Black Crucifixion - Hope of Retaliation
Black Crucifixion - Hope of Retaliation

Black Crucifixion – Hope of Retaliation (Review und Kritik)

Black Crucifixion - Hope of Retaliation
Black Crucifixion - Hope of Retaliation

Die letzte Schei(b/ß)e von Black Crucifixion die ich rezensieren durfte, gehörte mit ziemlicher Sicherheit zum absolut grausamsten was jemals auf eine CD gepresst, und dann „Musik“ genannt wurde. Möchte ich dabei gerecht bleiben muss ich allerdings zugeben, dass es sich um die Wiederveröffentlichung alter Aufnahmen handelte. Seit „The fallen One of Flames“ sind nun zwölf lange Jahre vergangen. Jahre in denen eine Band durchaus wachsen kann. Dennoch dürfte „Hope of Retaliation“ einen schweren Stand haben. Immerhin sind die Erfahrungen mit den Beherit-beeinflussten Finnen wirklich sehr übel und die Vorurteile entsprechend groß.

Daher eins vorweg – Black Crucifixion haben sich gewaltig entwickelt. Nichts ist mehr übrig vom Blechdosen, drei Akkorde Sound der frühen Tage. Und auch Sänger Forn hat diese Bezeichnung mitlerweile zurecht. Dennoch finden sich immer noch kleine aber feine Verbindungen. So ist auch „Hope of Retaliation“ kein komplettes Album, sondern besteht zur Hälfte aus Live-Aufnahmen der alten „Hits“ wegen denen mir ja immer noch die Ohren bluten.

Black Crucifixion
Black Crucifixion

Aber kommen wir zunächst zu den neuen Songs. Metal-Archives hat mich schon vorgewarnt – Black Crucifixion gelten nun als Dark Metal. So etwas macht zunächst immer einen schlechten Eindruck, kann aber auch bedeuten dass die Band nicht mehr so unhörbar aus den Boxen rumpelt. Und das was die Finnen einem dann bieten lässt mich wirklich daran zweifeln ob ich die selbe Gruppe höre wie noch ein paar Tage zuvor. Eigentlich bietet einen der Opener und Titeltrack direkt brettharten Black Metal mit gehöriger Thrash Schlagseite der sich am ehesten mit den Norwegern von 1349 vergleichen lässt. Gut produziertes Schlagzeug und ein wütend steril klingender Forn machen besonders Spaß. Unglaublich dass der selbe Typ der Venom´s „In league with Satan“ verhunzt hat, in dem er den Mund nicht aufbekam, hier so mächtig und deutlich singt. Einziges Manko – die Riffs sind zwar bei weitem nicht mehr so anspruchslos wie früher, dafür sticht die Gitarre im Gegensatz zu den Drums leider nie wirklich hervor.

Drei Songs und ein merkwürdiges Zwischengeflüster mit „Night Birds Sing Your Demise“ später muss man sich dann wieder Sorgen machen. Live-Aufnahmen müssen bei dieser Band wirklich nicht sein. Zumindest nicht von den grausamen Songs wie „Master Spirit.“ Dachte ich zumindest – auch hier ist wieder alles anders. Man merkt der Band einfach nur extrem an, dass sie heute wirklich Musiker sind – und keine Leute die in der Garage sitzen und Krach machen. Das neu gewonnene Können verhilft selbst den grausamsten Titeln der beiden zu neuem Glanz. Außerdem haben sie dieses Mal offensichtlich ein echtes Publikum, das man durchaus auch mal raushört – und wenn´s nur der Jubel am Ende der Songs ist.

Fazit: Unterm Strich bleibt eine nette „EP“ bei der es Spaß macht die entwicklung der Band von Kopfschmerz-krach zu durchaus ordentlichem Black Metal mitzuverfolgen. Freunde von den schon erwähnten 1349 und ähnlichen Gruppen durften an dieser Scheibe definitiv ihren Spaß finden und auch ich muss zugeben dass die Band hiermit ihre Chance und Daseins-Berechtigung in der skandinavischen Musikwelt verdient hat. Man muss halt nur aufpassen niemals, und wirklich niemals, zuerst die alten Sachen zu hören.

Titelliste von „Hope of Retaliation“

  1. Retaliation
  2. Night Birds Sing Your Demise
  3. Blood Soaked Snow
  4. Bitten by the Long Frosts of Life
  5. Where Will You Hide (Live)
  6. Master Spirit (Live)
  7. Promethean Gift (Live)
  8. Serpent of Your Holy Garden (Live)
  9. Winterkill (Live)

( 7 / 10 )
( 7 / 10 )

Anspieltips:
> Retaliation
> Bitten by the Long Frosts of Life

Erscheinungstermin:
06.05.2011

http://www.paasto.com/bc/

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