Bifröst - Heidenmetal

Bifröst – Heidenmetal (Review und Kritik)

Bifröst - Heidenmetal

Das Wort „Bifröst“ stammt aus der altnordischen Mythologie und bezeichnet dort die Regenbogenbrücke zwischen den beiden Reichen Midgard und Asgard, die von den Göttern auf dem Weg zu ihrem täglichen Treffen am Brunnen Urd genutzt wird. Ein recht plakativer Name für eine junge Pagan Metal Gruppe also, der darauf schließen lässt, dass man sich mit den Sagen und Mythen der Ahnen nicht nur sporadisch auseinandergesetzt hat. Ob die Musik ihres zweiten Werkes mit dem etwas plumpen Titel „Heidenmetal“ allerdings halten kann, was der bedeutungsschwere Bandname verspricht, lest bitte im folgenden:Denkt man bei kampfbereit klingenden Titeln wie „Nordmannenzorn“ an bis an die Zähne bewaffnete Wikinger auf Plündertour, steht einem direkt die erste Überraschung in´s Haus. Bifröst strotzen vor Melodie – und zwar vollkommen ohne dabei wie ein „Berseker“ drauf los zu prügeln und sich in Death Metal Gefilden wie Amon Amarth aufzuhalten sondern durch ein melodisches Riffing und eine gehörige Portion Keys zu klar verständlichem Keifgesang.

Bei dem großen Anteil den das Keyboard für sich beansprucht und mit Melodie und eingängigem Text auch „Der Mönch“ zu einem idealen Partysong macht ist dies auch bitter nötig. Gitarren wirken dabei beinahe nur ausschmückend und man ist unwillkürlich dabei mit jeder neuen Strophe mit zu wippen. Grade Pagan Metal muss ja nun nicht immer toternst sein. Wer nicht zum Lachen in den Keller geht wird zumindest seine Freude an dem kurzen Stück finden können und sicher auch das ein oder andere Horn Met im Takt dazu „vernichten.“

Die Energie die von der Band aus geht und die Bifröst mit jedem neuen Song abgeben zu wollen scheinen schwindet auch beim schnellen „Die wilde Jagd“ nicht. Das Lied klingt zwar

Bifröst
Bifröst

wesentlich weniger „feuchtfröhlich“ setzt das eingängige Gesamtkonzept des Albums aber konsequent fort. Deutsche Texte sind im „Heidenmetal“ zwar generell ein großer Pluspunkt, wenn sie aber so überzeugend rüber gebracht werden wie in „Fest der Trolle“ und dem wütenden „Ragnarök“,  macht es gleich noch einiges mehr her.

Death Metal Growls zu heulenden  Gitarren Soli und sich einbrennenden Melodien machen mit jedem Song, trotz starker Ähnlichkeit zu einander, aufs neue Spaß.  Ob man es nun mit harten Tracks im Sinne von „Der Rächer“ oder mit einem obligatorischen Standard-Pagan-Sauflied wie „Weingeist“ zu tun hat, die Band versteht trotz nicht immer ausgefeilt wirkender Texte, ihr Handwerk, kann begeistern und durch fröhliche Melodien zu harschem Gesang die Stimmung erheblich heben. Bei Stücken wie „Odins Söhne“ kommt einem auch durchaus mal der Name „Varg“ in den Kopf. Ob man irgendwann auf ähnliche Erfolge (und aktuelle Misserfolge) zurückgreifen kann ist zwar fraglich, aber Anhänger dieser und ähnlicher Gruppen dürften durchaus gefallen an den Österreichern finden.

Lieder wie „Herr des Waldes“ mit seiner ruhigen Ohrwurmmelodie werden dem Weg in eine große Zukunft jedenfalls nicht im Weg stehen. Grade solche Stücke dürften das sein, was besonders Pagan Einsteiger musikalisch bevorzugen. Vielleicht wenig „Atmosphäre“, dafür um so mehr Party und „mitschunkel“ potential. Und ich denke auch nicht dass eine Band mit Stücken wie dem agressiven „Schlachtenklänge“ einen Preis für tiefsinnigkeit gewinnen möchte.

Zigeunerjunge

Fazit: Ich bin zwiegespalten. Auf der einen Seite muss ich zugeben, dass diese lockere Pagan Mucke richtig Spaß macht wenn man in der Laune dazu ist, und evtl. noch die ein oder andere Flasche Bier zu leeren gedenkt. Andererseits ist man weder musikalisch noch textlich das Non-Plus-Ultra des Metal. Das Keyboard ist penetrant überpräsent, die Spielzeiten sind kurz und wenn man nicht wirklich in Feierlaune ist, dürfte die Langzeitmotivation für dieses Album ebenfalls recht gering sein. Nichts desto trotz: Die Musik geht ins Ohr und lässt sich dort auch nicht all zu schnell vertreiben. Wer vielleicht nicht all zu viele Ansprüche an eine Pagan Band stellt wird mit dieser CD mehr als zufrieden sein. Zumindest live stelle ich mir diese Truppe ganz lustig vor.

Tracklist von „Heidenmetal

  1. Nordmannenzorn
  2. Berserker
  3. Der Mönch
  4. Die wilde Jagd
  5. Fest der Trolle
  6. Ragnarök
  7. Der Rächer
  8. Weingeist
  9. Odins Söhne
  10. Herr des Waldes
  11. Schlachtenklänge
  12. Heimgang
( 6 / 10 )

Erscheinungsdatum:
Bereits erschienen

Anspieltips:
> Nordmannenzorn
> Der Mönch
> Herr des Waldes

http://www.myspace.com/bifrst

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