Coronatus - Porta Obscura

Coronatus – Porta Obscura (Review und Kritik)

Coronatus - Porta Obscura
Coronatus - Porta Obscura

Am 28. November 2008 wird es soweit sein: Die verborgene Tür wird sich der Welt öffnen und in die wunderbare klangliche Welt des Gothic Metal einladen. „Porta Obscura“, das zweite Album der seit 2004 bestehenden deutschen Band Coronatus, soll an den Erfolg des 2007 veröffentlichten Debütalbum „Lux Noctis“, dem Licht der Nacht, anknüpfen. Charakteristisch für die Gekrönten sind die beiden Sängerinnen, die sich durch ihre unterschiedlichen Stimnmtypen wunderbar ergänzen und einen unverwechselbaren Gesang schaffen.

Mit Carmen R. Schäfer und Ada Flechtner, die für Viola Schuch nach den Aufnahmen zu Lux Noctis eingesprungen ist, findet sich eine einmalige Kombination von klassischem Sopran und rockiger Stimme, welche bei den Aufnahmen zu Porta Obscura von 2 Gitarristen unterstützt wurden. Desweiteren bereichern Fabian Merkt (Keyboards) und Chriz DiAnno (Bass) die 1999 zunächst von Mats Kurth (Drums) und Georgios Grigoriadis als Projekt gegründete Band.

„Intrate Porta Obscura!“, so fordern die Sängerinnen im düster-melodischen Prolog den Hörer auf – „Durchschreitet die verborgene Tür!“. Und es lohnt sich: „Exitus“ wartet mit schnellen Drums und lateinischem Gesang auf, dem es nicht an Tiefe und Variationen fehlt. Ein gelungener Einstieg in das neue Album, doch dem nicht genug. Mit dem nächsten Song, „Fallen“, zeigen die beiden Sängerinnen, was sie können. Diesmal mit deutschem Gesang mischen sich die beiden Stimmlagen einfach fantastisch, auch die Gradwanderung zwischen ruhiger Melodie und treibendem Doublebass ist als gelungenes Kunststück zu sehen.

Ein weiteres Highlight hinter der verborgenen Tür nennt sich „Cast My Spell“, welcher von Anfang an mit voller Energie in Drums und E-Gitarre nach zwei eher melodisch soliden, aber unauffälligen Songs den Hörer überrascht. Im Kontrast zu „Fallen“ dominiert diesmal der klare Sopran die Gesangsparts. Der wunderbare Refrain überzeugt hier sofort, die instrumentale Umsetzung rundet den Song gut ab.

Zur Abwechselung folgt eine ruhige Ballade, welche von Klavier und ruhigen Streichern begleitet wird. „In your hands“ ist der ruhigste und mit Abstand kürzeste Song des Albums – jedoch ein ganz klarer Beweis, dass Coronatus mehr drauf hat als schöner Gesang und ewig gleiche Drums, letztere kommen in diesen Song gar nicht vor.

Anschließend wird es noch einmal richtig rockig: Mit „Mein Herz“ schaffen Coronatus es, einen durchaus tanzflächentauglichen Hit auf das Album zu zaubern. Erstmals mit harten Gitarrenklängen im Vordergrund und, wie gewohnt, überwältigendem Gesang. Auf das eher schleppende und nicht ganz überzeugende „Am Kreuz“ folgt eine Hymne auf „Der Vierte Reiter“, der teils auf deutsch, teils auf englisch besungen wird, eine Robin Hood gleichende Figur, die nach Gerechtigkeit strebend den Reichen nimmt und den Armen gibt. Rockig harte Drums und melodisch-ruhiger Gesang halten sich die Waage, dazu die hintergründige Klavierbegleitung machen den Song zu einem durch und durch soliden Werk.

Als letzter Song des Albums erwartet den Hörer der Titel „Strahlenster Erster“, der sich zwischen erwartungsvollen, stakkattohaften Trommelschlägen zu melodisch wechselndem Gesang und rockigeren, soprandominierten Refrain bewegt. Mit den abschließenden Worten „Ein Engel stirbt in unseren Armen“ schließt sich die Tür wieder – jedoch nicht für Eigentümer des limitierten Digipaks. Diese dürfen sich noch an der diesmal vollständig auf Latein gesungenen dunkle Blume. „Flos Obscura“, welche schon auf dem ersten Album veröffentlicht wurde, ist noch einmal überarbeitet und mit der Unterstützung eines Orchesters neu aufgenommen worden. Der zweite Bonustrack nennt sich „Volles Leben“ und stammt aus den Projekttagen von 2002. Dieser allererste Coronatus-Song, im Gegensatz zu der Version auf „Lux Noctis“ noch mit männlicher Gesangsstimme, verschafft dem Hörer einen Eindruck, wie sich Coronatus entwickelt hat seit jener Zeit. Auch wenn die Stimme die Atmosphäre des Songs gut umsetzt, sind die zwei Sängerinnen eine entscheidende Bereicherung für die Band.

Gussi

Fazit: Eines ist klar: Coronatus lebt von dem herrlichen Gesang der beiden Gesangsstimmen, die in jedem Song überzeugen und den Hörer fesseln, auch wenn die instrumentalen Variationen zu kurz kommen. Textlich stark und stimmlich überzeugend liegt mit „Porta Obscura“ ein überzeugendes zweites Album dieser Band vor, die gewiss einiges an Potential bietet. Besonders erfreulich ist auch die Variation der Texte in Deutsch, Latein und Englisch, die sich als sehr gelungen erweist und an keiner Stelle, wie es oft bei anderen Bands der Fall ist, beim Sprachenwechsel billig und einfallslos klingt.


Tracklist:

  1. Prologue
  2. Exitus
  3. Fallen
  4. In Silence
  5. Beauty in Black
  6. Cast My Spell
  7. In your Hands
  8. Mein Herz
  9. Am Kreuz
  10. Der Vierte Reiter
  11. Strahlendster Erster
  12. Flos Obscura (Bonus)
  13. Volles Leben (2002) (Bonus)


( 6 / 10 )
( 6 / 10 )


Release: 28.11.2008

Anspieltipps:

Fallen
Cast my Spell
Mein Herz

Band Homepage: www.coronatus.net

MySpace: www.myspace.com/coronatus

About Gussi

Check Also

Wave-Gotik-Treffen Leipzig – Letzter Tag – Gelungener Abschluss

Das Wave-Gotik-Treffen in Leipzig färbt  jedes Jahr eine Stadt in einen musikalischen Szenemodus mit vielen …

  • Bieberpelz

    Wunderschön geschrieben Rezension.

    Ich denke das ich auch mal reinhören sollte. *CD wieder krall und fies lach*