Dark Tribe - Archaic Visions

Dark Tribe – Archaic Visions (Review und Kritik)

Dark Tribe - Archaic Visions
Dark Tribe - Archaic Visions

Der dunkle Stamm zieht wieder hinaus in die Nacht. Geplagt von archaischen Visionen rüsten sie sich für ihren dritten Feldzug gegen den gesunden Menschenverstand. Ein rasendes Werkzeug der Vernichtung, ein scharfkantiger Monolith, ein gefräßiger Mahlstrom.

Kaum ein Projekt der letzten Jahre hat mich so in seinen Bann gezogen wie Dark Tribe aus Sachsen-Anhalt. So eigenständig und dennoch so urtypisch Black Metal sind Bands selten. Der Vorgänger „In Jeraspunta-Die Rückkehr der tollwütigen Bestie“ war ein unglaublich einnehmendes Werk voll hysterischer Aggression und Gitarren, die eher nach gefräßigen Insektenschwärmen klangen als tatsächlich nach Instrumenten. Ein wahrhaftiger Höllentrip der dich immer weiter und weiter verschlingt, bis zur völligen extatischen Auflösung des Selbst.

Stammesriten

„Archaic Visions“ bietet hingegen etwas mehr „Melodie“ und Abwechslung aber auf keinen Fall weniger Wahn und Hass. Die Schreie sind noch immer so verzehrend und manisch wie in den Vorgängern. Dies in Verbindung mit Dark Tribe´s Vorliebe für puristischen Black Metal, gemischt mit ihrer Hingabe ergibt ein unglaublich kompromissloses und authentisches Hörgefühl.

Aber was genau fühlt man eigentlich beim Genuss archaischer Visionen? Man wird umher geschleudert, es gibt fast keine Atempausen während einem tausend Stimmen in den Schädel hämmern. Hohe verzweifelte Schreie und diese ungemein energetische, ja fast schon ekstatische Wut nehmen den Hörer völlig ein. Kritikpunkte gibt es nur wenige wie ich finde. Es gibt ein paar grobe Verspieler (Nicht viele) auf der CD, aber ich glaube kaum dass man bei solch ekstatischer Musik bei den Aufnahmen kurz innehält um etwas ein zweites Mal einzuspielen.

Die archaischen Visionen sind wie sie sind, pur und unverfälscht. Und genau das vermisse ich so oft bei den Bands heutzutage. Den Willen – den eigenen Visionen kompromisslos Form zu verleihen. Koste es was es wolle, auch wenn es der Verstand ist.

Neben rasenden und pochenden Passagen hält der dunkle Stamm immer wieder mal kurz inne und

Denn wir sind nicht Mensch

„gönnt“ eine Verschnaufpause in Form ruhigerer/atmosphärischer Strecken, gesprochener Parts mit spartanischer Instrumentalisierung  und komplett unerwarteten Einfällen. Sollten die archaischen Visionen kurzzeitig abklingen, dann nur um einem Minuten später wieder voll in die Fresse zu schlagen. Als Beispiel sei hier „The Wrath of our Tribe“ genannt welches von diesem ständigen Wechsel lebt und so eine unglaublich kräftige Intensität erreicht. Es gilt auch hier der Leitspruch: „Bitte bei voller Lautstärke in einem dunklen Raum hören“

Der letzte Song ist ein mehr als würdiger Abschluss dieses Fiebertraums. Vereint er nochmal alles was sich auf dem Album angestaut hat zum mächtigen, finalen Todesstoß.

Fazit:

Dieses Werk ist nichts für Nebenbei, nichts was man im Hintergrund laufen lässt während man irgendwelchen Besuch mit Bier versorgt . Nein, Dark Tribe verlangt deine vollste Aufmerksamkeit, und du solltest dem Stamm lieber gehorchen. Puristischer Black Metal der authentisch die zittrigen Finger ausstreckt und mit Schaumstarren Maul die weit aufgerissenen, besessenen Augen durch den leeren Raum fahren lässt.

Tracklist:

  1. Forgotten One Part III
  2. When Fear turns into Hate
  3. Children of forgotten Times
  4. I see the Coldness in my Eyes
  5. Suicide is the Light
  6. Endless Chains
  7. Desperation
  8. The Wrath of our Tribe
  9. Praying for Salvation
  10. Die Sauenjagt ihrer Majestät
  11. Endless War
  12. Denn wir sind nicht Mensch
( 9,5 / 10 )

Anspieltips:

Alle, am Stück und bei maximaler Lautstärke

www.darktribe.de

About Kettenhund

Mir wurde hier erlaubt meine bescheidene Meinung über Musik zu äussern, dieses geniesse ich auch freudestrahlend und ich vollsten Zügen. Ich bin 22 Jahre jung und lebe im schönen Emsland in einem abgeschiedenen und weltfremden Dorf das ich hier nicht näher beschreiben muss.

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