Balnasar - Ein kalter Nachtgedanke

Balnasar – Ein kalter Nachtgedanke (Review und Kritik)

Balnasar - Ein kalter Nachtgedanke
Balnasar - Ein kalter Nachtgedanke

Balnasar – Ein kalter Nachtgedanke (Review und Kritik)

Depressiv tönt es in diesen Tagen aus Mecklenburg-Vorpommern. Erst ein knappes Jahr nach ihrem Demo und einer Split-CD , veröffentlicht die Stralsunder Black Metal Formation Balnasar bereits ihr erstes Full-lenght Album mit dem Titel „Ein kalter Nachtgedanke“ über das Label „Schwärze-Productions“ und beglückt den Anhänger suizidalem Schwarzmetalls mit sieben Tracks voller Dunkelheit und Melancholie.

So zumindest kündigt das Label ihre zwei Helden an, und wenn man der allgemeinen Resonanz diverser Hörer glauben schenken darf, ist dies durchaus berechtigt. Wobei ich mich eigentlich schon beim Intro „Ewigkeit“ frage ob eine DSBM Band es wirklich nötig hat einen solch langen Einstieg in ihr Werk zu wählen. Aber jedem das seine, und man will ja auch nicht direkt vom Stuhl „geknüppelt“ werden.

Wobei dies natürlich metaphorisch zu sehen ist – wer rechnet schon mit brutalem geknüppel bei einer DSBM Gruppe? Und so erfüllt „Es ward vergessen“ zunächst einmal genau das was der geneigte Hörer erwartet. Schwere Gitarren und ein Kreischgesang, der leider stellenweise etwas

Balnasar
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sehr in den Hintergrund geraten ist. „Atmosphäre“ wird bei dem zehn minütigen Stück, sowie dem Folgesong „Regen“ aber ganz groß geschrieben – das muss man den beiden lassen. Melodische Keyboardklänge erledigen ihr Übriges zur vollkommenden Verabschiedung in einen dunklen Sog aus Melancholie und Depression. Das Bavragor´s Texte dabei natürlich (stiltypisch) nicht zu erahnen sind rückt gänzlich ins Unwesentliche. Lieder wie „Waldgeist“ haben eben eben ihre ganz eigene Magie, und kommen auch sehr gut aus ohne verstanden zu werden. Das erste Stück mit einem Chor-ähnlichem Cleangesang kann nämlich besonders gut punkten. Schade ist grade hierbei wieder, dass die Stimme des Sängers so extrem in den Hintergrund geraten ist.

Bei einer bisherigen Länge von durchschnittlich knapp neun bedrückenden Minuten pro Stück, ist das erste was bei „Tränen im Morgenlicht“ in´s Auge des Betrachters fällt, dass man sich dieses mal zurück genommen hat. Das schleppende Stück dröhnt bedrohlich aus den Boxen und stellenweise ist man an Genre-Größen wie Brocken Moon und Aaskereia erinnert. Zumindest wesentliche Einflüsse sind angesichts der Gesangstonlage wohl kaum ab zu

Balnasar Logo
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streiten. Aber so lange man nicht kopiert wird es ihnen wohl niemand übel nehmen, sich an Meistern ihres Fach´s zu orientieren. Balnasar klingen glücklicherweise dann doch eigenständig genug um mit „Nebelwald“ Lust auf mehr zu machen.

Und immerhin hat man es bei diesem Stück mit dem (laut LastFM) meistgehörten Song der Gruppe zu tun. Der von Rabengekrächze eingeleitete Track kann auch durchaus auf voller Ebene überzeugen, und spätestens jetzt sollte ein jeder Hörer an dem Punkt angekommen sein, an dem er sich vollkommen auf diese Musik einlassen kann, und geistig schon auf einer vollkommen anderen Ebene schwebt.

Falls dem nicht so ein sollte wird man sich nämlich damit abfinden müssen, dass das Outro „Ein letzter Glockenschag“ trotz erstmalig klar verständlicher Stimme nicht vor hat das Album anders aus zu läuten. Der kurze Track ist dabei eines der Stücke die seltsamerweise am meisten überzeugen – da ist es wirklich schade das nach nicht einmal zwei Minuten der Spaß vorbei ist.

Tobias "Zigeunerjunge" Geers
Tobias "Zigeunerjunge" Geers


Fazit: Gut Ding will wohl doch nicht immer Weile haben. Ich mag die CD. Sie klingt zwar noch nicht ganz ausgereift, aber stellenweise war ich (wie bereits erwähnt) sehr an meine depressiven Helden Brocken Moon erinnert, was alleine schon einige Pluspunkte einheimsen kann. Dass man sich dabei auch für Cleangesang und klar verständliche Krächzvocals nicht zu schade ist, macht die Band mir noch um einiges sympathischer. Zwar ist hier noch einiges Ausbaufähig, aber ich denke die Stralsunder Depris sind nicht zum letzten mal in meiner Anlage gelaufen.


Tracklist von „Ein kalter Nachtgedanke“

  1. Ewigkeit
  2. Es ward vergessen
  3. Regen
  4. Waldgeist
  5. Tränen im Morgenlicht
  6. Nebelwald
  7. Ein letzter Glockenschlag

( 6,5 / 10 )
( 6,5 / 10 )

Anspieltips:
> Waldgeist
> Nebelwald
> Ein letzter Glockenschlag

Erscheinungstermin:
Bereits erschienen

www.myspace.com/balnasar
www.balnasar.de

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