Ayat - Six years of dormant hatred

Ayat – Six years of dormant hatred (Review und Kritik)

Ayat - Six years of dormant hatred

Die Metal Landkarte betrachtet, ist der nahe Osten aufgrund der politischen und damit auch religiösen Lage mit Musikern aus dem härteren Bereich eher schlecht als recht bestückt. Die wenigen Bands, die es gibt, könnten wahrscheinlich ganze Bücher mit ihren Biographien füllen, die wahrscheinlich allesamt interessanter sind, als die Geschichte des norwegischen Black Metals anfang der 90er Jahre. Dementsprechend abgefuckt klingen Ayat aus dem Libanon, die ihre Musik in eine derart abartige Form gegossen haben, wie man sie in unseren Breitengraden nur selten zu hören bekommt.

Ayat

Was am meisten auffällt, ist, wie das Duo mit Mysticumscher Brutalität einem einen Drumcomputer ins Gehör hämmert, dass man dem Ganzen schon industriellem Charme abgewinnen kann. Manch einer bezeichnete die Musik Ayats als eine Art nahöstliche Black Metal-Ministry, was stellenweise (The fine art of  arrogance – Part one) auch gut nachvollziehbar ist. Im Großen und Ganzen wirkt man aber weniger dem typisch nordischen Black Metal verbunden, sondern eher einer Art angeschwärzter Death Metal-Variante mit allerlei abgedrehten Samples, Geschrei jeglicher Coleur und massenhaft wahnsinniger, pechschwarzer, humoristischer Einlagen.

Ob das einem gefallen muss, ist eine andere Frage, denn so kompromisslos die Libanesen auf diesem bereits 2008 erschienen Album ihre Visionen von antireligiösen Inhalten verbreiten, so schwierig ist es auch mit dieser Stunde aus völlig kranken Eindrücken fertig zu werden. Es böllert, kracht und rumpelt ununterbrochen, stellenweise grindet man durch die zerschossene Botanik, die Gitarren stets in den tiefsten Regionen, das Geschrei in bedenklicher Art und Weise dargeboten. Manchmal habe ich das Gefühl, dass Ayat das eigentlich Ziel durch den Einsatz immer extremerer Mittel aus den Augen lassen, genauso wenig Hitler-Samples noch vorm Ofen vorlocken können. Dennoch kann man dem Album einen gewissen Unterhaltungswert nicht streitig machen, in etwa vergleichbar mit den ersten Impaled Nazarene Alben.


Fazit:

Puh, was für starker Tobak, aber allemal interessant. Ich denke, wer verrückten Kram wie Meads of asphodel mag, kann damit sicher was anfangen. Ansonsten nur die, die auf den absolut krassen Scheiss stehen und nichts gegen Industrial Wummern haben. Hat auf jeden Fall was, der Weißheit letzter Schluss ist Ayat aber noch nicht gelungen, denn neben etlichen guten Ideen, stehen bestimmt auch genauso viel weniger Gute. Antesten wäre also dringend angesagt!


Trackliste:

  1. Ilahiya Khinzir! (All Hail Allah the Swine)
  2. Fornication And Murder
  3. The Fine Art of Arrogance Part One (The Icon And The Cattle)
  4. Collective Suicide in The Boudoir (Feeling Wonderful Tonight)
  5. Puking Under Radiant Moonlight (Followed by a Century Long Ejaculation)
  6. Misogyny When We Embrace
  7. Necronarcos (Tame You Death)
  8. Curses! Curses! and Never Sleep…
  9. Thousands of Pissed Motherfuckers…
  10. Such a Beautiful Day! (The Exaltation of Saint Francis)



6,5

Erscheinungstermin:

18.September 2008 – Rerelease demnächst

Moribund Records

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