Dommin – Love is gone (Review und Kritik)

Dommin - Love is gone

Wenn man älter wird, wird man immer wunderlicher. Jetzt bin ich vor kurzem noch älter geworden und fange an mich neben dem ganzen Geknüppel auch für gediegene, song- und melodiebetonte Musik zu interessieren. Zwischendurch etwas hören, wobei man wenig bis gar nicht nachdenken muss und so überrascht es mich kaum, dass mir „Love is gone“ der Formation Dommin aus Los Angeles wie Öl runter geht. Gefällige melancholische Rockhymnen werden mit Kristoffer Dommins prägnanter Stimme verquickt, die in manchen Momenten vieles von Volbeats Michael Poulsen besitzt.

Ganz anders jedoch die Musik, die sich eher an melancholischen Dark Rock anlehnt und somit für Fans von bekannten Finnen-Rockern mit Elvis-Attitüde am besten geeignet sein dürfte. Stimmige Keyboards schaffen in Glocken- und Streicherform dazu einen netten Klangteppich, der das unangestrengte Songmaterial voll zur Geltung kommen lässt. Dommin wirken dadurch nicht weichgespült, aber in manchen Abschnitten stimmungstechnisch wie neuere softe Misfits, als man noch mit dem kongenialen Michale Graves unterwegs war.

Dommin
Dommin

So nimmt es auch kaum Wunder, dass die Stücke sich schnell ins Ohr setzen und kaum wieder raus wollen, wie das treibende „New“ oder eben der Opener „My heart your hands„, der mit zuckersüßer Melodie sicher nicht nur die Mädchenherzen höher schlagen lässt. Drei rein instrumentale Ausflüge hätte man sich fast sparen können, aber so erhöht sich die Songanzahl auf stolze fünfzehn, die sicher nicht alle sofort zünden, aber meist gefällig und wenig aufdringlich zu gefallen wissen. Klar, mit dem Gesang muss man es können, sonst gefällt einem auch Dommin nicht, aber die Stücke bieten Abwechslung, wie das herrliche „Dark holiday„, welches zwischen Vaudeville und hartem Rock wandelt.


Fazit: Dommin machen nichts neues, das aber ziemlich gut. Ohrwurmsongs, fette Produktion, ein bisschen Herz, ein bisschen Schmerz, was Richtung Ende zunimmt und da schon fast an der Schmerzgrenze anschlägt, aber sich gerade so noch vom Kitsch fern hält. Nette Scheibe, die man als Volbeat-Freund antesten kann, solange man sich mit Keyboards anfreunden kann.



Trackliste:

  1. My heart your hands
  2. New
  3. Evenfall horizon
  4. Tonight
  5. Love is gone
  6. Dark holiday
  7. Without end
  8. Within reach
  9. Closure
  10. Making the most
  11. One feeling
  12. I still lost
  13. One eye open
  14. Honestly
  15. Remember


Anspieltipps:

New, Dark holiday, My arms your hands

Erscheinungstermin:

29.01.2010

Dommin Myspace-Seite

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