Dark Solitary: At Sea Compilations – Interview Teil II

Im zweiten Teil des Interviews mit Axel Meßinger, dem Kopf hinter At Sea Compilations,  werfen wir einen genauen Blick auf die einzelnen Sampler dieser Reihe und die Arbeit, die für diese nötig ist.


FotoFindest du Sampler/Compilations nicht überholt? Immerhin haben selbst einige grosse Printmagazine schließlich entweder ihre Preise für die teilnehmenden Bands gesenkt oder wie Orkus! ganz kostenlos gemacht.
Nö, nicht wenn sie richtig recherchiert und zusammengestellt sind. Dazu braucht es natürlich ein inhaltliches Konzept und welche Atmosphäre ich transportieren möchte.
Dazu gehört aber auch mehr als nur ein paar Songs ziellos aneinanderzureihen, wie es die Printmagazine über Jahre gemacht haben. Man kann Aggrotech, Mittelalter und Gothic-Metal nicht einfach aneinanderreihen. Im Endeffekt überspringt man als Hörer das Meiste, weil kein roter Faden erkennbar ist und dann hat man das Ziel verfehlt. Oder hast Du Dir je einen dieser CD-Sampler aus den Printmagazinen schon mal richtig intensiv angehört?

Sampler allgemein sind ein wunderbares Mittel um Musik vorzustellen. Es kommt aber auch drauf an, wie man solch einen Sampler gestaltet. Und natürlich ist die Häufigkeit extrem wichtig! Würde ich monatlich Sampler herausgeben (was schon zeittechnisch unmöglich wäre), würden die Hörer irgendwann das Interesse verlieren. Aber drei- bis viermal im Jahr ist ideal. Ich als Hörer möchte ja auch verarbeiten, was mir da angeboten wird und wenn mir ein Song gefällt, dann höre ich auch mal in die anderen Songs der Band und bestelle dann vielleicht ein Album. Das ist aber etwas, was man nicht jeden Monat machen kann, besonders wenn man andere Hobbies, Arbeit und vielleicht noch Familie hat. Zudem würde eine dunkelromantische Zusammenstellung wie Snowflakes auch die Besonderheit verlieren, wenn es das mehr als einmal im Jahr geben würde.

Wie finanzierst du die ganze Organisation von At Sea Compilations und von welchen Dimensionen reden wir hier überhaupt? Müssen sich interessierte Bands finanziell an Produktionskosten beteiligen oder zahlst du das alles aus eigener Tasche?
Ich bin in der glücklichen Lage, dass mir der Danijel einen äußerst fairen Freundschaftspreis für das Mastering der Compilations anbietet, weil er das Projekt selbst sehr mag. An dieser Stelle auch ein großes Dankeschön, ohne ihn würde es At Sea Compilations nicht in dieser Form geben!  Im Endeffekt bezahle ich Mastering, Webseite und alles was noch dazu gehört aus eigener Tasche. Die Hörer sind aber eingeladen, etwas zu Spenden, wenn ihnen das Projekt gefällt. Auf der Homepage ist transparent immer der aktuelle Spendenstand zu sehen. Das eingenommene Geld wird dann für die Kosten verwendet.

Bands müssen sich nicht finanziell beteiligen (wenn sie nicht unbedingt wollen). Man hat als Musiker schon so viel zu bezahlen, da muss ich nicht auch noch kommen. Es würde dem Ganzen auch ein Stück weit den Spaß rauben.

Greifst du wie schon bei Dark Feather wieder auf externe Künstler wie Grafiker zurück?
Das Layout selbst wird entweder von der Maria oder gelegentlich auch von dem rAk (dessen richtigen Namen ich jetzt mal gekonnt verschweige) gemacht. Auch diesen beiden Menschen bin ich an dieser Stelle dankbar, ohne deren Mithilfe das Projekt ebenso unmöglich wäre. Die Grafiken selbst stammen entweder aus deren Fundus oder von Menschen, die das Projekt toll finden und gerne etwas Grafisches beisteuern wollen. Auch diesen Menschen sei ein großes Dankeschön ausgesprochen.

Alright, dann wenden wir uns doch mal chronologisch den besagten Compilations zu, die du in den letzten Jahren unter dem Banner At Sea Compilations herausgebracht hast. Fast jede dieser Compilations stand unter einem monothematischen Motto. Fühle dich frei, unseren Lesern zu jedem Release einen Einblick zu geben und diese vorzustellen:

Snowflakes ISnowflakes I (2012)
Der erste Snowflakes-Teil nimmt sicherlich eine Sonderstellung ein. Zum einen sind zum Großteil Bands vertreten, die wir damals in der Dark Feather vorgestellt haben. Es war also auch in gewisser Weise mein persönliches Best-Of aus zwei Jahren Dark Feather Mitarbeit. Zum anderen hatte ich noch keinen wirklichen Plan, wie eine in sich stimmige Musikzusammenstellung aussehen könnte, welche Songstrukturen zusammenpassen, etc. Das hört man in zum Teil auch überdeutlich. Von den Bands selbst her ist die Compi aber immer noch toll!

