Dalriada – Ígéret (Review und Kritik)

Dalriada - Ígéret

Dalriada? Nie gehört!”, mag so manch einer denken. Mit Recht, denn während die Band in ihrer Heimat Ungarn zu den ganz Großen gehört, ist sie in Westeuropa noch weitgehend unbekannt.

Die Wurzeln der ungarischen Folk Metal Band gehen zurück ins Jahr 1998, als Gründer und Bandkopf András Ficzek in der westungarischen Stadt Sopron eine Heavy Metal Band gründete. 2003 entstand daraus die Band Echo of Dalriada, die es sich zum Ziel gemacht hatte, Metal mit heimischer Folklore zu verbinden. Dieser Name wurde 2007 zu Dalriada vereinfacht. Im selben Jahr erreichte die Band mit ihrem dritten Album Szelek den zweiten Platz der Ungarischen Charts. 2009 wurde sie für den wichtigsten ungarischen Musik-Preis nominiert. Für 2011 sind Auftritte in ganz Europa geplant.

Dalriada, so hieß das erste schottische Königreich. Doch Sprachwissenschaftler wollen die Wurzeln dieses Wortes im Alt-Ungarischen gefunden haben, wo es „Kriegsgesang“ bedeutet. Sehr passend, denn laut und kriegerisch kommen die Metaller daher auf ihrem sechsten, aber ersten weltweit vertriebenen, Album Ígéret, bei dem sich inzwischen auch Elemente aus Death und Gothic Metal sowie Humppa in den einzigartigen Stil der Band eingeschlichen haben.

Alle Songs sind in der Muttersprache des Sextetts verfasst, was es einem als Deutschem, der des Ungarischen nicht mächtig ist, ein bisschen erschwert, einen Zugang zu finden. Trotzdem lohnt es sich, in dieses Album einmal hineinzuhören, denn gerade die Fremdartigkeit von Sprache und Melodie macht einen großen Teil seines Reizes aus.

Was schon beim ersten Anhören auffällt, ist, dass die Songs, obwohl stilistisch teils recht unterschiedlich, doch sehr gut miteinander harmonieren. Abgesehen von Intro und Outro, die man eher als „gewöhnungsbedürftig“ bezeichnen kann, sind alle Stücke definitiv partytauglich. Wobei man vielleicht vorher die Wodkagläser in Sicherheit bringen sollte …

Die Lead-Sängerin Laura Binder hat eine angenehme, klare Stimme, die niemals schrill wird, während Barnabás Ungár (Keyboards) und Tadeusz Rieckmann (Drums) mit harschen Growls für einen interessanten Kontrapunkt sorgen. Im zehnten Stück, Leszek a Hold, gibt es als besonderes Highlight zudem noch einen Gastauftritt von Jonne Järvelä, dem Sänger von Korpiklaani, der einige Verse des Epos Kalevala auf Finnisch vorträgt. Mehrere Gitarren- und Schlagzeug-Soli beweisen, dass diese Band nicht nur gesanglich, sondern auch musikalisch eine Menge drauf hat.

Fazit: Auch wenn die Sprache eine gewisse Barriere bildet, können Dalriada auf Ígéret durch ihre harmonischen Kompositionen überzeugen und nach dem ersten „Kulturschock“ durchaus Lust auf mehr machen. Besonders zu loben sind der Abwechslungsreichtum und die klangliche Vielfalt der Stücke. Wer Folk Metal mag und osteuropäischer Folklore gegenüber aufgeschlossen ist, wird den Kauf dieses Albums keinesfalls bereuen.

9/10
9/10

Erscheinungsdatum: 18. Februar 2011

Anspieltipps:
Hajdutanc
Ígéret
Kinizsi Mulatsága

Tracklist:
01. Intro
02. Hajdútánc
03. Hozd el, Isten
04. Mennyei Harang
05. Ígéret
06. Igazi Tüz
07. Kinizsi Mulatsága
08. A Hadak Útja
09. Leszek a Csillag
10. Leszek a Hold (feat. Jonne Järvelä)
11. Outro

Dalriada

Dalriada im Internet:

http://www.dalriada.hu
http://www.myspace.com/dalriadahu
http://www.facebook.com/Dalriadahu

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=9F7b4skyUy4

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  • Also wenn die Sprache einem den Zugang erschwert, sollte man sich fragen, ob man wirklich offen für Musik ist. Oder vielleicht doch vorauseilend szenegeprägt….
    Gerade Musik solcher Gruppen wie Dalriada, Arkona(ru) oder Alkonost gewinnt doch durch die Sprache an Reiz, find ich….

  • Azathoth

    Jetzt hab ich das Album komplett, muss sagen, selten was abwechslungsreicheres im Folk Sektor gehoert.