Die Zusammenkunft – Ragnaröek und Vogelfrey in Berlin

Das altehrwürdige „K17“ in Berlin lud zum mittelalterlichen Headbangen ein. Einmal mehr mit dabei, waren die Medieval-Rocker von „Ragnaröek“ und die Spielleute von „Vogelfrey“.

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Ragnaröek aus Schwerin zeigten dem Berliner Publikum dann auch sogleich, wo der Hammer hängt. Mit ihren knallharten Songs, die eindrucksvoll mit einer kleinen Feuershow untermalt wurden, kamen auch die Pyromanen auf ihre Kosten. Das „Knochenschiff“ wurde frenetisch gefeiert und auch „Der Spielmann“ bewegte die Meute zum gemeinschaftlichen Headbangen. Natürlich durfte einer der größten Hits nicht fehlen. „Jagen“ wurde derart zelebriert, wie man es sonst nur vom Headliner des Abends gewohnt ist. Das Auditorium war mehr als begeistert und die neuen Fans dürften die Jungs die CD’s ab sofort aus der Hand reißen.

Vogelfrey aus Hamburg sind eine Ausnahmeerscheinung in der deutschen Musikszene. Zwar hat die Band eine breite Fan-Base, schließlich spielte man bereits beim Wacken Open Air, allerdings blieb der große Paukenschlag bisher leider aus. Völlig unverständlich, denn was die Spielleute aus der Hansestadt allabendlich auf die Bühne bringen, ist wirklich großartig. Insgesamt 6 Musiker zeigen an ihren Instrumenten, was Mittelalter auch bedeuten kann: Gute Musik, professionell gespielt und immer mit einem kleinen Schalk im Nacken. Da die meisten Bands in diesem Genre auf Dudelsackklänge setzen, um die mittelalterliche Atmosphäre zu erschaffen, spielen Vogelfrey dagegen auf Violine, Gitarre und einem Cello.181808-Pic-1411155082
Abwechslungsreich und kreativ zeigt sich diese Band ein ums andere Mal. Der Abend begann mit einem sanften Intro, nach dem „Blutgericht“ wurde dann auch tatsächlich der Täter gefasst. „Schuld war nur der Met“ wird auch nicht zu Unrecht als inoffizielles Band-Motto geführt. Es folgte der „Ball der Gehängten“, ebenfalls ein absoluter Fanliebling. Der „Galgenvogel“ beendete das reguläre Set, jedoch fehlte der versammelten Fangemeinde noch der Song, für den Vogelfrey so bekannt sind. Nach einer kurzen Pause, wurde dieser Wunsch mit „Feenfleisch“ erfüllt. Ein Track, bei dem wirklich jeder mitfeierte und es kein Halten im Publikum mehr gab. Nach diesem eindrucksvollen Ende eines genialen Konzertes waren sowohl Band als auch Auditorium bis an die Grenzen der körperlichen Leistungsfähigkeit gekommen. Ein wirklich denkwürdiger Abend ging dem verdienten Ende entgegen.
Fazit: Ragnaröek steht eine große Zukunft bevor. Ihre Mischung aus Härte und mittelalterlichen Klängen sollte insbesondere bei Freunden von In Extremo sehr gut angekommen und auf fruchtbaren Boden fallen, da sich In Extremo mittlerweile schon etwas von Mittelalterrock entfernt haben.
Vogelfrey sind einfach eine grandiose Live-Band, die man einfach gesehen haben muss. Wer mit so viel Leichtigkeit und Spielfreude es jeden Abend schafft, die Fans zu begeistern, der gehört einfach auf eine größere Bühne.

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