Epochate – Chronicles of a Dying Era (Review und Kritik)

dyingera
Epochate - Chronicles of a Dying Era

Wow. „Chronicles of a Dying Era“, in Verbindung mit dem Bandnamen Epochate, klingt verdammt beeindruckend und lässt auf apokalyptische Klänge schließen. Stimmt sogar: Das X-Te Projekt von Dope Stars Inc.-Nervensäge Victor Love verbindet bombastische Soundtrack-Streicher mit Industrial amerikanischer Prägung. Sprich ein Bastard aus Ami-Nervensäge Marylin Manson und Nightwish. Ob das dem sehr sehr epischen und apokalyptischen Bandnamen gerecht wird, ist sehr sehr fraglich. Vielleicht käme die angesprochene Epik und Apokalyptik weit besser durch, wenn die Band statt Epochate Alle Meine Entchen oder ähnliches heißen würde und ihr Album statt „Chronicles of a Dying Era“ „Scores from the Tetetubbie Land“ genannt hätte. Denn auch wenn das, was Love und Kollegen hier abliefern, wirklich episch klingt, hätte ich mir davon mehr erwartet.

Das Erfolgsrezept.
Das Erfolgsrezept.

Das ganze Album macht irgendwie den Eindruck eines Soundtracks für einen x-beliebigen Fantasyfilm mit großen Schlachten. Und wie es bei vielen Soundtracks so ist, ohne den Film zu kennen, ist es öde.  Handwerklich ist es ohne Zweifel schön gemacht, aber etwas so überambitioniertes und Überladenes habe ich seit Samsas Traums „Die Liebe Gottes“ nicht mehr gehört. Mit dem kleinen Unterschied, dass Alexander Kaschte im Vergleich zu Victor Love ein um Welten besserer Songschreiber ist. Und wo das Überladene von „Die Liebe Gottes“ sich noch ins Hirn einfrass, wirkt „Chronicles of a Dying Era“ einfach nur monoton. Die hohe Messlatte, die unsterbliche Filmmusikkomponisten wie Danny Elfman, Hans Zimmer, Ennio Morricone oder John Williams gelegt haben, wird also nicht nur nicht übersprungen, nein, Victor Love knallt auch voll mit dem Kopf dagegen. Wenn das jemand im Sportunterricht beim Hochsprung schafft, ist das noch ganz lustig, weil man dabei zusehen und seiner Schadenfreude freien Lauf lassen kann, auf CD klingt das aber einfach nur langweilig.

Schon allein, weil er es dauernd tut. Die große Schwäche des Albums ist nämlich die Belanglosigkeit und Gleichförmigkeit. Immer gleich scheinen die film losen Schlachten abzulaufen, das Tempo variiert fast nie und der Aufbau aller Songs ist fast identisch. Der Gesang trägt auch nicht zwingend dazu bei, das Album abwechslungsreicher zu machen, denn dieser ist einfach viel zu wenig prägnant – Einen schläfrigen Ork im vermag er sicher nicht zu wecken. Und so plätschert das Album höhe- und tiefpunktfrei an mir vorbei. Wie fast alles, was bisher aus Victor Loves Händen kam.

Fenriz
Fenriz

Fazit: 40 Minuten Leere, so ließe sich das Album ebenfalls beschreiben. Viel zu monoton sind die epischen Visionen der Band, um zu überzeugen. Die Songs unterscheiden sich nicht voneinander, das hin und wieder eingebaute Gitarrengehacke wirkt absolut störend und deplatziert, denn weder Band noch Orchester geben sich irgendwelchem Raum. So wird man von Ami-„Industrial“- und Soundtrackklischees gleichermaßen zugekleistert und nach Ende des Albums möchte man sich fast fragen, was da war. Ich hab es jedenfalls nach dem gerade erfolgten 3. Durchlauf schon wieder vergessen. Epochate brauchen mich sicher nicht, um ein paar Platten zu verkaufen, weil Victor Love auf dem Cover steht. Ich sie aber genau sowenig. Egal, wessen Hass ich mir jetzt erschreibe, ich find es scheiße. Industrial ist übrigens fast gar nicht zu hören.




Tracklist:

  1. Chronicles of a Dying Era
  2. 1600 A.D.
  3. Substantia
  4. The Flood
  5. Creators
  6. Needle Hive
  7. Burning
  8. Introspection
  9. Of Shade and Light
3,5
3,5 / 10

Veröffentlichung: Bereits erschienen

Homepage: www.epochate.com

Myspace: http://www.myspace.com/epochate


About Fenriz

Check Also

Videorelease: Agonoize – The Fall

Depressionen – Dämonentanz in der eigenen Seele. Lautlose Schreie…. verstecktes Weinen… verstummte  Emotionen… Mittlerweile eine …