Biomekkanik – State of Perfection (Review und Kritik)

Cover - Bimekkanik - State of Perfection
Biomekkanik - State of Perfection

Elektro Metal anyone? Gut, dann hab ich ein feines Langeisen für euch, liebe Anhänger von mittelalten Oomph!, Die Krupps, den unvermeidlichen Rammstein und neueren Terminal Choice: Die Schweden von Biomekkanik sind da und wildern in diesen eigentlich typisch deutschen Gefilden. Dass EBM-Beats und Nu-Metal-Gitarren schon lange keine unversöhnlichen Feinde mehr sind, weiss man ja nicht erst seit heute morgen.

Dass man das jedoch mit Nu-Metal-Vocals verbinden muss, finde ich nicht toll, soviel sei von anfang an gesagt. Ich kriege Horrorvisionen von Limp Bizkit und weiteren 90er-Geschmacksverbrechen – Und das ist schade. Denn so grundsolide bis gut wie Biomekkanik ihre eigentlich recht antiquierte Musik darbieten – die Geschmackspolizei hat die Schublade „Neue Deutsche Härte“ nicht ohne Grund ersatzlos gestrichen – hätte das nicht sein müssen. Das einzig positive, das ich über die Vocals zu sagen habe, ist, dass auch Eskil Simonsen (Covenant) ab und an durchscheint.

Verdammt schade ist das: „Fuck the Pain Away“ macht das ganze Dilemma eigentlich wunderbar deutlich: Eine sehr gute Electro-Metal-Nummer mit leichtem Übergewicht auf elektronischer Seite, bei der die Vocals die eigentlich sehr stampfend-brachiale Nummer zu Promopic - Biomekkanik - State of Perfection 1sehr entschärfen – Wieviel ein z.B. Pontus Stalberg (Spetsnaz) oder Dero (Oomph!) aus der Nummer herausgeholt hätte, wage ich mir gar nicht vorzustellen. Wo auf zu eingängige Vocals verzichtet wird, knallt das Album aber richtig gut.

„Licence to Live“ und „Enemy“ stehen auf der Habenseite. Die beiden Nummern sind gute, nach vorne stampfende Songs, die zum Glück nicht zu melodisch intoniert wurden. Im krassen Gegensatz dazu steht „Pitch-Black-Ocean“, das mich sehr an diverse Electropop-Band erinnert. Hier gefällt mir der klare Gesang – Stichwort Mesh oder Covenant – richtig gut. Mehr in diese Richtung, und die Band hat mich, da auch der musikalische Hintergrund supergut gelungen ist. Eine hübsche Ballade an einer Stelle, wo ich sie nicht vermutet hätte.

Fenriz
Fenriz

Und so bleibt von „State of Perfection“ zumindest für mich ein zwiespältiger Eindruck über. Dieses eine Mal bleibe ich aber objektiv, denn einen Verriss oder eine Punktzahl unterhalb der 7 sind für ein Album, dessen ganz objektiver „State of Perfection“ so hoch ist, wird der Band nicht gerecht. Die Songs sind gut produziert, auch wenn ich den Gitarren ein wenig mehr Hörbarkeit eingeräumt hätte, die Songs sind eingängig und tanzbar. Ich spreche also einfach mal eine Empfehlung für Fans oben genannter Bands aus – Wenn euch die etwas zahmen Vocals nichts ausmachen. Gegen Ende geht es mehr in Richtung Covenant, und da wird es nochmal richtig gut. Mehr davon!

Tracklist:

  1. Heaven Awaits
  2. Enemy
  3. Rock Solid
  4. Evil
  5. Fuck the Pain Away
  6. Licence to Live
  7. Pitch-Black Ocean
  8. Come and See My World
  9. Be Like Us
  10. State of Perfection
( 7,5 / 10 )
( 7,5 / 10 )

VÖ: Bereits erschienen

Anspieltipps:

– Enemy
– Pitch-Black Ocean
– Come and See My World

http://www.myspace.com/biomekkanik

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