Centhron - Dominator

Centhron – Dominator (Review und Kritik)

Centhron - Dominator

Centhron bestehen nun auch schon seit 10 Jahren, wie die Zeit vergeht…

Während dieser Zeit gab es genug Diskussionen um die angebliche Rechtsorientierung des Bremer Trios um Elmar Schmidt, aber die Gruppe hat sich trotzdem durchgebissen und festigt nun mit dem neuen Album „Dominator“ ihre Vormachtstellung auf den Tanzflächen für hartes Elektronisches.

So legt das Album in perfekter Verbindung zum passenden Cover mit dem Song „Leitwolf“ gekonnt los. „Ich führe, und du folgst.“ Folgen zum Beat kann man hier in der Tat sehr gut, der Bass lässt meine Fensterscheiben klirren, und bedrohlich rutschen CD-Hüllen zum Regal-Ende.

Überhaupt scheint der Schwerpunkt hier noch stärker auf Clubtauglichkeit ausgelegt worden zu sein, als das schon bei „Roter Stern“ der Fall war. Die Musik hat seit „Lichtsucher“ deutlich an Härte zugelegt. Was dabei allerdings unangenehm auffällt, ist die Stilbreite, die sich Centhron dadurch nehmen – zugunsten von ballernden Beats und schneller Tanzmusik wurden Klangspielereien, wie sie noch auf den ersten Alben zu finden waren, stark reduziert.

Leitwolf Elmar im Vordergrund

Aber die Trauer nach Vergangenem bringt ja auch nichts, schauen wir mal, wie sich Centhron gemausert haben, schließlich sollen sie ja auch nicht stillstehen.

Die Themen der Songs sind wie immer die Bewährten: Krieg, Sex und Gewalt. Vereinzelt durchstoßen Titel wie „Höllenhunde“ oder „Kind des Wehrmuts“ dieses ein wenig festgefahrene Stigma.

Elmar’s hochgradig verzerrte Stimme schreit die vor Blut und Sperma triefenden Texte nur so heraus, wobei die Struktur eher einfach gehalten ist. Im Hintergrund wummert ein monotoner Beat, davor immer wieder Lärmvariationen. Mag sicherlich manchen gefallen, nur wird dem ein oder anderen geneigten Tänzer wirklich nach einer halben Stunde der Schädel gespalten, wie schon im Pressetext zum Album angekündigt.

Musikalisch wie textlich ist der Titelsong „Dominator“ der Höhepunkt des Albums, hier zeigen Centhron, dass sie nichts von ihrem Handwerk, das sie 2003 in die DUC katapultierte, verlernt haben.

Fazit:

Ein Album, das ganz klar für die Tanzfläche geschaffen wurde, und zwar durch und durch. In diesem Rahmen wurden ein paar Kompromisse bei der Vielfalt eingegangen, aber dennoch ein wenig experimentiert. Die Vortragsweise der Texte könnte etwas vielfältiger sein, ansonsten gibt es an diesem Tonträger nicht viel auszusetzen. Mir persönlich klingt das Ganze jedoch zu sehr nach Haudrauf, ein wenig mehr Tiefgang, wie man ihn noch auf den vorigen Alben fand, wäre schön gewesen.

Titelliste:

1. Leitwolf

2. Kopfschuss

3. 666

4. Gang Bang Dolly

5. Atomschlag

6. Cunt

7. Die Stalinorgeln

8. So Sterbe Ich

9. Kind Des Wehrmuts

10. Dominator

11. Höllenhunde

12. Faust

13. Slave

(7/10)

Veröffentlichungstermin:

Bereits erschienen

Links:

http://www.myspace.com/centhron

http://www.darkdimensions.de/

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