ein oder anderen finnischen Band ist schon verblüffend.

Das längste der regulären fünf Stücke „Patheme“ beginnt naturmystisch mit Vogelgezwitscher, Regen und beschwörenden Chorgesang. ArthemesiA versetzen uns in Bathory-Stimmung, mit Klavier- und Synthietönen verbunden und gerade die epischen Chöre gepaart mit Akustikgitarren lassen den Hörer träumen. Das Stück steigert sich nach dreieinhalb Minuten und man wandelt irgendwo zwischen Melodieführung Marke Primordial und der Majestätik Bathorys. Auch hier gilt, was ArthemesiA aus bekannten Strukturen und Einflüssen machen klingt sehr anständig und weiß zu gefallen.

Das Titelstück „a.O.a.“ versetzt uns nach Skandinavien Ende der 90er, klingt wieder sehr vertraut und bietet melodischen Mid-Tempo Black Metal, wie er damals weit verbreitet war. Mit schönen, leicht spacig wirkenden Leadgitarren und cleanen Gesangsabschnitten schmiegt sich der Song angenehm ins Gehör.

ArthemesiA
ArthemesiA

Irgendwie mag mir bei „The noble elements“ zu Beginn das letzte Twin Obscenity Album einfallen, was vor allem an dem trocken produzierten, knarzigen Gitarrensound liegen könnte. So bleiben ArthemesiA bei dem Stück eher ruhig, mit leichten Keyboard Arrangements im Hintergrund, können aber irgendwie nicht mehr ganz an die Stimmung der vorherigen Stücke heranreichen. Sicher ist das Stück alles andere als schlecht, wirkt aber etwas ermüdend und hätte durchaus mehr auf den Punkt kommen können.

Liber Omega (& The Macrocosm Manifest III)“ ist schließlich auch das letzte Stück des Albums, beginnt zunächst auch sehr schwebend still, doch setzt man dann hier zum ersten Male gelungene Blasts ein und versetzt diese mit netten Leadgitarrenbögen und dem wiederkehrenden Clean-Gesang, der an Ihsahn von den erhwürdigen Emperor erinnert. Der langsame Zwischenpart wird mit einem Saxophon garniert, welches sich recht angenehm einfügt und den avantgardistischen Charakter der sechs Songs noch unterstreicht.


Iskharian
Iskharian

Fazit:

ArthemesiA haben ein interessantes Album erschaffen, dass nach so vielen verschiedenen Bands klingt, aber es dennoch irgendwie schafft seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Die Finnen bewegen sich dabei in leicht avantgardistischen Gefilden und bringen ein Potpourri an verschiedenen Ideen ein. Leider hat das Album auch so seine Längen und nicht jede Idee sitzt so, wie sie es sollte, aber „a.O.a.“ ist dennoch ein ansprechend gutes Album geworden, dass man als Freund genannter Bands durchaus einmal antesten sollte.

Trackliste:

  1. Of the owls, of the wolves and of the nature – Revisiting the microcosmos (Pt.I)
  2. Valkoinen susi
  3. Patheme
  4. a.O.a.
  5. The noble elements
  6. Liber omega (& the macrocosm manifest III)

( 7 / 10 )
( 7 / 10 )

Anspieltipps:

Valkoinen susi, Patheme

Erscheinungstermin:

04.03.2009

ArthemesiA Myspaceseite

ArthemesiA Homepage

About Iskharian

Check Also

Sabaton, Amaranthe und Apocalyptica brachten ins Schwitzen – Olympiahalle im Aunahmezustand

Sabaton lud zur „Great War Tour“ am 19.01.2020 ein, dessen Aufruf tausende Fans in die …