Beltane - Shadowplay Desolate

Beltane – Shadowplay Desolate (Review und Kritik)

Beltane - Shadowplay Desolate
Beltane - Shadowplay Desolate

Neuseeland. Ein Land voll wunderbarer grüner Landschaften, voll schroffer Berge und Küstentäler. Ein Land, wie gemalt für Dollarträchtige Hollywood-Fantasy Streifen. Dass es in Neuseeland aber auch Black Metal Bands gibt ist mir neu, und dass gerade Beltane es sind, die meinen Horizont erweitern, mag ich nicht unbedingt als so positiv ersehen, wie der folgende Abriss zeigt.

Gesang darf roh sein, Songstrukturen durchaus etwas punkiges besitzen. Problematisch wird es, wenn der Gesang so an den Nerven zerrt, dass man sich wünschte, der Erzeuger dieser grausigen Töne möge alsbald eines Herzinfarktes dahin gerafft werden. Geröchel und Geschrei bar jeglicher Toleranzgrenze. Das mag für die ganz Harten unter uns ja noch irgendwie lustig sein, aber so lustig scheint die ganze Chose offensichtlich gar nicht gemeint zu sein. Richtig nett wird es, wenn Xanataph wie ein Besoffener herum grölt, da kommt so richtig Stimmung in die schwarz bemalte Bude. Nein, das ist so nur schwer zu ertragen.

Das Punkgerödel im Hintergrund kann sich dann stellenweise sogar etwas hören lassen, so hat der letzte Track „The ritual has begun“ durchaus Unterhaltungswert, denn so manch rockende Passage macht das schön mies produzierte Material sogar annehmbar. Und auch der Opener hat eine ganz nette, natürlich schon oft gehörte Melodie, die leider vom Pennerchor der Band komplett zerissen wird.

Beltane
Beltane

Ich bemühe mich wirklich positive Aussagen über Beltane zu treffen, so sind die Gitarrensoli durchaus kompetent, aber unnötig und nervig, das Drumming abwechslungsreich, aber rhythmisch eine einzige Katastrophe, die „Produktion“ roh und klirrend, aber auch nur, weil man sein Equipment im Proberaum zertrümmert und so könnte ich jeden positiv besetzten Moment mit irgendetwas Negativem wieder zerstören. „Lts last solstice“ beginnt sogar überraschend gut, so fährt man nette Leads auf, zertrümmert diese aber mit einem Drumgehacke, dass einem hoffentlich das Hören vergehen wird. Die Ideen sind also durchaus vorhanden, so rockt „Trebuchets & X-bows“ ganz nett, aber das unsägliche Geschrei und das Gekloppe lassen den ansonsten recht langweiligen fünf Minüter noch länger wirken.

Experimentiert haben Beltane mit dem Stück „Fly to thee„, welches plötzlich mit Wave-Anklängen gar nicht mal schlecht klingt. Denn hier singt ausnahmsweise Bassistin Baphgirl, was zwar nicht Welt bewegend ist, aber immer noch besser als alles vorherige. Dazu ein tanzbarer, leider etwas billig wirkender Beat, elektronische Keyboardsounds und zum ersten Mal richtig gelungenes Songwriting. Warum denn nicht gleich so? Bevor sich Beltane weiter auf Black Metal Gehacke einlassen, sollte doch eher das der Weg sein, denn „Fly to thee“ gefällt mir richtig gut. Richtig geil wird das Stück zum Schluss in Verbindung mit der klirrenden Gitarre, so könnte es bei Beltane weiter gehen.


iskharian3Fazit:

Ach naja, irgendwie ist Beltane ja schon wieder putzig. Manche Ansätze sind nämlich durchaus zu gebrauchen, aber da hätte man noch so viel daran schleifen können, denn Rohheit muss auch im Black Metal nicht müllig klingen. „Fly to thee“ macht aber wirklich Spaß und stellenweise erwische ich mich dabei, wie ich bei dem ein oder anderen Song mitwippe und das, obwohl das Material wirklich nicht der Hammer ist. Aber eventuell liegt es auch an meiner Liebe für trashige Musik, denn ich habe irgendwie das Gefühl Beltane meinen das ganze nicht wirklich ernst. So darf die Band auch darüber lachen, dass sie trotz allem noch vier Punkte abstauben. Verdammt, was bin ich heute gut drauf.

Trackliste:

  1. A cornish tale
  2. Lts last solstice
  3. Trebuchets and X-bows
  4. Fly to thee
  5. Eve of the conquering
  6. The ritual has begun

Nüchtern: 4 / 10
4 / 10

Anspieltipps:

Fly to thee

Erscheinungstermin:

18.12.2008

Beltane Homepage

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