Snowflakes II (2013)Snowflakes II
Auch der zweite Teil hat in gewisser Weise noch dieselben Probleme wie der Vorgänger. Es ist zwar schon etwas strukturierter, aber im Endeffekt nicht ganz so ausgefallen, was ich mir unter Snowflakes am  Anfang vorgestellt habe. Es ist aber insofern eine interessante Veröffentlichung, weil es die ersten musikalischen Elemente einführt, die dann beim dritten Teil vollständig zur Entfaltung gekommen sind. Wenn man die drei Snowflakes-Ausgaben hintereinander hört, dann wird die Entwicklung bewusst.

Twist The Past 1Twist The Past I (2014)
Nach zwei ruhigeren Compilations wollte ich etwas Tanzbareres veröffentlichen. Twist The Past I legt das Hauptaugenmerk auf Post-Punk und Wave-Musik. Rockige Songs wechseln sich mit wavigeren Klängen ab, eine gute Mischung! In gewisser Weise ist Twist The Past I musikalisch sehr amerikanisch – nicht nur weil viele vertretene Bands aus den USA kommen, sondern weil es auch viele E-Gitarren zu hören gibt und der Wave-Teil nicht ganz so „düdelig“ daherkommt.
Zudem ist es ab hier auch gelungen einen musikalischen Faden durch die Veröffentlichungen zu ziehen. Das finde ich bis heute bei einer Musikzusammenstellung wichtig, dass Songübergänge harmonisch verlaufen, die Songstrukturen zueinander passen.

 

KlangrauschKlangrausch (2014)
Seit vielen Jahren bin ich ein großer Fan von Singer/Songwriter-Musik. Mein Ziel war es hier erstmal musikalisch aus der „schwarzen Szene“ auszubrechen und gleichzeitig auch diesem wunderbaren Genre eine Zusammenstellung zu widmen. Viele haben, wenn sie an Singer/Songwriter-Musik denken, leider immer noch ein sehr verstaubtes Klischeebild im Kopf. Für mich ist Singer/Songwriter das ehrlichste und authentischste Musikgenre das es gibt und ich denke, dass ich das in dieser, in Teilen recht melancholischen aber auch modernen, Zusammenstellung ganz gut eingefangen habe.

Snowflakes IIISnowflakes III (2014)
Mit den beiden vorherigen Veröffentlichungen habe ich einen Blick für eine strukturelle Musikzusammenstellung bekommen. Dies hört man in der dritten Ausgabe im Vergleich zu den beiden ersten Snowflakes-Zusammenstellungen überdeutlich. Dabei gibt es zwei Teile: Während man im ersten Teil verschiedene Folkstile vorfindet, die mit Fortschreiten immer dunkler werden; dominieren in der zweiten Hälfte Neoklassik, Ethereal und Pianostücke. Die ganze Atmosphäre ist sehr dunkel, melancholisch und perfekt für einen Winterabend mit einem Glas guten Rotwein. Gleichzeitig ist Snowflakes III aber auch eine sehr komplexe und anspruchsvolle Zusammenstellung, die nicht für Jeden zugänglich ist, das gebe ich gerne zu. Insgesamt ging der  Veröffentlichung eine Recherche von einem halben Jahr voraus, das war schon sehr kräftezehrend! Aber mit dem Endergebnis bin ich extrem zufrieden und ich habe schon ein wenig Sorge, wie der vierte Teil aussehen soll, da die Messlatte extrem nach oben geschraubt wurde. Kurzzeitig habe ich deswegen sogar mit den Gedanken gespielt Snowflakes nach dieser Ausgabe nicht mehr weiterzuführen. *lach* Natürlich wird es Snowflakes IV geben, aber höchstwahrscheinlich wieder mit einem etwas anderen Konzept.

Twist The Past 2Twist The Past II (2015)
Nachdem der erste Teil unglaublich gut aufgenommen wurde, musste natürlich ein Zweiter her. Während im ersten Teil quasi die US-Seite der heutigen Wave-Musik unter die Lupe genommen wurde, ist der zweite Teil viel europäischer. Es gibt mehr Gitarren-Wave, weniger Punk, dafür viel mehr Keybords. Mit Bands wie Minuit Machine, Ash Code, Schonwald oder auch Varsovie ist die Speerspitze der heutigen europäischen Wave-Musik vertreten, was der Zusammenstellung eine schöne Abrundung gibt.

