CD Review UNCHAINED „Collision“

Am 24.08.13 veröffentlichten die Saarbrücker UNCHAINED ihr in Eigenregie entstandes Werk „COLLISION„. Sie selbst bezeichnen sich als Modern Metal, ich persönlich würde es aber eher in den Bereich Metal Core einordnen auch wenn da die typischen Blast Passagen fehlen.
Vom Gesamteindruck erinnert der Sound schwer an Killswitch Engage, allerdings sind die Vocals leider nicht so stark. Von der Instrumentenarbeit her gibt es nichts zu meckern, nirgends klingt es so, als habe man im Studio etwas versprochen, das Live nicht zu halten wäre. So haben es schlußendlich 10 Tracks auf den Rundling geschafft, der damit auf eine Gesamtspielzeit von 47:55 kommt und die zweite Veröffentlichung des 2009 gegründeten Quartetts darstellt.

 


Die Songs im Einzelnen:

Signs of Doom
Ein etwas rumpeliger Einstieg der an Old School Todesblei erinnert, aber recht schnell in melodiöse Passagen wechselt, wie wir sie noch oft auf dieser Platte um die Ohren gepfeffert bekommen. Generell hat der Opener einen offenen, melodiösen, schon fast hymnenhaften Charakter, der in einer munter brachialen Break Down Sektion mündet. Gefällt und macht neugierig auf mehr.

On the Floor
Staccato Riffings und getragene Passagen wechseln sich hier in gutem Mix ab. Generell überwiegt der melancholisch, getragene Charakter. Mir persönlich fehlt da aber so ein bißchen n Haken oder eine schmutzige kleine Melodie die sich festbeißt und nicht mehr loslässt.

Deconstruction
Jaaaaa, Doublebass! Ich liebe Doublebass! Leider gehen die Jungs wieder schnell vom Gas und lassen wieder eine getragene, melancholische Grundstimmung überwiegen, die nur Phasenweise und als Crescendo vorm Outro wieder vom Doublebass geballer abgelöst wird.

Reconstruction
Anhand der Titel lässt sich schon erahnen, dass die zwei Songs zusammengehören sollen. Harmonisch bewegt sich das Thema auch in etwa im gleichen Muster wie Deconstruction. Die ruhige Stimmung überwiegt und cleane Parts wechseln sich mit Coretypischen Schrammelparts. Da dies nun der dritte Song in Folge ist, der nach diesem Strickmuster ruhig – schnell – ruhig – schnell etc. daher kommt und in Tempo und Groove den vorhergegangenen sehr gleicht, kam bei mir an dieser Stelle so langsam eine gewisse Ernüchterung auf und ich hab mir eine krachige Überraschung gewünscht.

Out of my Shell
Zumindest eine kleine Überraschung kommt hier auch. Der Song groovt mehr und wirkt insgesamt etwas kantiger. Und die doch akzeptabel langen Kopfnick-und-Matte-schwing Passagen gefallen auch sehr. Wieder eher eine Midtemponummer was in mir die Hoffnung schwinden lässt, mal was schnelles oder düsterlangsames zu hören zu bekommen. Ok, es ist Metalcore, aber auch da sind Tempospielchen nicht nur in der obligatorischen Breakdown Sektion erlaubt.

Breathe for me
Naja, etwas langsamer und wohl auch etwas düsterer angelehnt kommt das sechste Stück der Platte schon rüber, aber eben nur etwas. Auch hier wieder das gleiche Konstruktionsmuster und es wirkt inzwischen fast so, als würde man einen langen Song mit mehren Kapiteln hören. Das mag gefallen und hat sicher auch seinen Reiz, entspricht aber nicht meinem persönlichen Anspruch an eine Platte, die meiner bescheidenen Meinung nach abwechslungsreicher sein darf. Da wir hier von subjektiven Meinungen reden halten wir fest. Solides Handwerk, melodiöses und härteres wechseln sich ab. Und leider wieder nichts dabei was sich im Gehörgang festbeißt.

The hardest Time
Das Intro lässt einen unvermittelt an den Foo Fighters Song „Everlong“ denken, der Rest geht wie inzwischen zu erwarten war im gleichen Strickmuster weiter, was es mir schwer macht, etwas zu finden was die Songs untereinander abgrenzt und unterscheidet.

Two minds collide
Ein treibender Einstieg gefolgt von einer Passage voll „krummer“ Metri – ich meine einige 7/8 Takte gehört zu haben. Der Rest ist wie zu erwarten war, wie der Rest. Midtempo, abwechselnd melodiös und hart.

Run out of Time
Mich beschleicht das Gefühl diesen Song vorher schon gehört zu haben. Handwerklich wie üblich nichts zu mekern, aber auch so das Gleiche wie der Rest der Platte.

The Story anew
Ok, hier kommt die ersehnte Abwechslung. Der Anfang erinnert zu 100% an Planet Caravan in der Interpretation von Pantera. Allerdings bleibt es nicht so ruhig, das volle Fratzengeballer geht danach los. Na bitte, geht doch! Warum erst beim letzten Song?!? Der Chorus beißt sich sofort fest, groovt wie sau und die Nummer geht tierisch nach vorne. Die obligatorische Breakdown Sektion bietet noch eine Überraschung; durch den langsamen Leadgitarrenlauf fühlt man sich an My Dying Brides „the Cry of mankind“ erinnert. Zusammen mit Out of my Shell mein zweiter Favorit von diesem Album.

 

Unterm Strich:
Handwerklich kann ich nicht meckern. Die Produktion ist sauber, klingt und nichts wirkt übermäßig in den Vordergrund gedrängt. Soweit sind alle Formalitäten eines guten Albums erfüllt.
Was mir allerdings sehr gefehlt hat waren die Eier und der Mut bei der Produktion. Bis auf „Out of my Shell“ und „The Story anew“ wirken die Songs beliebig und austauschbar. So als wäre bei der Produktion und dem Schreiben auf Nummer sicher gegangen worden. Schade eigentlich, denn den Musikern ist sicher mehr zuzutrauen und für das nächste Album würde ich mir wünschen, dass sie mutiger beim Songwriting sind und auch mehr Ecken und Kanten zulassen die das Ganze für den Hörer griffiger machen würden.

Mir bleibt so aber leider nur 6 vom 10 Punkten zu geben, lasse mich beim Folgealbum aber sehr gerne eines Besseren belehren.

 

 

Macht Euch ruhig selbst einen Eindruck, hier findet Ihr Hörproben.

 

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