Cryptic Wintermoon - The age of cataclysm

Cryptic Wintermoon – The age of cataclysm (Review und Kritik)

Cryptic Wintermoon - The age of cataclysm

Hatten wir vor kurzem das neue selbst veröffentlichte Album „Fear“ der Oberfranken Cryptic Wintermoon auf unserem Prüfstand, gehen wir nun einen Schritt zehn Jahre in die Vergangenheit und widmen uns dem, meiner bescheidenen Meinung nach, immer noch besten Album der siebzehnjährigen Bandgeschichte. „The age of cataclysm“ war 1999 mehr als nur ein Geheimtipp, gab es doch von Seiten der großen Printmagazine euphorische Reviews zum Album und bei meinem (volltrunkenen) Marsch durch den Stau vor dem With Full Force damals, erschallte aus nicht wenigen Autos ein Stück aus Cryptic Wintermoons Debut. Das und die Tatsache, dass die Band aus meinem näheren Umkreis stammt und ich somit sicherlich auch persönliche, wenig objektive Erinnerungen damit verbinde, macht aus diesem Review eher eine Reise zurück in die Erinnerung.

Schon allein das untypische Cover war damals einzigartig, in einer Zeit, in der gerade so etwas beliebt war:

Da hob sich das surreal bunte Cover ohne Kriegsverherrlichung und Gehörntenpreisung tatsächlich schon ab vom Rest, ist aber auch logisch, da Cryptic Wintermoon schon damals nicht den wirklich typischen Black Metal spielten. „The age of cataclysm“ ist schwer melodisch, ohne kitschig zu sein, besitzt Bombast, ohne in Mystic Circle Manier das Songwriting aussen vor zu lassen und ist epischer als 90 % der in den zehn Jahren später folgenden Pagan Welle-Bands es sein wird. Allein „Blood of the dragon“ haut gänzlich alles weg, was sich „Bombast“ schimpft und das mit einer eher merkwürdigen Produktion, die zwar sämtlichen Instrumenten viel Luft zum atmen, doch auch viel Hall dazu gibt, was aber gerade dem Gesang, Ronnys bester im übrigen, viel Atmosphäre verschafft. Klar, Keyboards gibt es ohne Ende, was damals einfach beliebt war und heuer meist wieder in gesundem Maße getätigt wird, und so gibts auch bei „The age of cataclysm“ dieses Mitte bis Ende der 90er Gefühl, die Zeit als sich der Black Metal langsam dem Kommerz öffnete und eben solche unvergleichlichen Last Episode-Bands wie Forsth oder Nebular Moon zum Vorschein brachte.

Cryptic Wintermoon

Crpytic Wintermoon haben sich im Laufe der Jahre zwar weiter dem Death und Thrash Metal-Einflüssen gebeugt, doch auch heute können die Trademarks, die damals gesetzt wurden, immer noch ausgemacht werden. Urschwedische Riffs, herrlich melodische Leads, gesangliche Abwechslung, alles ist dabei. Von der walzenden Death-Granate „Necrobiosis“ über die leicht melancholischen Ohrwürmer „Angels never die“ und „When daylight dies“ zeigen Cryptic Wintermoon eine Abwechslung, wie man sie heute fast schon etwas vermisst, denn alles wird so homogen vermengt, dass man sofort erkennt, welche Band gerade spielt. Und das ist ja schon mal ein gutes Zeichen, was den Wiedererkennungswert betrifft. Dazu kommt, dass das Album mit einer vollen Stunde Spielzeit und dreizehn Tracks inklusive Intro und Outro auch noch viel Material fürs Geld gibt, was will man also mehr?


Fazit: Wieso es der Band dennoch nicht zum Durchbruch gereicht hat, hat wohl viele Gründe. Einer davon könnte eben sein, dass der Wechsel von Hobby-Band neben Arbeit/Studium/was auch immer zur professionellen Tour-Band nicht möglich war, oder Besetzungswechsel dafür sorgten, denn live aktiv war die Band durchaus. Hauptgrund aber liefert wohl der Vertrag mit Ars Metalli, die kurze Zeit später pleite gingen. „The age of cataclysm“ selbst war dann leider jahrelang schwer erhältlich, wofür der Niedergang des Labels Ars Metalli zur Genüge sorgte. Eine Wiederveröffentlichung bei Black Attakk (Nachfolger von Last Episode) im Jahre 2004 war auch nicht gerade einfach, aber immerhin ist das Album wieder halbwegs erhältlich geworden, auch wenn Black Attakk mittlerweile wieder in der Versenkung verschwunden sind, nicht ohne einige Bands um ihr Geld zu prellen. Erst vier Jahre nach „The age of cataclysm“ folgte „A coming storm„, welches bei Massacre Records quasi eine Art Neuanfang darstellte und viel von der Atmosphäre des Debuts vermissen ließ. Für mich ist „The age of cataclysm“ immer noch ein nostalgisches, gelungenes Werk einer Band, die leider zwischen den Labels aufgerieben wurde und hoffentlich nun mit neuen Album unter eigener Fahne zu neuen Kräften kommt!


Trackliste:

  1. The cataclysm
  2. The abyssal spectre
  3. Born in fire
  4. Into ashes
  5. Fallen kingdoms
  6. When daylight dies
  7. Blood of the dragon
  8. Winter of apocalypse
  9. Black moon
  10. Angels never die
  11. Gods of fire and ice
  12. Necrobiosis
  13. Dawn of ages

Erscheinungsdatum:

1999 Ars Metalli, 2004 Black Attakk im Digipak mit Bonustracks

Cryptic Wintermoon Myspace

Cryptic Wintermoon Homepage

About Iskharian

Check Also

Stone Sour besser denn je: Hydrograd

Vor 25 Jahren hat Slipknot Frontmann Corey Taylor Stone Sour gegründet. Auch wenn es eine …