Bann - AEschatalogia

Bann – AEschatologia (Review und Kritik)

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Bann – AEschatologia (Review und Kritik)

Die Eschatologie ist, wenn man Wikipedia glauben mag, die Lehre von der Hoffnung auf Vollendung des Einzelnen oder gar der ganzen Schöpfung. Die sogenannten vier letzten Dinge, Tod, Jüngstes Gericht, Himmel und Hölle spielen dabei eine entscheidende Rolle. Die Baden-Württemberger Band Bann hat sich somit ein theologisch und philosphisch tiefgreifendes Thema zur Vertonung vorgenommen und zeigt dem Hörer, dass man dem schon sehr gelungenen „Antiochia“ einen mehr als würdigen Nachfolger spendieren konnte.

So ist der Tod in seiner vielfältigen Gestalt in den sechs Songs stets Wegbegleiter. Bann bereichern die über einstündige Musik mit mittelalterlich anmutenden Texten, die einerseits mit sarkastischem Unterton den Menschen und sein Leben und Sterben ad absurdum führen, andererseits sich ernsthaft mit Themen, wie Kindersterben oder dem Dauerbrenner Religion und Kirche widmen. Die lyrischen Ergüße Banns stehen dabei in diesem Konzept hochwertig der Musik gegenüber, welche zwar im Grundsatz schwarzmetallische Elemente besitzt, für Black Metal aber eben doch zu melodisch und vielfältig erscheint. Wenn man unbedingt Vergleiche ziehen möchte, kann man Namen wie Angizia, Dornenreich und auch Fjoergyn nennen, was aber der interssanten Musik Banns nicht gerecht werden würde, da diese dann doch zu eigenständig agieren.

Gerade der vielfältige Gesang erinnert an erstgenannte Österreicher, werden die Texte gehaucht, geflüstert, geschrien oder klar dargebracht, zwar nicht so theatralisch wie Angizia, was aber zur Musik Banns auch nicht so passen würde. Das erste Stück „Der Geiger“ wird eben von einem solchen begleitet, lässt durch breite Keyboardflächen eine orchestrale Atmosphäre entstehen, bei der die Gitarren eher in den Hintergrund rücken. Es wechseln sich langsame Doom-Parts mit Geknüppel ab, was die Spannung trotz der überlangen Songs aufrecht erhält.

Bann
Bann

Die Produktion ist dabei sehr ordentlich, lässt sie alle Instrumente und Stimmen gut erkennen, könnte aber unter Umständen etwas mehr Druck vertragen. So erhält das Album eine entrückte Atmosphäre, wie man sie in dieser Form nur selten zu hören bekommt. „Carmina necrologia“ beginnt beispielsweise herrlich schrammelnd, bis Violine und Keyboards einsetzen und dem Stück eine beinahe fröhliche Atmosphäre verleihen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird sich zeigen, ob der gemeine Black Metaller mit der Musik Banns etwas anfangen kann, denn diese entrückte Fröhlichkeit wird sicher nicht jedem schmecken. Wer das Erstlingswerk Fjoergyns sein eigen nennt, wird in etwa erahnen können, wie sich diese Atmosphäre darstellt.

Der AEschatolog „Die letzten Dinge“ kommt dabei vollkommen ohne E-Gitarren aus, wird nur von Keyboardteppichen, Violine und Akustikgitarre getragen und lässt den Hörer zwölf Minuten lang  in einen symphonischen Traum versinken. Ein perfektes Ende für eine wirklich interessante Platte.

Schwierig wird es, wen die Scheibe denn nun eigentlich ansprechen soll. Dem traditionellem Schwarzmetaller wird die Musik zu weich sein, für den Gothicmetaller vielleicht schon wieder zu hart. So sollte man auf jeden Fall vorher einmal reinhören, um Enttäuschungen zu vermeiden. Wer aber mit dieser Mischung aus Härte und Atmosphäre etwas anfangen kann und oben genannte Bands zu seinen Lieblingen rechnet, den wird „AEschatologia“ wahrlich in seinen Bann ziehen.


Iskharian
Iskharian

Fazit:

Orchestral, spannend und irgendwie weltfremd wirkt „AEschatologia„. Die sechs überlangen Stücke fließen an dem Hörer vorbei, haben etwas beruhigendes an sich, trotz des eher bedrückenden Themas. Dabei sollte man nicht den Fehler begehen und Bann nebenbei hören, denn so gehen die vielen kleinen Details wie zum Beispiel das einnehmend schöne Violinen Spiel oder der abwechslungsreiche Gesang verloren und man täte der Band unrecht. Ein gelungenes Debut, was auf mehr hoffen lässt.


Trackliste:

  1. Der Geiger
  2. Schwarze Bulle
  3. Narrenschyff
  4. Carmina necrologia
  5. Fraß der Flammen
  6. Die letzte Dinge (AEschatolog)


( 7,5 / 10 )
( 7,5 / 10 )

Anspieltipps:

– Der Geiger

– Carmina necrologia

Erscheinungsdatum:

28. Februar 2009


Bann Homepage

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