EfflorescenceEfflorescence (2015)
Die neueste Veröffentlichung geht wieder ein wenig weg von der schwarzen Szene und wendet sich mehr der Dream Pop und Shoegaze Musik zu. Ursprünglich wollte ich eine Compilation machen, die ein wenig in der Tradition der alten Heavenly Voices Reihe aus den 90ern steht. Daraus ist dann eine sehr sphärische Sammlung alternativer Songs geworden, lange nicht so melancholisch wie Snowflakes. Dafür gibt es musikalisch viele moderne Elemente. Für mich war es sehr spannend, weil ich selbst eine sehr faszinierende und lebendige Musikszene komplett neu für mich entdeckt habe. Ich hoffe, dass die Hörer ebenso fasziniert sein werden.

Nach all den Veröffentlichungen: Hast du schon weitere über Jahre hinaus im Kopf entworfen? Welche Releases stehen in den Startlöchern?
Ich habe extrem viele Ideen! Ich will mich nächstes Jahr definitiv mal an eine Metal-Compilation versuchen. Da kommen wir ja schon zum Nächsten: Klassischer Heavy- & Glam-Metal bzw. Stadium- und Hard-Rock im Stile der 80er? Oder wie wäre es mit Black- und Thrash-Metal? Oder Symphonic- und Female-Fronted-Metal? Oder von allem etwas? Das wird wohl die Zeit zeigen.

Eine sommerlich-tanzbare Folk-Compilation würde mich genauso reizen, genauso wie eine sphärische Post-Rock-Zusammenstellung. Gelegentlich kam auch schon der Wunsch nach einer Zusammenstellung nur mit instrumentaler Musik  ebenfalls eine interessante Idee! Auch eine Zusammenstellung mit authentischer Mittelalter-Musik wäre sicherlich hübsch. Klassik, Punk, Rock, russische Folkmusik, Irish Folk, Weltmusik. Da gibt es verdammt viel zu entdecken und ich habe in der Tat Ideen um die nächsten Jahre auszufüllen. Letztens habe ich auch entdeckt, dass es gerade in den USA und England Bands gibt, die Psych-Rock in Tradition der 60er und 70er mit neuen Ideen wieder auferstehen lassen. Finde ich unglaublich spannend, solche Dinge.

Am Ende muss sich solch eine Zusammenstellung aber konzeptionell über 70 Minuten tragen und abwechslungsreich sein, sonst macht es keinen Sinn. Dieses Jahr steht mit German Gothic Isn’t Dead die nächste Doppelcompilation an, die Veröffentlichung ist im August. Darin werden verschiedene Stile gesammelt, die in der deutschen schwarzen Szene gespielt werden. Angefangen von Cold- und New-Wave über Dark Punk bis hin zu Gothic Metal. Das wird eine sehr, sehr spannende Zusammenstellung, so viel kann ich jetzt schon versprechen und ich bin neugierig, wie sie bei den Hörern ankommen wird. Im Dezember folgt dann Snowflakes IV, welches übrigens, genauso wie der letzte Teil, in Zusammenarbeit mit dem englischsprachigen Paradox Ethereal Magazine aus Griechenland veröffentlicht wird. Das wird garantiert wieder ein ebensolches Fest wie das letzte Mal!

Bringen dich so viel Planung, Recherche, Verantwortung und Qualitätsanspruch nicht manchmal um den Schlaf? Hast du dir nicht eventuell zu viel Druck auferlegt?
Es sind ja „nur“ 3-4 Veröffentlichungen im Jahr und ich nehme mir viel Zeit. Erleichternd kommt auch hinzu, dass ich das Projekt bei Musikern nicht mehr groß vorstellen muss, mit den ganzen Veröffentlichungen im Rücken. Und solch ein Projekt spricht sich ja auch unter Musikern herum, so kommt es, dass sich dann auch viele hochtalentierte Bands von selbst melden. Es ist also einfacher geworden. Gleichwohl aber gerade die „Büroarbeit“ zugenommen hat, da sich mittlerweile viele Bands melden, Hörermails beantwortet werden wollen, usw.  Druck verspüre ich dennoch keinen. Ich mache das wie zu Anfang: Ich stelle die Musik zusammen, die mir gefällt. Es gibt genügend geile Musik da draußen, das ich mir keine Sorgen mache, die Veröffentlichungen passend voll zu bekommen. Am Anfang hatte ich mir diesen Druck gemacht, mittlerweile sehe ich das aber sehr gelassen.

