Dauden - Reflections of failure
Dauden - Reflections of failure

Dauden – Reflections of failure (Review und Kritik)

Dauden - Reflections of failure
Dauden - Reflections of failure

So langsam kommen wir in die Endrunde meiner kleinen Berichterstattungsreihe und ich muss zugeben – auch wenn mir der Demo-Erstling Daudens wirklich sehr zugesagt hat ist es erleichternd zu wissen dass ich mich nach „Reflections of failure“ wieder anderen musikalischen Ergüssen als denen der Belgier widmen kann. Nach den gelungenen Erstaufnahmen gehe ich also wesentlich euphorischer an das „richtige“ Album des Trios ran – nichtsahnend dass die Erwartungen leider nur bedingt erfüllt werden können.

Das Album kommt wohl eigentlich in einer recht schmucken Din-A5 verpackung daher und ist bei weitem nicht so rar durchnummeriert wie der Vorgänger und die Tapes von Nebenprojekt Morkum.Thu. Ich selbst bemerke davon leider nichts, denn unsere Redaktion liegt das Album lediglich in mp3 Form vor – ein Umstand der mich bei den ersten

Dauden
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Tönen der Scheibe zunächst denken lässt ich hätte es hier mit der erwähnten Zweitband zu tun. Immerhin klingt schon „Slivered hope“ komplett anders als ich es erwartet hatte. Die Aufnahmen haben einen extrem rauschenden Klang, so dass es klingt als sei hier eine Tape-Version digitalisiert worden. Dazu kommt dass sehr viele Einsparungen vorgenommen wurden: Keine Postrock Riffs mehr, die charismatische Meckerstimme im Hintergrund wurde durch klischeehaft hohe Klagelaute ersetzt und auch die wunderbar atmosphärischen Samples hat man diesmal außen vorgelassen. Wenn ich euch jetzt noch sage, dass (beinahe) jedes der gerade mal vier Stücke Überlänge besitzt, sich ausschließlich auf eine langsame Gitarrenmelodie stützt und die Drums gänzlich vernachlässigt, fragt ihr euch sicher „Wo ist der Unterschied zu Morkum.Thu“?

Eben das frage ich mich selbst auch. Es scheint als haben die beiden Jungs auch hier den größten musikalischen Einfluss, denn diese Scheibe könnte die Albenversion von all den kurzen Tapes sein die ich in letzter Zeit von ihnen hören durfte. Vorbei ist es mit den Heretoir oder Lantlôs vergleichen – vorbei ist es mit einem Klang mit dem sie auf sich aufmerksam machen können. Der dünne Sound ihres Nebenprojektes mag als frei im Internet runterzuladenes Projekt funktionieren, aber so gut die Melodien auch sein mögen – ein komplettes Album über eine dreiviertel Stunde Spielzeit brauche ich davon nicht. Vielleicht ist das der Grund aus dem mir der kürzeste Song der Scheibe „A razor sharp breeze of wind“ am positivsten in Erinnerung geblieben ist – er verliert sich nicht in total unnötigen Längen, und lässt die ordentliche Grundmelodie so zumindest nicht langweilig und nervig werden.

Fazit: Wer das ganze Downtempo Gedöns von Morkum.Thu mochte sollte schnell zuschlagen, denn auch dieses Album gibt es nur 176 mal. Wer aber in den Genuss des Demos gekommen ist und dachte diese Band habe Potential – tut euch die Enttäuschung nicht an. Ich weiß nicht warum man hier die Richtung gewechselt hat, ich weiß nicht warum sich das Faible für diese Art von Musik nicht auf Morkum.Thu beschränken konnte. Ich weiß nur, dass mir hier der Charme des Demos fehlt. Die Atmosphäre, und vor allem das Gefühl trotz des großen Post-Rock Anteils Metal zu hören. Am Ende dieser kleinen Reihe habe ich mit „Tranquility of Mind“ sowie dem Dauden Demo zumindest zwei Werke der Belgier gefunden, die sicher noch öfter laufen werden – dieses Album gehört aber wohl leider nicht dazu.

Titelliste von „Reflections of failure“

  1. Slivered Hope
  2. A razor sharp breeze of wind
  3. D.S.P.S
  4. Reflections of Failure

( 6 / 10 )
( 6 / 10 )

Anspieltips:
> A razor sharp breeze of wind

Erscheinungstermin:
31.05.2010

http://www.myspace.com/235855294

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