Eternal Kingdom

Cult of Luna – Eternal Kingdom (Review und Kritik)

Eternal Kingdom
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Cult of Luna – Eternal Kingdom (Review und Kritik)

Cult of Luna. Hinter diesem mystisch klingenden Namen verbergen sich acht Leute aus der schwedischen Stadt Umeå, welche sich im Jahre 1998 zusammenfanden, um zusammen Musik zu machen. Das Ergebnis hierbei lässt sich als Doomcore bezeichnen – eine Mischung aus Doom Metal und Post-Hardcore. Zwei vollkommen unterschiedliche Genres, die eigentlich nicht zusammenpassen – so dachte ich jedenfalls. In der Praxis sind Hybride aus Metal und Hardcore zwar schon lange Gang und Gäbe – Musikrichtungen wie Metalcore oder Deathcore sollten wohl jedem geläufig sein –, aber Doomcore und Cult of Luna klingen doch völlig anders als diese.

All dies war mir jedoch noch nicht bewusst, als ich vor einigen Monaten im Plattenladen meines Vertrauens in der Gothic-Abteilung stöberte und auf ihr im Jahr 2008 erschienenes neuestes Album „Eternal Kingdom“ stieß. Dieses machte, schon leicht zerkratzt, auf den ersten Blick auch keinen besonders vielversprechenden Eindruck, aber da ich mit dem festen Vorsatz gekommen war, mich in dem Laden um mindestens 10 Euro zu erleichtern, nahm ich es kurzerhand mit nach Hause. Normalerweise tätige ich eher keine Blindkäufe, also war ich entsprechend gespannt, was mich bei meinem Ausflug ins „ewige Königreich“ erwarten würde.

Der Opener „Owlwood“ passt vom Titel her zumindest schon mal ganz gut zum Albumcover, welches eine Art Dämon mit Eulenkopf zeigt. Musikalisch erwartet den Hörer ein – wie für Doom typisch – recht langsamer Titel, unterlegt mit hämmerndem Schlagzeug und einem mehrminütigen Outro. Das Lied wirkt sperrig und apokalyptisch, macht aber keinen schlechten Eindruck. Als etwas störend empfand ich beim ersten Hören lediglich den Gesang, an dem die Post-Hardcore-Anleihen der Band doch ziemlich deutlich werden. Daran konnte ich mich mittlerweile aber gewöhnen und empfinde sie jetzt durchaus als passend.

Cult Of Luna
Cult Of Luna

Etwas melodischer präsentiert sich anschließend der ebenfalls gute Titeltrack „Eternal Kingdom“.

Der darauf folgende Song, „Ghost Trail“, stellt für mich den Höhepunkt des Albums dar. Er beginnt sehr gemächlich und spärlich instrumentiert, steigert sich aber immer weiter bis zum atmosphärisch sehr dichten Höhepunkt, um danach wieder sehr ruhig zu werden, bis dann, unerwartet, das Schlagzeug wieder losbricht und die Band noch mal alles gibt, um das Lied zu einem furiosen Ende zu führen. Das Lied hat mich sehr beeindruckt und gehört nun auch insgesamt gesehen zu meinen Lieblingsliedern.

Nach einer ziemlich mystisch klingenden Interlude folgt das Lied „Mire Deep“, welches durch sein im Vergleich zum Vorhergehenden ungewohntes, elektronisch-verzerrt wirkendes Intro auffällt. Der Stil wird fortgesetzt, doch wirkt es aufgrund mehrer derartiger Sequenzen psychedelischer.
Fortgesetzt wird das Album mit „The Great Migration“, ein weiteres langsames Lied, welches wieder schleppend beginnt und ziemlich abrupt aufhört. Mit „Österbotten“ folgt ein ruhiges, elektronisch angehauchtes Zwischenspiel. Das folgende Lied, „Curse“, beginnt wieder recht ruhig, diesmal wirkt es aber weniger schleppend, sondern vielmehr entspannend – zumindest so lange, bis wieder die apokalyptisch klingenden Gitarrenriffs einsetzen.
„Ugín“ stellt ein weiteres Zwischenspiel dar. Diesmal handelt es sich hierbei um Gitarrenklänge vor einer Kulisse aus vollkommener Stille.
Abgeschlossen wird das Album dann durch das sehr atmosphärische Lied „Following Betulas“, welches einen würdigen Abschluss des Albums darstellt und zum Ende hin ziemlich feierlich, geradezu pathetisch, klingt. Definitiv ist es ein weiteres Highlight.

Die Musik ist zusammengefasst meistens relativ langsam und schlagzeuglastig, sehr ruhige Passagen wechseln sich oft mit atmosphärischen Gitarrenriffs ab, wobei eine irgendwie apokalyptische Stimmung erzeugt wird. Erinnert mich stellenweise sehr an Progressive Metal.
Ein kleiner Kritikpunkt sei mir aber gegönnt: Bis auf „Ghost Trail“ und „Following Betulas“ blieben mir nur wenige Songs wirklich im Gedächtnis hängen. Ich könnte diese Lieder, vor allem „Ghost Trail“, immer wieder hören, die anderen stechen leider weniger heraus – was aber keinesfalls heißen soll, dass sie nicht gut wären. Es mag lediglich an der prinzipiell immer recht ähnlichen Stimmung der Songs liegen.

Fazit:
Insgesamt haben Cult of Luna mit „Eternal Kingdom“ ein sehr gutes Album abgeliefert. Ein einheitlicher Stil zieht sich durch das gesamte Album, aber es sind in den Liedern genug Details vorhanden, um sie auch auf lange Sicht interessant zu machen. Sollte ich auf ein weiteres Album der Band stoßen, werde ich vor einem Kauf garantiert nicht zurückscheuen und ich kann auch jedem anderen Freund atmosphärischer Musik, den auch Hardcore-Einflüsse nicht schrecken, nur raten, den Schweden eine Chance zu geben.

Trackliste:

  1. Owlwood
  2. Eternal Kingdom
  3. Ghost Trail
  4. The Lure (Interlude)
  5. Mire Deep
  6. The Great Migration
  7. Österbotten
  8. Curse
  9. Ugín
  10. Following Betulas


(9/10)
(9/10)

Anspieltipps:


  • Eternal Kingdom
  • Ghost Trail
  • Following Betulas

Erscheinungsdatum:
2008 erschienen

Cult of Luna – Homepage
Cult of Luna auf Myspace

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