Dauden – Demo I (Review und Kritik)

Dauden - Demo I

Genug vom etwas dünnen Klang Morkum.Thu´s? Keine Lust mehr auf schwer zu bekommende Tapes die dann mehr „Depressive“ als Black Metal sind? Dann wird es langsam Zeit sich der Hauptband der beiden Belgier zu widmen. Diese hört (wie bereits mehrfach angesprochen) auf den Namen Dauden und zieht gänzlich andere Saiten auf. Ihr erstes Demo erschien bereits im Oktober 2008. Da der Trend zu so genanntem Post-Black Metal uns aber alle nach wie vor in seinen Fesseln hält, scheint eine Rezension auch drei Jahre später immer noch Zeitgemäß.

Artwork, Logo und Promofotos lassen es bereits vermuten – Dauden haben eher einen morderneren Einschlag. Hier werden weder Gott und seine Homies verteufelt, noch mit Bäumen gekuschelt. „Urban“ scheinen die Themen des belgischen Trios. Sehr ähnlich dem was so beliebte deutsche Bands wie Heretoir oder auch Lantlôs aufgreifen. Dabei darf natürlich auch ein gewisser Post-Rock Einschlag nicht fehlen. Längst gehört es (leider) zum guten Ton Black Metal mit anderen Stilen wie etwa dem Shoegaze zu vermischen. Was „alt“bewährt scheint muss zwar nicht immer funktionieren, aber zumindest im Falle von Dauden steht dem Demo der jungen Gruppe der melancholische Genre-Mix durchaus gut zu Gesicht.

Dauden
Dauden

Direkt nach dem „Intro“ aus Atmosphärischem Wellenrauschen und akustik-Klängen bieten die Belgier einem einen total abrupten und unpassenden Übergang zum ersten Stück „Life Infected.“ Angesichts der gerade entstehenden Grundstimmung war das schon einmal ein erster Patzer, über dem man trotz des sehr gelungenen Songs nur schwer hinweg sehen kann. Das Lied selbst kann dann direkt als Anspieltip herhalten. Mit schwermütigen Post-Rock orientierten Riffs macht das Stück schnell (wieder) Spaß und im Gegensatz zu Morkum.Thu, von denen ich in den letzten Tagen etwas vo-geschädigt wurde, bekommt man hier auch eine etwas räudige aber dennoch volle Produktion geboten, die keinen Zweifel daran lässt dass auch hinter den Drums ein echter Mensch sitzt. Lediglich der „Gesang“ ist sehr gewöhnungsbedürftig. Da er sich aber die kompletten 19:03 Minuten Spielzeit nicht ändert, sollte ich hier wohl einmal vorwarnen. Der Mann schreit selten, stattdessen gleicht seine Stimme eher einem absolut unverständlichen Gemecker oder Gezeter, wie ich es zugegebenermaßen noch von keiner anderen Band je gehört habe. Und ob man dies nun „Eigenständig“ oder absolut grausam nennen will – es sticht heraus und drückt auch den folgenden Songs wie „An Era Of Depression“, das wieder mit den anfänglichen Wellen-Samples daher kommt, seinen Stempel auf.

Fazit: Dieses Demo gefällt mir (von den schlechten übergängen zwischen den Stücken mal abgesehen) richtig gut. Ich würde mir wünschen, dass die Songs etwas besser in einandergreifen, und vielleicht ein wenig besser produziert sind. Dann gäbe es eigentlich kaum etwas zu meckern, den die Lieder selbst sind wunderbar atmosphärisch und sogar die merkwürdige Stimme passt auf eine verquere Art und Weise zur Musik. Da es sich aber hier nicht um „Black Metal“ per Definition handelt, sondern der Post-Rock Anteil schon sehr groß ist, wird der räudige Demo-sound den Songs selber leider gar nicht gerecht. Hier würde ich es begrüßen, würde die Scheibe/ das Tape noch mal professionell eingespielt, und wiederveröffentlicht – immerhin dürften die gerade mal 70 Exemplare längst vergriffen sein.

Titelliste von „Demo I“

  1. Intro
  2. Life Infected
  3. My Human Existence
  4. An Era Of Depression
  5. Wish

( 7 / 10 )
( 7 / 10 )

Anspieltips:
> Life Infected

Erscheinungstermin:
17.10.2008

http://www.myspace.com/235855294

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