Das Ich - Kannibale

Das Ich – Kannibale EP (Review und Kritik)

Das Ich - Kannibale
Das Ich - Kannibale

Wer sich auch nur ansatzweise im Metier der schwarzelektronischen Musik bewegt, dem sollte der Name Das Ich mit Sicherheit bereits geläufig sein, gehört die Formation doch seit über einer Dekade zu den führenden Gruppen dieser Szene.

Das Gothic Urgestein um Bruno Kramm und Mastermind Stefan Ackermann ist in erster Linie für sein kapriziöses Auftreten und die extravaganten, apokalyptischen Live-Shows bekannt.
Darüber hinaus können sie auf eine Vielzahl an Hits in ihrem Portfolio zurückblicken und werfen alle Jahre wieder ein zumeist beeindruckendes Output auf den Markt.
Angesichts diesem Renommee und den Lorbeeren, welche sie in der Regel für ihre Machwerke einheimsen, war ich dementsprechend gespannt auf die neue EP mit dem hoffnungsverheissenden Titel Kannibale.

Und tatsächlich: Das Duo meldet sich in gewohnt radikaler Manier zurück um die Tanzflächen zu entern und zugleich einen kleinen Ausblick auf die kommende Ausgeburt Ritual zu gewähren. Auch bei Kannibale bewegt man sich in wohlbekannten, morbid-nihilistischen Gewässern. So ist das Bild des hiesig benannten „Kannibalismus“ vielmehr auf ökonomische und soziale Ebene des Menschengeschlechts zu beziehen. Musikalisch gliedert sich die Single in eine Reihe mit Clubkrachern der Marke Das Ich, heißt im Klartext:
Mächtige, düster-atmosphärische Klanglandschaften aus dem Synthie unterlegt mit pumpenden Beats. Nicht innovativ aber herrlich eingängig. Bruno Kramm versteht sein Handwerk wie kein anderer.
Auch der bedrohlich-grollende, prägnante Refrain unterstützt den Ohrwurmcharakter des Stückes.
Neben dem bereits genannten Titeltrack befinden sich zwei weitere neue Songs auf der Scheibe, welche einen kleinen Eindruck des in Bälde erscheinenden Longplayers vermitteln sollen.

Da wäre zum einen der Track Sing mir dein Lied, welcher sich ebenfalls als gut tanzbare Nummer entpuppt, die ordentlich groovt. Zwischen Up-Tempo Gewand und leicht nachgezerrter Unterklang-Ebene entfaltet sich ein Freiraum für Stefan Ackermanns stakkatoartigen Gesang. Feminine Backround Vocals verdichten das atmosphärische Gewebe des Stückes.
Im Endeffekt erwartet hier den Hörer also gewohnt gute Hausmannskost.

 

Das Ich
Das Ich

 

Selbiges gilt auch für Die Hand an deiner Wiege, welches abgesehen vom runtergefahrenen Tempo in diesselbe Kerbe schlägt wie bereits der vorige Song. Weiterhin befinden sich auf dem hübschen Silberling, um dem allgemein gültigen Obligo gerecht zu werden, zahlreiche Remixe der bereits besprochenen Titel, auf die ich jedoch nicht weiter eingehen werde, da ich mit Remixversionen weitestgehend auf Kriegsfuß stehe. Dennoch möchte ich euch die Eisenfunk Version empfehlen, welche garantiert jede Clubtanzfläche elektrisieren wird.

Lyrisch bewegt man sich auf wohlbekanntem Terrain, sodass eingeschworene Das Ich-Jünger beherzt zugreifen können. Erwähnung dürfte hier noch der Peta2 Kurzfilm Meet your Meat, welcher sich im Multimediapart des Datenträgers befindet und durchaus sehenswert ist.

Martin "Rostig" Pilot
Martin

 

Fazit: Wo Das Ich draufsteht, da ist auch Das Ich drin. Betrachtet man die drei neuen Stücken die dem Hörer dargeboten werden, so gibt es zwar keinerlei Innovationen zu bestaunen, dafür driftet man aber auch nicht in die Belanglosigkeit ab. Sowas etwas nennt man stagnierende Entwicklung auf hohem Niveau. Nimmt man diese Songs als Messlatte, so erwartet uns im Frühjahr 2009 ein nettes, aber gänzlich unspektakuläres Ritual.

 

 

Tracklist:

  1. Kannibale (Original Version)
  2. Kannibale (RX Patenbrigade: Wolf)
  3. Sing mir dein Lied (Tanznorm: Rebellion Mix)
  4. Kannibale (RX Eisenfunk)
  5. Kannibale (RX N3XU5)
  6. Die Hand an der Wiege
  7. Kannibale (RX Agapesis)
  8. Kannibale (RX Beati Mortui)
  9. Kannibale (RX Inline Sex Terror)


( 7 / 10 )
( 7 / 10 )


Anspieltipps:

– Kannibale

– Sing mir dein Lied

www.dasich.de


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