Das Treffen der Szeneikonen- Der Out of Line Weekender in Berlin

Das „Astra Kulturhaus“ bietet seit einigen Jahren den passenden Rahmen für eines der außergewöhnlichsten Festivals in Berlin. Beim „Out of line Weekender“ treten die stilprägendsten Bands der Richtungen Electro, Industrial und Rock auf und zeigen damit einmal mehr, wie facettenreich die Schwarze Szene in Wirklichkeit ist.
Der erste Tag stand traditionell unter dem Electro-Stern, und so ergab sich ein Line-Up, das mehr als sehenswert war. Den Auftakt übernahmen „Formalin“, die mit ihrer furiosen Eröffnungsshow die Fans sofort auf ihre Seite ziehen konnten. Die ersten EBM’ler begannen dann schließlich bei „The Invincible Spirit“ zu tanzen, und so entwickelte sich eine angenehme Atmosphäre. Der ungewöhnlichste Act war ohne Zweifel „Rummelsnuff“, die mit ihrer Mischung aus Polka und Electro dem Abend die nötige Melodie gaben. Einziger Wermutstropfen dieses Auftritts war ein verkürztes Set, das durch technische Probleme begründet war.
Mit „Absolute Body Control“ ging es aber Schlag auf Schlag weiter, und so kam man nicht mehr dazu, sich etwas auszuruhen. Die gesamte Halle tanzte. „Die Form“ punkteten durch eine spektakuläre Show, die durch ihre hypnotischen Klänge noch sehr viel tiefer wirkte. Für das Publikum gab es schließlich kein Halten mehr, als der Headliner „Laibach“ ihre ungewöhnliche und atemraubende Show dem Auditorium darbot.

Am zweiten Tag des Festivals wurden die Gelüste der Industrial-Jünger befriedigt. „Miss construction“ eröffneten diesen besonderen Tag und schafften es, dass bereits zum ersten Act gefeiert wurde. Ein wenig unspektakulär zeigten sich „Too Dead To Die“. Eine Show, die sich sehen lassen konnte, jedoch nichts Besonderes war. Mit „Cephalgy“ konnten sich jedoch die meisten Besucher anfreunden, und so wurde wieder getanzt und gefeiert, wie man es an diesem Wochenende gewohnt war. Einen umjubelten Auftritt hatten die Jungs von „Heimataerde“, die mit ihrer Kreuzrittershow die Herzen der Fans im Sturm erobern konnten. Ein absolutes Highlight an diesem Tag. „Hocico“ konnten mit einem energiegeladenen Set auftrumpfen, und mittlerweile hatte die Temperatur in der Halle Tropen-Niveau angenommen, eher der Headliner „Agonoize“ den Abend würdevoll beendete und nichts als eine ausgepowerte Meute zurückließ.

Der dritte und zugleich letzte Tag spielte die Rockkarte aus. Den undankbarsten Slot hatten wohl „Angels & Agony“, denen die zweifelhafte Ehre zuteil wurde, den letzten Festivaltag einzuläuten. Die Halle war noch nicht sonderlich gefüllt, trotzdem entwickelte sich eine tolle Stimmung zwischen Fans und Band. Rockiger im 50er Stil ging es bei „Spiritual Front“ zu. Eine wirklich sehenswerte Band, die ihr gesamtes Potenzial erst live richtig entfaltet. Das sympathische Duo „Client“ aus England stellte unter Beweis, dass es auch in anderen Ländern eine aktive schwarze Szene gibt. Ihre tanzbaren Klänge wurden gut angenommen. Die ungewöhnlichste Show des Festivals lieferten aber „Lord of the Lost“ ab, die mit einem Streicherorchester ihre Songs völlig neu arrangierten. Ein wirklich gelungenes Experiment, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Mit dem Headliner „Apoptygma Berzerk“ ging ein feierwütiges Festival dem Ende entgegen. Natürlich mit einer Riesenparty, wie man es von den Jungs kennt.

 

 

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Bericht: Fabian Bernhardt
Fotos: Jan Oelschlägel

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