Gibt es manchmal auch richtige Stressmomente bei all der Planung und dem laufenden Kontakten zu so vielen Musikern aus aller Welt? Ich weiß aus eigener Erfahrung, was für ein Sammelbecken an Diven statt Haien die Musikerwelt sein kann.
Ganz ehrlich? Wer meint sich wie eine Diva verhalten zu müssen, mit dem würde ich gar nicht erst zusammenarbeiten wollen, egal wie toll die Musik auch ist. Nein, der Kontakt zu den Musikern verläuft freundlich und locker und dieses Vertrauensverhältnis ist für mich aber auch für die Musiker wichtig. Wir sitzen alle im selben Boot! Ich kenne solche Geschichten, wo Musiker meinen „mit den und den will ich nicht auf einer Veröffentlichung“ aber für so einen Kindergarten bin ich nicht zu haben und halte mich auch bewusst fern davon. Immerhin will ich ja Spaß an meinem Hobby haben. Es gibt auch keine echten Stressmomente, dafür liegt zwischen den Veröffentlichungen zu viel Freiraum, als das sie auftauchen würden. Und das ist auch notwendig für dieses Hobby.

Was war das ultimative Highlight dieser Compilations? Enorm geile Stream- oder Downloadzahlen? Ein herzerweichendes, positives Feedback?
In erster Linie ist jeder teilnehmender Musiker und jede teilnehmende Band, ein Highlight für mich. Weil es der ultimative Vertrauensbeweis eines Musikers ist, wenn er sagt: „Du darfst Dir ’nen Song von mir aussuchen und verwenden“! Und wenn Hörer sich melden und Kritik üben, nicht nur positive, sondern auch konstruktiv-negative. Weil es zeigt, dass denen das Projekt ebenso wichtig ist, sonst würden sie sich erst gar keine Gedanken machen und sich die Arbeit machen eine Mail zu schreiben. Daher nehme ich auch solche Mails ernst und versuche das auch zu berücksichtigen.

Vor einigen Wochen hat sich mal eine Hörerin gemeldet. Sie kam Anfang der 90er in die Gothic-Szene und hat vor ca. 10 Jahren den Bezug zur Musik vollständig verloren, weil alles nur noch künstlich abläuft. Ich habe vorhin ja schon beschrieben: Die Menschen sind nicht dumm und merken sofort, wenn etwas nicht authentisch ist. Auf jeden Fall hat sie im Auto eines Freundes die erste Twist The Past gehört und war sofort begeistert. Sie hat sich dann durch die Veröffentlichungen gehört und wieder richtig Spaß am Musikhören gefunden. Zudem auch eine ganze Reihe neuer Lieblingsbands, von denen sie dann Alben über Bandcamp gekauft hat. Das hat mich wirklich richtig berührt und sowas gibt mir dann auch unendlich viel Motivation weiterzumachen, weil es Menschen wirklich erreicht!

Klasse finde ich aber auch, wenn ich mit Musikern zusammenarbeiten kann, die ich schon ewig höre. Den Ralf Jesek habe ich ja schon erwähnt. Da wären aber auch so Namen wie Paul Roland, Antichrisis oder auch Roman Rütten (Gründungsmitglied von Endraum) zu nennen, die ich schon in meiner Jugend gehört habe! Bei Twist The Past II hat die Deborah Cohen mit ihrem Dancer in the Dark Projekt mitgewirkt. Debbie war damals, Anfang der 2000er, eine der musikalischen Köpfe hinter The Organ, die bei mir heute Kultstatus besitzen! Für German Gothic Isn’t Dead hat die Xylonite Ivy mit ihrem Soloprojekt zugesagt. Sie ist ebenfalls seit langer Zeit in der Musik aktiv. Seit über einem Jahrzehnt als Keyboarderin in Vicki Vomit´s Liveband Die Misanthropischen Jazz-Schatullen sowie seit Anfang der 2000er mit ihrer eigenen Gothic-Metal-Musik im Underground.
Mit solchen Musikern zusammenzuarbeiten ist dann natürlich auch richtig geil, da bin ich dann ganz Fan!

Nochmal zum Thema Szene-Medien: Siehst du deine (vergangenen) Tätigkeiten irgendwie als Kontrastprogramm oder Kampfansage zu den etablierten Printmagazinen in der Musiklandschaft?
Wie ja schon erzählt, Kontrastprogramm: Definitiv! Aber Kampfansage? Nö, dafür sind mir Printmagazine und viele Onlinezines mittlerweile einfach zu egal. Ich orientiere mich nicht daran was die machen, sondern lebe da in gewisser Weise in meiner eigenen Welt, die ich mir aufgebaut habe. Ich denke, das ist auch nötig für dieses Hobby. Wenn ich zu sehr schauen würde, was allgemein „in“ ist, würde ich mich im Unterbewusstsein vielleicht in der Musikauswahl mehr daran orientieren.

