Dupont – Entering the Ice Age (Review und Kritik)

dupont_enteringtheiceage_cover
Dupont - Entering the Ice Age

Schweden. EBM. Muss ich mehr sagen? Umm, ja. Sicher muss ich das – 2 Worte reichen für eine fundierte Rezension irgendwie nicht wirklich. Außerdem sind Dupont es nicht wert, mit 2 Worten abgefrühstückt (jawohl, guten Morgen! Es ist 15:55) zu werden. „Entering the Ice Age“ nur auf den EBM-Anteil, der ohne Zweifel sehr präsent ist, zu reduzieren, wird dem Album auch nicht gerecht, denn Dupont sind nicht nur eine weitere Band auf den Spuren von alten EBM-Helden. Auch wenn sich die Einflüsse, wie so häufig, auf die 80er beschränken.

Doch statt den üblichen Namen, wenn es um elektronische Musik geht, liest man durchaus im Zusammenhang ungewohntes: Joy Division, Depeche Mode und die etwas weniger unnormalen DAF. Wie das klingt? Ach, ganz einfach: Ein nach Ian Curtis klingender Sänger, federnde Sequenzerbeats, 4/4-Takt und diverse, teilweise seltsame Synthietröten, die je nach Auswahl dupont_bandpic1_500(Die Bandbreite geht von Filmtröten bis Kirmeshupen) mal nerven und mal richtig Laune machen. Zum Glück ist der Nervfaktor recht klein. Der Kultfaktor bei einigen Songs aber umso größer.

Beispiele auch noch? Meeeeein Gott, nervt mich doch nicht am frühen Morgen. Nun gut. Ich sage nur „Run for Protection“, das mit seinen Trompetensynthies fast wie eine Parodie von James Bond-Titelsongs klingt. Fuck Jack White und Alicia Keys – This is the real shit, elektronisch, hart und EBM, der sich nicht so ganz ernst nimmt. Flotter zur Sache geht es bei „Entering the Ice Age“, das zwar textlich keinen Sinn ergibt, aber enorm tanzbar ist. Hier hört man den Depeche Mode-Einschlag recht gut. Gerade der macht den Song hörenswert. Dann fangen die Songs an sich etwas zu gleichen, wenn auch nicht schlecht zu werden: „Behave“, „Your Heart“ (beinahe Kraftwerkeske Synthiesounds), „Good Bye“… Ähnlich zwar, aber schlecht auf gar keinen Fall.

Fenriz
Fenriz

Fazit: Dupont sind die wohl etwas andere EBM-Band aus Schweden. Im Gegensatz zu sehr prolligen Kollegen wie Spetsnaz, Kommando XY, Pouppée Fabrikk und Konsorten klingt die Band mehr nach den leider aufgelösten Sturm Café, die ähnlich DAF– und Electrobeeinflusst teilweise echte Reißer, nicht nur textlich („Der große Schwein“), geschrieben haben, wobei der Comedyfaktor natürlich nicht vorhanden ist bei Dupont. Rein musikalisch jedoch eine ausgereifte und auch mal andere als die bekannten, ausgetretenen Pfade wandernde EBM-Scheibe, in die man durchaus mal reinhören kann.


Tracklist:

  1. Run for Protection
  2. New Dawn
  3. Entering the Ice Age
  4. Behave
  5. Your Heart
  6. Like we never loved
  7. Good Bye
  8. N.A.S.A.
  9. Dope of Love
  10. Sapphire
( 7,5 / 10 )
7.5 / 10

VÖ: 19.08.2009

www.myspace.com/dupontsweden

Anspieltipps:

– Run for Protection
– Entering the Ice Age
– Behave

About Fenriz

Check Also

Videorelease: Agonoize – The Fall

Depressionen – Dämonentanz in der eigenen Seele. Lautlose Schreie…. verstecktes Weinen… verstummte  Emotionen… Mittlerweile eine …