Black Math Horseman - WYLLT

Black Math Horseman – WYLLT (Review und Kritik)

Black Math Horseman - WYLLT
Black Math Horseman - WYLLT

In den weitläufigen Welten des Post-Rocks ist es mittlerweile auch schwer geworden sich zu etablieren und vor allem aus der Masse heraus zu heben. Klingen doch manche vordergründig innovativen Genreüberschreiter doch nicht viel anders als ihre Vorbilder und so schweben die Namen Isis oder Neurosis stets im Raum. Black Math Horseman aus Los Angeles heben sich dabei etwas ab und sei es nur durch die Stimme Sera Timms, die dezente Anklänge bei Siouxsie Sioux findet.

Musikalisch fährt man dagegen in ähnlichem Fahrwasser wie die über alles erhabenen Isis. Psychedelische Gitarrenleads und rhythmisch orientierte Strukturen prägen das Gesamtbild des mit sechs Songs und 38 Minuten recht kurzen Albums. Der Opener „Tyrant“ wirkt dabei noch etwas unscheinbar, versetzt er zwar in eine entspannte, in eine Fahrt über endlos gerade Highways erinnernde Stimmung, kann aber durch die leider etwas ereignislose Stimme Sera Timms nicht so wirklich mitreißen. Diese ist recht in den Hintergrund gemischt und dadurch dass die Tonhöhe doch recht gleichbleibend ist, ist es schwer nicht in Tiefschlaf zu versinken. Man kann ihr einen gewissen hypnotischen Charakter sicherlich nicht absprechen, aber leider ist auch das Songmaterial im Opener nicht so stark, dass man den großen Vorbildern das Wasser reichen könnte.

Black Math Horseman
Black Math Horseman

Ganz anders dann bei „Deerslayer„. Das Stück treibt zunächst an, versinkt aber genau dann mit Einsetzen der Stimme in absoluter Hypnose. Hier gelingt es einfach beides, Musik und Gesang, so zu verbinden, dass es einfach stimmig wirkt. Gerade die staubige Wüstenatmosphäre der singenden Gitarrenleads, die die Sängerin scheinbar unterstützen möchten, lässt mich aufhorchen. Gegen Ende hin sorgt man mit ordentlich Hall noch für eine interessante 70er Jahre Doom-Atmosphäre. Mir kommt immer wieder Jex Thoth in den Sinn, auch wenn deren Musik doch noch wesentlich weiter in der Vergangenheit angesiedelt ist.

Barren cause“ besitzt schließlich diese schwermütige Atmosphäre, die durch das Zusammenspiel aus schrammeligem Bass und gedrückten Gitarren entsteht und durch den weiterhin sehr gleichbleibenden Gesang ihre Vollendung findet. Fast ist man gewillt zu sagen, Mädel, komm doch mal etwas aus dir heraus, kreisch die Stücke doch einmal bestialisch nieder, doch darauf wird man auf „WYLLT“ lange warten können. Bei „Origin of savagery“ erhält sie aber etwas Unterstützung von tiefen Männerstimmen und gegen Ende wird auch der Versuch gestartet etwas energischer zu klingen, doch hier scheinen sich die Grenzen in der Stimme Sera Timms zu offenbaren.

Der Fluss der Musik ist durchaus ansprechend, gerade die letzten beiden Stücke „Torment of the metals“ und das 11 Minütige „Bird of all faiths and none“ wissen aufzurütteln, doch vom gewissen Etwas, dem musikalischen Esprit und vor allem von der Abwechslung im Songmaterial ist man noch ein gutes Stück entfernt. Doch gerade beim letzten Stück fällt auf, dass Sera Timms doch noch mehr aus sich heraus kitzeln kann. Hier beweist sie, dass eine energische Gesangsweise ihr und vor allem der Musik Black Math Horsemans sehr gut zu Gesicht steht. Und dass „Bird of all faiths and none“ gegen Ende hin verdammt mitreißen kann, zeigt auch nur, dass diese Band durchaus zu Großem fähig sein kann.


iskharian3Fazit:

Nein, „WYLLT“ ist nicht schlecht, doch die direkten Vergleichsmöglichkeiten mit Bands aus diesem Sektor zeigen, dass Black Math Horseman noch etwas Arbeit vor sich haben. Wenn man alle Stärken des letzten Stückes vereinigt und auf Albenlänge bringen kann, dann darf man sich sicherlich über etwas Großes freuen. So bleibe ich bei Battle of mice oder eben Isis, freue mich aber, dass Black Math Horseman nicht nur gute Ansätze bieten, sondern durchaus auch ein hörenswertes Album. Reinhören ist auf jeden Fall zu empfehlen.


Trackliste:

  1. Tyrant
  2. Deerslayer
  3. A barren cause
  4. Origin of savagery
  5. Torment of the metals
  6. Bird of all faiths and none


( 6,5 / 10 )
( 6,5 / 10 )

Anspieltipps:

Deerslayer, Bird of all faiths and none

Erscheinungstermin:

01.05. 2009

Black Math Horseman Myspace

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