Battlelore – The Last Alliance (Review & Kritik)

Battlelore – The Last Alliance (Review & Kritik)

Battlelore - The Last Alliance
Battlelore - The Last Alliance

Nur ein Jahr ist seit „Evernight“ ins Land gegangen, da ziehen die finnischen Tolkien Fans von „Battlelore“ erneut in die Schlacht, um die Saga um den „Herrn der Ringe“ mit „The Last Alliance“ wieder mit Folk-metallischen Klängen zu vertonen.

Bands die Tolkiens literarischen Opus als Inspiration ansehen gibt es heute zu hauf, doch über die Benennung ihrer Band geht dies oft nicht hinaus. Bei Battlelore hingegen wird schon in den ersten Tönen von „Third Immortal“ klar wohin die musikalische Reise geht – direkt nach Mittelerde. Der ungewöhnlich schöne Klargesang von Frontfrau Kaisa Joukhi wird nur gelegentlich von Growls oder auch ebenso klaren Stellen des männlichen Sängers Tomi Mykkänen unterbrochen so das der Song extrem ruhig ist und sich als wunderbarer Einstig in das Album herausstellt. Ähnlich balladesk geht es danach bei „Guardians“ weiter. Hier kann besonders der zweistimmige Refrain gefallen. Ein sehr melancholischen Stück mit hervorstechenden Drums und vermehrten Growls.

„The great Gathering“ setzt dann zum ersten mal auf schwermetallende Härte. Gitarren und growls dominieren und lediglich der Refrain wird von der weichen Stimme Joukhi´s übernommen die auch bei härteren Tönen nicht wirklich fehl am Platze ist. Auch bei „Voice in the Fallen“ fällt der Härtegrad nicht wieder. Weiterhin wird verstärkt auf Growls und Double-Bass gesetzt. Grade die Arbeit von Drummer Henri Vahvanen weiß hier zu überzeugen.

Die beiden folgenden Stücke „Exile the Daystar“ und „Daughter of the Sun“ sind dann wieder im Midtempo gehalten und laden erneut (wie eigentlich das komplette Album) zum träumen und abschalten ein. Besonders zweiteres brennt sich durch überwiegenden Klargesang und nur wenig gutteralen Vocals sowie dominierenden Gitarren in den Gehörgang. Das bis hierher stärkste Stück wird vom metallastigeren „Green Dragon“ abgelöst. Hier geht es zumindest vorerst wieder härter zur Sache. An der Gitarre wird hier alles gegeben, aber selbst der brutalste Song der Band bekommt durch die weiche Frauenstimme einen epischen Touch und dürfte somit auch Anhängern von Bands wie Nightwish gefallen.

„Awakening“ startet wieder zweistimming und wechselt dann zu einer Bandtypisch ruhigen Ballade mit Flüsterstimme und klar-Gesang, bevor es dann trotz des Titels „Epic Dreams“ wieder etwas Gitarren- und Schlagzeuglastiger zu geht. Auf Growls und härteren Sound wird hier glücklicherweise nicht mehr verzichtet und so kommt man zumindest kurzweilig wieder zu dem Gefühl eines Metal-Albums.

Die ersten Klänge von „Moontower“ können durch übermäßige Verwendung von Keyboards schon zum Umschalten verleiten. Tatsächlich zieht diese etwas unpassende Melodie sich nerviger weise durch den ganzen Song, der an sich nicht einmal so schlecht wäre. Naja – ob Keyboards in eine Metalband gehören sollte da sicher jeder für sich selbst entscheiden, denn die sind beim Schlusslied „The Star of High Hope“ zum Glück weniger dominant. Stattdessen wird das Album von einer leisen Flötenmelodie und ruhigen Gitarren ausgeleitet, bevor sich das vermeintliche Outro zu einem der wohl musikalisch hervorstechendsten Stücke der Platte mausert.

Tobias "Zigeunerjunge" Geers

Fazit: Ein Album das ich all denen ans Herz legen kann, die es sich mit einem „Herrn der Ringe“ Buch vor dem Kamin gemütlich machen wollen, oder die generell Fans der Gruppe sind. Als Hintergrund-Melodie zum Buch ist das Album sicher zu gebrauchen. Jeder andere wird aufgrund der Vorhersehbarkeit des Albums enttäuscht sein. Battlelore haben offensichtlich nicht vor sich weiter zu entwickeln – der Erfolg gibt ihnen da ja auch durchaus recht. Aber dieses Album plätschert so nebenher vor sich hin, das selbst ein Nichtkenner der Band bereits nach zwei Liedern wissen kann wie es hier weiter geht. Thematisch und auch technisch überzeugend ist es einfach zu langweilig umgesetzt da auch echte Hits wie der Klassiker „Journey to undying Lands“ hier leider nicht auszumachen sind.

 

Tracklist von „The Last Alliance“

01 Third Immortal
02 Guardians
03 The Great Gathering
04 Voice Of The Fallen
05 Exile The Daystar
06 Daughter Of The Sun
07 Green Dragon
08 Awakening
09 Epic Dreams
10 Moontower
11 The Star Of High Hope

(5 / 10)

Anspieltips:

Daughter of the Sun

The Star of High Hope

Erscheinungstermin:

29.09.2008

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