(K)ein schönes Cover!

Exiled From Light – There is no beauty left here… (Review und Kritik)

(K)ein schönes Cover!

Depressive Black Metal ist durchaus ein schwieriges Thema, vor allem wenn es darum geht, ein Album dieser Sparte zu rezensieren. Es ist zwar durchaus musikalisches Können und Geschick gefordert, jedoch ist es wohl eins der Genres, indem man auch mit weniger Mitteln durchaus gute Stücke hervorbringen kann. Daraus resultiert der Fakt, dass sich viele Stücke an einem gewissen Schema orientieren, zumindest was den Anfang betrifft. Leider ist Exiled From Light auch nicht ganz davor gefeit, ob es sich dennoch lohnt reinzuhören erfahrt ihr hier!

Exiled From Light wurde 2007 vom Solokünstler Mort gegründet, welcher – typisch für Solokünstler – noch eine ganze Reihe von anderen Projekten am laufen hat/te, und demzufolge ist die Bandgeschichte auch weder sonderlich lang, noch spannend. Zwei Jahre nach der Gründung erschien das Debutalbum Descending Further Into Nothingness, was per se auch das einzige wirkliche Album bleiben sollte. Nachdem Mort Exiled From Light für (vorläufig?) tot erklärte, erschien am 22. Juli des Jahres noch eine Art Best-Of Album über die Hypnotic Dirge Records, welches die Songs, die im Laufe der Jahre entstanden sind und nicht auf dem Debutalbum vorhanden waren, zusammenfasste und als durchaus schickes 2-CD Paket daher kommt.

Wie eben erwähnt ist das Album als Jewelcase Edition mit 2 CDs erhältlich und dazu gibt es dann natürlich auch ein – in unserem Fall 8 Seiten starkes – Booklet dazu. Das Booklet ist zwar recht uninformativ, aber schön anzuschauen! Die Spieldauer des neun Lieder starken Albums beträgt im übrigen satte 1:42:49!

Das in der Einleitung schon erwähnte Problem des Depressive Black Metal ist in der Wichtung von Mensch zu Mensch natürlich

Mort

verschieden, von daher sei die Ausprägung des Ganzen bei Exiled From Light hauptsächlich erwähnt und nur minder bewertet. Fast jedes Lied der Scheibe beginnt instrumental mit Gitarren, bis schliesslich der Drumcomputer einsetzt und letztlich irgendwann die Screams folgen. Ausnahmen wie The Essence Of Hope Drained bestätigen auch hier die Regel. Der Drumcomputer ist prinzipiell zwar gut programmiert, aber es finden sich leider, vor allem in den Breaks, immer wieder recht gleiche Patterns.

Hat man sich mit den genannten Problem einigermaßen arrangiert, so bietet das Album aber eine unglaubliche atmosphärische Dichte und durchaus viel Abwechslung. Jeder Song für sich schafft es, auf seiner vollen Länge zu begeistern, und das sind immerhin über 12 Minuten jeweils! Glanzstücke des Albums sind wohl der Titeltrack selbst und Clarity Viewed Through Dying Eyes, welche jeweils die Depression an sich pur in eure Gehörgänge befördern.

Der Abschluss des Albums wird durch drei Bonustracks gestaltet, diese sind von einem weiteren Projekt Morts Namens Funereal (nicht verwechseln mit den anderen Funereal!). Die vorhergehende Kritik an Intros und Drumpatterns trifft hier nicht zu,  jedoch die Aussagen zur Dichte der Stücke und der dadurch hervorgerufenen Begeisterung. Die drei Stücke sind an sich aber auch eher im Downtempo Black/Deathbereich anzusiedeln als im Depressive Black Metal.

Die Produktion ist durchaus genretypisch: Der Gesang befindet sich recht weit hinten, die Gitarren sind teilweise recht unsauber (aber in diesem Fall durchaus gewollt, da dies nur punktuell bzw. stückweise der Fall ist!) und der Drumcomputer ist nunmal eben ein solcher.

Fazit:

Euer Autor!

Es ist recht schwer das Album zu bewerten, da die angesprochenen Mängel je nach Sichtweise schwerer wiegen. In der Tat ist es recht anstrengend, wenn man das Album als Ganzes genießen will, mit den sich wiederholenden Drumpatterns klar zu kommen, hört man die Lieder nun aber dosiert, so ist dies weniger schlimm. Die Tatsache, dass die Stücke für sich aber durchaus überzeugen und den Hörer einfach fesseln und tragen können schafft es aber die Nachteile etwas abzufedern. Der größte Pluspunkt in Sachen „abfedern“ ist dann wohl in Form der Bonustracks gegeben, die zeigen, das Mort sehr vielseitig sein kann, wenngleich er sich immernoch in ähnlichen Gefilden bewegt. Die Spieldauer der Scheibe spielt natürlich auch hinein, was dann summa summarum zu einem durchaus guten Album führt, insofern man mit einigen Mängeln leben kann. Wem die Tracks auf der Myspaceseite zusagen kann unbedenklich zugreifen und sich die Zeit von dieser Platte etwas versüßen lassen.

Trackliste:

  1. We Writhe As Worms
  2. The Bitter Taste Of Tears
  3. Clarity Viewed Through Dying Eyes
  4. Faded Are My Memories
  5. The Essence Of Hope, Drained
  6. There Is No Beauty Left Here
  7. Funereal: A Dream In Illusion
  8. Funereal: Of That Which Lies Beneath…
  9. Funereal: Through Twilight…

Spieldauer: 1:42:49

Wertung:

( 7,5 / 10 )

Anspieltipps:

There Is No Beauty Left here…, Clarity Viewed Through Dying Eyes

Veröffentlichung:

bereits erschienen

Exiled From Light bei Myspace

Hypnotic Dirge Records

About nilgoun

Check Also

Rezension: Exit Eden – Rhapsodies in Black

Rezension: Exit Eden – Rhapsodies in Black Was passiert, wenn man 4 Powerfrauen mit unglaublichen …