Excrementory Grindfuckers

Excrementory Grindfuckers + Japanische Kampfhörspiele + The Splatter and Gore Department im Jugendzentrum Schüttorf (Konzertbericht)

Excrementory Grindfuckers Logo
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Excrementory Grindfuckers + Japanische Kampfhörspiele + The Splatter and Gore Department am 04.04.2009 im Jugendzentrum Schüttorf (Konzertbericht)

Von Grindcore kann man ja halten was man will. Für die Einen ist es tatsächlich Musik, die Anderen hören wohl nicht wesentliches mehr als Krach und Gegrunze aus den, meist nicht all zu tiefgründigen, Texten. Ich selbst bin trotz meines Hangs zur Extreme nicht grade Anhänger dieser Musikrichtung, und eigentlich konnte mich generell bisher recht wenig begeistern, dass auf -core endet. Aber wann kommt schon mal eine (oder wie in diesem Fall gleich zwei) Namenhafte Band in die unmittelbare Umgebung? Und selbst wenn sich das Konzert ansonsten nicht gelohnt hätte, war es wieder ein mal eine gute Gelegenheit die emsländer „The Splatter and Gore Department“ live zu erleben, die ihr Geld ein jedes mal auf´s neue Wert sind.

Nachdem man sich also mit genug Bier und anderen alkoholischen Getränken eingedeckt hatte, war bereits die schon erwähnte erste Band des Abends ein Higlight auf Headliner Niveau. Eine ähnlich humorvolle Bühnenshow wie man es von den fünf Splatterfans mitlerweile schon gewohnt ist bekommt man wohl sonst nicht zu sehen. Während die Masse zu Hits, wie dem von ihrem Demo

The Splatter and Gore Department
The Splatter and Gore Department

bekannten, Song „I´m Your God“ abgehen und sich schon zu Beginn alle Nackenwirbel rausbangen steht der eigens von der Band mitgebrachte Grillmeister auf der Bühne und bereitet Stilecht in Schürze Würstchen für die hungrige Meute vor. Dabei fliegen Plastik Arme und Füsse durch die Gegend und machen den Eindruck eines wahren Death Metal Gemetzels perfekt. Fronter Chicken lässt sich seine „geschmackvollen“ Witzchen wie bei jedem Konzert nicht nehmen und kündigt unter anderem Schwanzvergleiche im Backstagebereich und einen neuen „NSBM“ Song an. Klingt nach Spaß? Das wäre untertrieben, die anderen Bands hätten auch ausfallen können und der Weg nach Schüttorf hätte sich an diesem Abend gelohnt.

Nachdem ich nun schon nicht mehr nach rechts schauen konnte, da der ein oder andere Nackenwirbel wohl wo anders war als er sein sollte und die eingeschworene Fangemeinschaft der fünf Metzgermeister wohl genährt war, enterten dann die „Japanischen Kampfhörspiele“ (oder kurz: JaKa) die Bühne. Für mich persönlich leider mehr als enttäuschend. Zwar sah man einer Menge Leuten an, dass sie eigens wegen der Westphalen um die beiden

Japanische Kampfhörspiele
Japanische Kampfhörspiele

Fronter Markus „Bony“ Hoff und Martin Freund angereist waren, jedoch konnten die Krefelder nicht halten was ich mir unter ihnen vorgestellt hatte. Oder eben genau das was man sich sich unter Grindcore vorstellt. Irgendwie ging jeder Song in einander über ohne sich großartig zu unterscheiden und auch bekanntere Lieder der Band wie etwa „Komm wir drehen einen Porno“ hoben sich nicht wirklich vom ganzen ab. Aber etwas hatte ich dann letztendlich doch von dem Auftritt – einen Drumstick, der einer Bekannten direkt neben mir vor die Füße geflogen ist, und den ich dann beinahe mit meinem Leben verteidigen musste um ihn nicht direkt wieder los zu sein. Immerhin auch mal sowas „gefangen.“

Excrementory Grindfuckers
Excrementory Grindfuckers

Im direkten Anschluss war es dann soweit – die Band, die die ganzen „Musik machen andere“ Shirts bereits zu Anfang des Abends angedroht hatten. Die „Excrementory Grindfuckers“ beehrten das kleine Schüttorf mit ihrem wahnwitzigen Mix aus Grindcore und bekannten Pop und Schlagerliedern. Die Jungs aus Hannover legten eine ähnlich lustige Bühnenshow hin, wie schon TSAGD am Anfang. Ein Witz auf „höchstem Niveau“ löste den nächsten ab, und lieferte sich einen Wechsel mit einem bunten Querschnitt aus dem was die Grindfuckers bisher so geschaffen oder „verwurstet“ haben. Neben Liedern die tatsächlich hörbar waren wie etwa „Halb & Halb“ und „Fata Morgana“ wurden wie gewohnt die verschiensten Lieder durch den Kakao gezogen. Ich bin sicher „I´ve been looking for Grindcore“ würde selbst David Hasselhoff besser als das Original gefallen. Nach einer musikalischen Huldigung an die „größte Metalband aller Zeiten“ – Limp Bizkit und grüßen an „den rothaarigen Fettsack von den Kampfhörspielen“ verabschiedeten sich dann auch die verrückten Hannoveraner von der Bühne und ließen nichts zurück als eine Menge verdammt kaputter, schweißnasser Fans.

Tobias "Zigeunerjunge" GeersLetztendlich hat das Konzert zwar meine Meinung zum Grindcore generell nicht wesentlich geändert, aber ich habe tatsächlich mit „Fata Morgana“ ein Lied der Grindfuckers für mich entdecken können. Außerdem ist nun schon fast eine Woche vergangen und mein Kopf lässt sich immer noch nicht wieder in alle Richtungen bewegen. Was sagt uns das? Es war ein geiles Konzert und ich sollte dringend zu einem Orthopäden – denn: Hauptsache der Nacken tut weh. Bleibt zu hoffen, dass die Schüttorfer öfter etwas hochkarätiges in ihr Komplex holen. Gelohnt haben dürfte sich dieser Abend auf jeden Fall.

www.komplex-schuettorf.de
http://www.myspace.com/tsagd
http://www.myspace.com/jaka
http://www.myspace.com/theexcrementorygrindfuckers

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