Schauen wir mal in die Zukunft. Wo meinst du, wirst du als Szene-Supporter, Redakteur und Netzwerker in zehn oder zwanzig Jahren stehen? Bist du auf den Titel eines deutschen John Peel aus?
Deutscher John Peel? Der Titel wurde bereits an den Lutz Schramm vergeben, da bin ich leider zu spät. *lacht* Er hatte damals von 1986 an eine wunderbare Sendung, das Parocktikum, mit Punk- und Indiemusik im DDR-Radio moderiert. Das war ja damals nicht unbedingt Gang und Gäbe, im Radio nicht und in der DDR gleich dreimal nicht. Sehr interessant sich mal damit mal näher auseinanderzusetzen auseinanderzusetzen.
Was ich aber mache, kann quasi jeder machen. Ich persönlich sehe da jetzt nichts Besonderes hinter. Ich bin einfach nur ein musikbegeisterter Typ, der Musik sammelt und das ins Netz stellt. John Peel dagegen hat ganze Generationen von Musikern und Musikhörern geprägt wie kein anderer. Daher ist er für mich auch niemand, den ich nacheifere. Ein Vorbild, ja. Aber ich sehe mich nicht in dieser Tradition. Der einzige Mensch, den ich heute vielleicht als John Peel der Gothic-Szene bezeichnen würde, wäre der britische Journalist und Moderator Mick Mercer. Vor ihm habe ich genauso viel Respekt.
Was ich in zehn oder zwanzig Jahren machen werde, kann ich Dir erst dann sagen, wenn es soweit ist.

Wie sollten dich also interessierte Bands, Musiker oder Grafiker für kommende Compilations kontaktieren und was gibt es dabei für sie zu beachten?
Einfach per Mail an info@at-sea-compilations.de. Zu beachten gibt es da nicht viel. So arrogant das vielleicht klingen mag, aber entweder ich kann damit etwas anfangen und es passt gerade in ein Konzept, oder eben nicht. Die Aufnahmen sollte zumindest sehr gute Homerecording-Qualität aufweisen und was wichtig wäre, dass man Links zu Hörproben, sozialen Netzwerken usw. mit vermerkt. Das vergessen viele Bands gerne mal.
Ansonsten gibt es da nicht viel zu beobachten, melden kann sich jeder. Gerne auch lokale Undergroundbands, die man nicht so einfach im Netz findet!

Fein. Danke für deine Zeit, Axel. Viel Erfolg noch mit deinen weiteren Projekten!
Ich habe zu danken, lieber Nihil, für Deine interessanten Fragen und Dein Interesse. Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass ich mir wünschen würde, dass sich der deutsche Szene-Underground wieder mehr miteinander vernetzt und geschlossener auftritt. Derzeit macht jeder für sich sein kleines Projekt, dabei könnte man gemeinsam sicherlich mehr bewegen. Aber leider stehen da auch häufig zu große Egos im Weg – das finde ich unglaublich schade.

Hier noch die Links für euch. Viel Spass beim hören:
http://atseacompilations.bandcamp.com/

http://at-sea-compilations.de/

http://www.facebook.com/SnowflakesSampler

 

About Nihil

Hobbies: Musik, Filme, Gitarre, Whiskey, Pen&Paper Rollenspiele, Fussball Lieblingsmusik: Godflesh, Ministry, Massive Attack, Mayhem, NIN, Sisters Of Mercy Motto: "I won´t get down in history but I will get down on your sister" Bin ein hyperaktiver, ungeduldiger Kerl - ich habe manchmal eine grosse Klappe und schere mich wenig um "Political Correctness" in der Unterhaltungsindustrie. Eigentlich hasse ich Kunst und alles, das mir zu "gekünstelt"erscheint. Für mich muss Musik polarisieren, laut sein und mehr Substanz haben als Hochglanzfotos auf den Titelseiten der Magazine. Ich liebe die einfachen Dinge des Lebens. Momentan bin ich Gitarrist bei Ibyss und PaPerCuts und war zuvor auch einige Zeit als Live-Musiker bei Blutzukker und Killing Smile tätig. Mit meinen Beiträgen will ich gezielt über viel zu unbekannte Musik und zu Unrecht vergessene Alben schreiben. Den Underground zu supporten ist genau mein Ding.

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