Elane - The Silver Falls

Elane – The Silver Falls (Review und Kritik)

Elane - The Silver Falls
Elane - The Silver Falls

The Silver Falls ist bereits der dritte Longplayer aus dem Hause Elane und setzt auf die selben bewährten Zutaten, wie bereits der grandiose Vorgänger Lore of Nén. „The Silver Falls“ vermengt den Folk-Hintergrund auf der aktuellen Scheibe jedoch mit akzentuierten elektronischen Elementen und dezenten Einflüssen aus den Genres Darkwave, Heavenly Voices oder gar Weltmusik.

Diese ohnehin schon vielversprechende Symbiose wird durch ein beeindruckendes Orchester-Arrangement unterstützt, welches sich wie ein roter Faden durch das gesamte Machwerk durchzieht.
Inmitten dieser musikalischen Vielfalt werden die bezaubernd sphärischen Klanglandschaften durch treibende Drums und Percussions vorangetrieben.

Elane - Band
Elane - Band

Das Konzept ist dasselbe wie bereits bei vorangegangenen Veröffentlichungen: Man setzt ganz auf „Storytelling“ der besonderen Art. Elanes Geschichten spielen sich allesamt im fiktiven Lande Glenvore ab und die „Silver Falls“ schlagen ein neues Kapitel auf.
Die Silver Falls sollen laut eigener Aussage beeindruckende Wasserfälle sein, welche zugleich symbolisch für die fließende, unbändige Kreativität stehen sollen, welche das gesamte Schaffen Elanes durchdringen soll.

Dass das Album in eine andere Kerbe einschlägt als noch der Vorgänger beweist bereits der Opener Open the Gates , der mit mittelalterlich anmutender Instrumentierung bestückt ist und sogar ein paar orientalische Elemente in sich vereint. Nach der Einleitung untermalt ein flotter, präziser Rhythmus, welcher ungemein groovt und sich in Verbindung mit den mitreißenden Harmonien in die Ohren des geneigten Zuhörers spielt und zugleich sogar sehr tanzbar ist. Auch die angenehmen Gesangslinien können auf ganzer Linie überzeugen und nähren so die verträumte Atmosphäres dieses Stückes.

Joran Elane
Sängerin: Joran Elane

Betrachtet man diesen Track näher, so könnte man zu dem Schluss kommen, dass der Song bereits den Status einer Dämmerung zum nachfolgenden Lied Elfennacht inne hat. Der besagte Track ist ein in deutscher Sprache eingesungenes Märchen und beginnt mit einem geheimnisvoll-anmutigen Intro, welches atmosphärisch unglaublich dicht daherkommt und einem wahrhaftig einen Schauer über den Rücken laufen lässt. Den geheimnisvollen Touch untermauern zudem die dumpfen Trommelschläge, welche das Lied trotz der vorwiegend ruhigen Stimmung leicht bedrohlich-abweisende Züge annehmen lässt. Die filigranen Arrangements wirken im Zusammenspiel mit dem charismatischen, zerbrechlichen Stimmorgan der Sängerin sehr fantastisch und lassen einen in Tagträumen schwelgen.

Ab dem vierten Track mit dem Titel The Land Through Your Eyes werden zusätzlich männliche Vocals in dieses ohnehin wunderschöne Klangbild mit eingeflochten, wodurch ein sehr schöner Kontrast zustande kommt, der das Lied passend und nicht allzu penetrant unterstützt. Zudem erhält der Song durch diese Kontrastierung eine gewissen poppigen Charakter, was nicht zwingend schlecht sein muss und in diesem Zusammenhang sogar angenehm und in sich stimmig ist.

Sänger: Skaldir
Sänger: Skaldir

Der absolute Favorit jedoch ist The Emerald Princess, wo Violinistin Katrin Ihre Stimme voll entfalten kann. Bei der Sanftheit dieser Stimme kommt man nicht umhin die Äuglein zu schließen und zeitweilig in Ruhe zu verweilen, zumal die fragilen, jedoch verspielt klingenden Flötentöne gepaart mit dezent vernehmbaren Violinenklängen ihr Übriges zu dieser Tatsache hinzusteuern.

Doch auch die tieftraurige Ballade Amber Fields oder das straighte, rockige Promised Land können auf ganzer Linie überzeugen. Besonders angetan haben es mir aber neben „The Emerald Princess“ vor allem die beiden Stücke Enchantement und Crimson Lullably, welche in ihrem unkonventionellen, überbordendem Aufbau fast schon auf einer Progressiven Schiene fahren, ohne sich in diesen weit gefassten Grenzen zu verlieren.

Und schlussendlich bildet One last Time passend zum Titel den Abschluss, auf eine vor Melancholie nur so triefende Weise, was sich jedoch im Falle Elanes keinesfalls als Fehlgriff entpuppt.

Rostig für Schwarze-News.de

Martin "Rostig" Pilot
Martin "Rostig" Pilot

Fazit:
Ein wunderschönes, ruhiges und gut durchdachtes Album, kunstvoll ausgearbeitet und mit in sich stimmiger Rahmenhandlung. Anmutig, episch und gewaltig ist das Elane-Universum, welches von intelligenten Arrangements und beeindruckenden Klangkulissen heimgesucht wird. Hinzu gesellen sich die geschulten und angenehm klingenden Stimmen der beiden Fronter, welche den geneigten Hörer dem tristen Alltag entfliehen lassen. Diese Zutaten rechtfertigen letztlich auch die hohe Wertung.



Tracklist von The Silver Falls:

  1. Open The Gates
  2. Elfennacht
  3. Silverleaf
  4. The Land Through Your Eyes
  5. Paperboat & Silverkite
  6. The Emerald Princess
  7. Crimson Lullaby: The Weight Of The World
  8. Crimson Lullaby: The Dreamer
  9. Amber Fields
  10. My Promised Land
  11. Enchantment (Dance With A Storm)
  12. One Last Time
  13. Bonus: Three Roses
  14. Bonus: Elfennacht (5.1 Surround-Mix Data Track)
( 8 / 10 )
( 8 / 10 )

Veröffentlichung: 24.10.2008

Anspieltipps:

– The Emerald Princess

– Enchantement

– Crimson Lullably

www.elane-music.de

About Rostig

Alter: 23 Beruf: Student Lieblingmusik: Querbeet Hobbys: Musik, Videospiele, Filme, Schreiberei, Kunst

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  • Raphael

    Das hört sich ja sehr vielversprechend an.
    Dann freu ich mich auf Freitag:-)

    Wundervolle Nacht euch allen!

  • Meine Fresse, Three Roses hat es mir echt angetan.
    Hat sich bei meiner riesen Playlist sofort heraus kristalisiert und wird Regelmäßig gehört.
    Wunderbarer Song.