BlackShore - Legion
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BlackShore – Legion (Review und Kritik)

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Ob bereit für Ärger oder nicht – bei der „Troublemaker´s Black Metal“ Band BlackShore ist dieser bereits vorprogrammiert. Vom vorangegangenen Debüt und den zwei mächtigen EPs wissen wir bereits, was uns beim stark an die 80er und Größen wie Venom angelehnten Sound der Jungs aus Norddeutschland erwartet. Ihre zweite Langrille „Legion“ führt den eingeschlagenen Weg des Trios weiter und präsentiert sich wie erwartet als partytaugliches Album mit großem Thrash Einschlag, welches ganz nebenbei mit „Black Metal Untermenschen“ aufräumt.

Den Opener „Kaiserschnitt Replikant“ konnte man dabei bereits einige Zeit im Vorfeld in Form eines erstaunlich gut gelungenen Videos bewundern. Der Dreh dazu lässt vermuten, dass sich die drei in der kurzen Zeit ihres Bestehens bereits zum Aushängeschild ihres Labels „Düsterwals Produktionen“ gemausert haben. Der Song selbst ist überraschend, auch wenn immer noch eine gehörige Portion Thrash Metal Einzug in den Corpsepaint Black Metal des Trios Einzug findet, scheint es (zumindest vorerst) dass die Engländer

BlackShore
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Venom dieses mal nicht als geistiger Pate herhalten mussten. Auch wenn ihre Musik damit auf den ersten „Blick“ ein wenig ihrer Eingängigkeit einbüßt, tut es dem ersten Spaß an schnellen Stücken wie „Black Metal Untermensch“ keinen Abbruch. Eigentlich ist es traurig, dass man als deutsche Schwarzmetall-Gruppe heute beinahe einen solchen Track veröffentlichen muss um nicht in eine Ecke gehetzt zu werden, in der man nichts zu suchen hat. Der Text ist zwar flacher als das Papier des Booklets auf dem er gedruckt ist, bezieht aber immerhin klare Stellung und erfüllt damit seinen Zweck. Humorvoll, in bestem „Denglisch“ und mit einem kurzen Intro das nostalgisch an alte Filme zurückdenken lässt. Für ihr junges Alter sind BlackShore eben spürbar in den 80ern verwurzelt – daran lässt auch „BadBloodBastardBlues“ keinen Zweifel. Sänger Hades  klingt hier stellenweise wie Metallica in den guten alten Zeiten, als James Hetfield noch flaschenweise Jägermeister in sich reingekippt hat. Die Ähnlichkeit in der Stimme war mir bereits zu ihrer letzten EP aufgefallen, leider findet dieser Stil recht selten Einzug in die Stücke der drei, sodass der Song mit der Alliteration im Titel in meinen Augen als besonderer Anspieltip neben dem schnellen „Fat, white and ugly“ herhalten kann. Hier stört zwar ein wenig dass das Reportagen-Sample zu Beginn abgehackt wirkt und den Hörfluss behindert, dafür wird im Anschluss aber ein um so eingängigeres Stück Musik geboten, dass besonders in einem Partytauglichen Refrain mit Mitgeröhlfaktor begeistern kann. Der Live-Qualität der neuen Songs steht also schon einmal nichts im Wege und eigentlich dürften Anhänger ihrer ersten Scheibe „(Railway to) BlackShore“ nicht wirklich Grund zum Meckern finden. Neben einem Old-School Riff, das das nächste jagt gibt es Querverweise in die eigene Vergangenheit mit Titel wie etwa „Planet Ärger.“ Nur eins lässt sich nicht ausmachen: Wirkliche Entwicklung, oder etwas dass die Lübecker auf lange Sicht hin besonders macht. Das Album macht Spaß, und kann im ersten Moment durchaus überzeugen, da ich für dieses Review nun allerdings verhältnismäßig viel Zeit gebraucht habe, kann ich leider auch sagen, dass sich die Scheibe bei weitem nicht so lange im Player hält wie die vorangegangene EP. Das Album rauscht an einem vorbei und ist definitiv die richtige Anlaufstelle für einen Abend mit viel Bier und der Intention den Kopf auszuschalten, aber gerade solche Musik wird leider schnell langweilig. Und selbst wenn dem nicht so wäre – der Griff zu einem richtigen Venom-Klassiker liegt da oft näher.

Fazit: Schönes Album für zwischendurch, das Spaß macht und keinen richtigen Fan enttäuschen wird. Ich selbst habe nach der voran gegangenen EP euphorisch drauf gewartet und kann auch nicht wirklich sagen enttäuscht worden zu sein – mehr erwartet hatte ich allerdings doch. Das Album steht von vorne bis hinten für BlackShore wie man sie kennen gelernt hat. Die schnell schwindende Langzeit-Motivation sowie die fehlende Eigenständigkeit sind dabei die einzigen Steine im Weg des Trios. Letzteres dürfte aber niemanden wirklich stören, denn die Band legt es ja nicht erst seit gestern gerade zu darauf an, mit ihren großen Einflüssen verglichen zu werden und „Old-School“ zu wirken. Wer also schon immer mal hören wollte wie es klingt wenn ein junger James Hetfield in einer Black Metal Kapelle gröhlt kann beruhigt zugreifen. Ich selbst krame nach einigen Durchläufen lieber noch mal mein Best-Of von Venom aus dem Schrank.

Titelliste von „Legion“

  1. Kaiserschnitt Replikant
  2. Black Metal Untermensch
  3. BadBloodBastardBlues
  4. Golem
  5. Fat, White and Ugly
  6. Nullvoid Hibernaut
  7. Planet Ärger
  8. We are Legion

(7 von 10)

Anspieltips:
> BadBloodBastardBlues
> Fat, White and Ugly

Erscheinungstermin:
16.09.2011

http://www.myspace.com/blackshoremetal

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