Bahrrecht - Nuit de neige

Bahrrecht – Nuit de neige (Review und Kritik)

Bahrrecht - Nuit de neige

Ich kann nicht sagen warum, aber momentan reagiere ich ziemlich empfindlich auf Bands, die irgendwie im Zusammenhang mit Alcest und deren Mitgliedern stehen. Im Falle der Franzosen Bahrrecht steckt der gute Winterhalter als Trommelbube dahinter, Neige zum Glück nur im Albentitel. Vielleicht liegt es an der aktuellen Überpräsenz der Herren, die mir etwas auf den Keks geht, aber ich glaube auch ohne Namedropping würde mir Bahrrecht nur bedingt auffallen.

Bahrrecht

Zu Beginn wird gleich geknüppelt, gerifft und geschrien, als ob es kein Morgen gäbe. Das ganze in undurchsichtigem Soundgewand, die Bassdrum kickt sich penetrant in den Vordergrund, manches Break steht etwas seltsam im Raum. Gegen Mitte gibt es dann durchaus gefälliges Riffing, nicht unbedingt neu, dafür doch recht hektisch. Da zeigt sich auch gleich, wo Bahrrecht am besten sind, nämlich dort, wo man epischer und langsamer wird. Im Soundmatsch der Knüppelparts gehen die Riffs so perfekt unter, dass man wahrlich nur noch das Drumpoltern hört. Eventuell meckere ich ja wieder zu viel, aber mir zumindest verdirbt der Sound den Hörgenuss schon ein bisschen. Denn mit der Zeit, wenn man besser durchsteigt, was Bahrrecht eigentlich von einem wollen, findet man sogar etwas Gefallen an den Stücken. Irgendwie hat man aber trotzdem das Gefühl, dass Bahrrecht nur als weitere Spielwiese für Winterhalters Trommelkünste herhalten muss, denn Songwriterisch fehlt es doch an manchen Stellen gewaltig. Diese Stellen werden mit Breaks, die stellenweise völlig deplaziert wirken eingenommen.

Was das total misslungene Casio-Instrumental Eisenfaust soll, verstehe wer will. Sowas spiele ich nebenbei mit einem Finger, wenn ich mal ein Keyboard in die Hände bekomme, na, hauptsache 35 Sekunden vollgemacht. Und ich glaube wirklich, mir würde das Album gar nicht mal so sehr auf die Nerven fallen, wenn nicht tatsächlich diese penetrante Bassdrum alles zerklopfen würde, ein Song wie Ode à Undredal weiß ja per se schon zu Gefallen, erinnert es mich ja durchaus auch an Peste Noire, was wohl auch kein Zufall ist. Bezeichnend ist es jedenfalls, dass der Sound des Demos Lotharingen mit Abstand besser gelungen ist, trotz Doppelbass-Dauerfeuer!

Fazit:

Ein „First class black metal masterpiece“ klingt wohl anders, denn zum einen ist mitnichten alles gut, was Bahrrecht da zusammentrommeln, zum anderen gibt es eigentlich keinen Grund, warum man sich in der heutigen Veröffentlichungsflut Nuit de neige ins Regal stellen muss, ausser man sammelt alles, was auch nur irgendwie mit Alcest in Verbindung steht.

Trackliste:

  1. Nuit de neige
  2. The sign of Bahrrecht lotharingen black hordes
  3. My last sunrise
  4. Ode à Undredal
  5. Eisenfaust
  6. Towards the unconquerable platforms built by wind
  7. Frozen by demon
  8. Sous une pluie d’étoile
  9. Trois sources
  10. I was born

Erscheinungstermin:

2011

Bahrrecht Myspace

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