Bran Barr - Sidh

Bran Barr – Sidh (Review und Kritik)

Bran Barr - Sidh

Beinahe zehn Jahre nach ihrem Debut, veröffentlichen die Franzosen Bran Barr ihr zweites Album am gleichen Tag, wie ihre Trollzorn Kollegen Nydvind, deren Mitglieder eine Schnittmenge mit Bran Barr bilden. Also umtriebige Gesellen aus dem Pariser Extrem Metal Umfeld mit keltisch orientiertem Pagan Metal. Cruachan lässt grüßen?

Dass auf dem Albumcover mal wieder ein Tier dran glauben musste, hatte ich ja vor kurzem erst beim Debut von Skady. Diesmal befindet sich neben dem blutenden Hirsch aber noch ein langhaariger Oger, den man durchaus mit einem Pagan Metaller nach der Verwandlung zu Hulk verwechseln könnte. Was das mit den Sidhe zu tun hat, dem Elfenvolk aus der keltischen Mythologie, ist mir schleierhaft. Mangels Texte erschließt sich mir leider auch nicht die ganze Geschichte des Albums, die sich schließlich auch um Hirschgott Cernunnos und diversen anderen Gestalten der keltischen Mythenwelt dreht. Anhand der Songtitel haben wir es aber wohl mit einem zusammenhängenden Konzept zu tun.

Bran Barr

Aber genug davon, kommen wir zur Musik und die hat es wirklich in sich. Vor allem der Folkanteil ist wirklich gut gelungen, so wird man von der unvermeidlichen Tin Whistle, diversen Fideln und einem Dudelsack passend irisch unterhalten. Dazu kommt nett anzuhörender und abwechslungsreicher Black Metal, der sich gut in das überwiegend folkige Material einfügt. Tiefe Männerchöre erweitern das Gesangsrepertoire Yoltars, der recht unspektakulär kreischt und dadurch leider wenig Akzente setzen kann. Doch kaum wird clean gesungen, macht die Musik richtig Spaß, lädt zum mitgröhlen und trinken ein. Man kann also kaum meckern, die sägenden Gitarrenriffs sind sehr ordentlich, liefern manch ungehörte Passage und auch im Drum-Sektor wird es keine Beschwerden geben, denn zwischen Blasts und Thrash gibts immer wieder Ruhepausen in denen die Folk-Instrumente sich ausbreiten können. Ordentlich druckvoll produziert ist das Album auch noch dazu, was will man mehr?

Wirkliche Tiefpunkte gibt es nicht, was aber daran liegt, dass Bran Barr auf sehr hohem Niveau musizieren, was heißt, dass kein Stück schlechter ist als das andere. Sei es das gegen Ende richtig fett thrashende „Fury“ oder das eher ruhige, sich auf seine Schönheit verlassende „Passage„, Bran Barr ist wirklich ein schönes Album gelungen, dass man von Cruachan in der Form wohl nicht mehr erwarten kann. Der epische zwölf Minüter „Journey“ und das herrliche Stille Volk-Cover „Ode aux Lointains souverans„, welches auch endlich die französische Sprache zum Einsatz kommen lässt, beschließen eine Stunde Musik, die sich einerseits spielerisch, andererseits aber auch ernsthaft mit Folk und Mythologie auseinandersetzt und für mich alles, was die letzten Jahre an Pagan Metal heraus kam, einfach mal so musikalisch zermalmt!

Fazit: Unbedingt kaufen, denn so schön war Folk Black Metal seit „Tuatha Na Gael“ nicht mehr! Die sympathischen Franzosen hätten es verdient weit nach vorne zu kommen und wenn Trollzorns Nydvind ähnlich toll sind, dann kann man deren Händchen für starken Pagan Metal nur loben. Hoch die Hörner!




Trackliste:

1.Origin – The Birth Of Fearg
2.Celebration – Son of Nuadh Amhach
3.Fury – Exile Of The Orphan
4.Passage – The Curse Of The Manimal
5.The Call – Gathering The Tribes
6.Rebirth – Morgan’s Gift to Righ’Sidh
7.Profedïez
8.Revelation – In The Dominion of Kernunnos
9.Journey – The Grand Quest For The Magical Acorn
10.Ode Aux Lointains Souverains (Stille Volk cover)


Anspieltipps:

Fury, Profedïez, Journey

Erscheinungstermin:

29. Januar 2010

Bran Barr Myspace

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