Fluisterwoud

Fluisterwoud – Interview mit Nachtraaf

Fluisterwoud
Fluisterwoud
Die niederländische Black Metal Szene ist klein und von den wenigen erfolgreichen Bands wie etwa Fluisterwoud hört man leider nur selten etwas neues. Um so erfreulicher, dass es Schwarze-News.de gelang pünktlich zum erscheinen ihres lang erwarteten zweiten Albums  „Langs Galg En Rad“, Gitarrist und Bandkopf Nachtraaf zu einem kurzen Interview zu bewegen.

Schwarze-News: Hallo Nachtraaf! Aus den Niederlanden hört man ja nicht all zu viel, was Metal an geht. Gibt es dort eine richtige Black Metal Szene? Wenn ja mit welchen Bands habt ihr oft zu tun? Fluisterwoud schien mir bisher die Speerspitze des niederländischen Metals zu sein.

Nachtraaf: Hails! Ja – es hat hier in den Niederlanden immer eine Black Metal Szene gegeben. Bei mir fing es mit niederländischen Bands wie Bestial Summuning, Apator, Exmortes und Funeral Winds an. Diese Bands höre ich immer noch oft, denn sie waren die ersten die in den Niederlanden hoch kamen. Es gibt hier auch heute noch eine große Black Metal Szene, aber ich habe mit den meisten von ihnen nichts mehr zu tun, seit dem ich mich nicht mehr für ihre Musik oder Meinungen interessiere. Die einzigen Bands die ich jetzt empfehlen könnte sind The Devil´s Blood, Galgeras, Heretic und Verbum Verus neben ein paar anderen.

Schwarze-News: Seit eurem ersten Studioalbum „Langs Galg En Rad“ sind mitlerweile 6 Jahre vergangen und zwischendurch gab es lediglich eine Split EP – warum dauerte es so lange mit neuem Material?

Nachtraaf: Fluisterwoud wurde von Anfang an von Rückschlägen geplagt. Full Moon Productions brauchte über 2 Jahre um „Langs galg en rad“ zu veröffentlichen. Nach dem das Album dann erschienen war, hatten wir einige wechsel im Line-Up. „Laat alle hoop varen“ haben wir schon vor 3 Jahren aufgenommen, waren aber mit den Sound nicht zufrieden. Als ich vor 2 Jahren im Studio nachfragte, ob wir da noch was am Sound machen können sagte man uns nur: Sorry, das Studio wurde abgerissen, da können wir nichts machen.

Nachtraaf
Nachtraaf

Ich wollte das Album nicht mit diesem „rohen“ Mix veröffentlichen, den es hatte. Also hat mein Freund Sarath (von der Band Sarath) es in seinem Studio in Trondheim (Norwegen) neu gemastert. Er wollte es gerne machen, ist aber extrem beschäftigt und als vollzeit Soundtechniker immer auf Tour. So dauerte es über ein Jahr bis er seine Arbeit am Album abgeschlossen hatte.

Das Artwork brauchte dann auch noch seine Zeit…

Schneller Black Metal = Langsame Leute

Schwarze-News: Wo siehst du bedeutende Unterschiede zwischen dem Debüt und „Laat alle hoop varen.“

Nachtraaf: Der größte Unterschied ist das Line-Up: Wir hatten einen anderen Drummer, Bassisten und zusätzlichen Gitarristen. 90 % der Songs die sich auf „Langs galg en rad“ befinden habe ich geschrieben. Auf dem neuen Album habe ich die meisten Songs mit unserem anderen Gitarristen geschrieben weil sein Stil uns ein wenig geändert hat – schneller, agressiver, grooviger und bla bla bla…

Schwarze-News: Wird es eine Tour zum neuen Album geben? Wenn ja mit wem? Und führt sie euch auch nach Deutschland?

Nachtraaf: Nein. Fluisterwoud wird nicht wieder live auftreten. Nachdem wir uns nach unserem letzten Gig in Österreich zerstritten haben, besteht auch kein Interesse an einer Re-Union.

Schwarze-News: Eure Texte sind auf niederländisch verfasst, habt ihr keine Angst, dass dies eurem Erfolg auf dauer schadet bzw. grenzt es euch in eurem Bekanntheitsgrad ein?

Nachtraaf: Als ich mit Fluisterwoud anfing wollte ich 100% niederländischen Black Metal machen. Ich konnte mich nicht darum kümmern ob andere Menschen meine Texte verstehen oder nicht. Es war Musik die ich für mich selbst gemacht habe. Ruhm war auch nie wichtig für mich oder gar der Fokus.

Schwarze-News: Wo von handelt der Großteil eurer Texte bzw. welche Ideologie wollt ihr mit Fluisterwoud darstellen?

Nachtraaf: Okkultismus, Schwarze Magie, Gewalt und Blasphemie.

Schwarze-News: Meine Lieblingsfrage: Was sind eure persönlichen musikalischen Einflüsse bzw. welche Bands favorisiert ihr selber?

Nachtraaf: Eine meiner Lieblingsbands war immer Arckanum, diese Band war auch mein größter Einfluss für Fluisterwoud. Musik die ich sonst wirklich sehr gerne höre ist: Beherit, Alphaville, The Coffinshakers, Craft, Darkthrone, Bathory, Demented Are Go, Darkened Nocturn Slaughtercult, Kaosritual, Roky Erickson, Galgeras, Turbonegro, Watain, Wasp, Repugnant, The Devil’s Blood, Necros Christos, André Hazes und Unmengen weiterer Bands. Momentan bin ich an dem aktuellen Woods of Infinity Mini-Album hängen geblieben… das läuft hier schon seit ich es habe.

Schwarze-News: Wie sieht die Zukunft von Fluisterwoud aus? Werden die Fans wieder 6 Jahre warten müssen, bis es ein neues Album gibt?

Nachtraaf: Es gibt keine Zukunft… für niemanden!

Schwarze-News: Hast du den Lesern von schwarze-news noch ein paar letzte Worte mit auf den Weg zu geben?

Nachtraaf: Dood komt met een glans…

Tobias „Zigeunerjunge“ Geers (Interviewführung)
Stefan „Iskharian“ Döring (Kontakt)
„Madame Obstay“ (Übersetzung)

About Zigeunerjunge

Check Also

Lilith LaVey – Junge, aufstrebende Musikerin im Interview

Lilith LaVey – eine junge Musikerin aus den Staaten, die in der kommenden Woche ihre …