Forest Stream - The Crown Of Winter

Forest Stream – The Crown Of Winter (Review und Kritik)

Forest Stream - The Crown Of Winter
Forest Stream - The Crown Of Winter

Habt ihr euch schon einmal in einer Musik so geborgen und gut aufgehoben gefühlt, dass ihr sie nie wieder aus eurem CD-Player verbannen wolltet? Wurdet ihr von Musik jemals so mitgerissen, aufgewühlt, betöhrt, runtergezogen und aufgebaut, dass ihr euch nichts lieber wünschen würdet, als dass diese eine Stunde sich immer und immer wieder wiederholen mag? Zuletzt erging es mir so mit Pantheists letztem Überwerk, doch „The Crown Of Winter“ der russischen Black/Gothic/Doom Metal Band Forest Stream weiß mich ebenso stark zu begeistern.

Dabei ist die Musik Forest Streams so vielfältig, wie die ganzen Genre Bezeichnungen, die ich gerade verwendet habe. Und wirklich jede hat ihre Berechtigung, so verbinden sich sphärisch verklärte Keyboard Arrangements mit zäh stampfenden Doom-Walzen und plötzlichen Wutausbrüchen mit schnellen Blasts und Kreischgesang. Das ganze klingt dann nicht etwa zerfahren und wie eine Ansammlung aneinander gereihter Ideen, sondern es fügt sich noch so jedes kleine Detail passend in die epische Atmosphäre mit ein.

Forest Stream
Forest Stream

Der Härtegrad steigert sich mit fortschreitender Albumdauer. Wird man von „Feral Magic„, dem Intro des Albums, noch mit weichen Keyboardteppichen verwöhnt, geht das Titelstück des Albums in schleppender Schwermut und Melancholie seinen Weg über elf Minuten Länge. Hier fällt sofort die glasklare und transparente Produktion auf, die vor allem bei den ausgezeichneten Drums Akzente setzen kann. Sänger Sonm hat von der cleanen Gesangsstimme, bis zu kräftigen Growls und zerfetzenden Screams alles drauf, was man können muss und braucht sich vor einem Mikko Kotamäki (Swallow The Sun) nicht zu verstecken. Ganz im Gegenteil ist es gerade die gesangliche Vielfalt, die einiges in der Eigenständigkeit Forest Streams ausmacht. Gelegentliche weibliche Unterstützung wäre zwar nicht nötig gewesen, doch fügt sich diese angenehm ein und wirkt wie ein weiteres passendes Puzzlestück im Gesamtkunstwerk Forest Streams. Auch musikalisch ist man durchaus in finnischen Gefilden zu Hause, ein bisschen Katatonia hier, in den Black Metal Abschnitten etwas Emperor da, und das sind sicher nicht die schlechtesten Vorbilder, die man sich suchen kann.

Nach dem herrlich Gothic Doomigen „Mired“ wirkt es auch wie ein Paukenschlag, als die Russen mit Blasts und Emperor Riffs zum Angriff über gehen. „Blessed you to die“ ist symphonisch, besitzt interessante Breaks und Wendungen und wirkt absolut bedrohlich. Zunächst ist Schluss mit der Verträumtheit der ersten Stücke, denn auch „The seventh symphony of Satan“ schlägt ordentlich in die nordische Black Metal Kerbe, pendelt zwischen der Ruhe vor dem Sturm und der Dramatik eines heraufziehenden Schneesturms. Mit „Beautiful nature“ ist der schwarze Spuk aber schließlich vorbei und so fließt wieder zähe Lava aus den Boxen, welche mit abschließendem Outro ihr sphärisches Ende findet.


iskharian3Fazit:

Eine runde Sache, gerade die Genre übergreifenden Übergänge bieten dem Hörer einiges, was es aber auch schwierig macht das Album jedem zu empfehlen. Denn nicht jeder Doomster erwartet schwarzmetallisches Gewitter auf sich hereinbrechen zu spüren und gerade dem Black Metaller könnte dann doch das viele Synthie-Geklimper im Vordergrund stehen. Wer aber offen für alles ist und auch einem gehörigen Gothic Metal Einschlag nicht scheut, der sollte Forest Stream Gehör schenken, denn „The Crown Of Winter“ ist ein abwechslungsreiches und hervorragend arrangiertes wie auch komponiertes Album.

Trackliste:

  1. Feral magic
  2. The crown of winter
  3. Mired
  4. Bless you to die
  5. The autumn dancers
  6. The seventh symphony of Satan
  7. Beautiful nature
  8. My awakening dreamland

( 8 / 10 )
( 8 / 10 )

Anspieltipps:

The crown of winter, Bless you to die, Mired

Erscheinungstermin:

Der urspüngliche Erscheinungstermin wurde vom 23.02.2009 auf Juni/Juli verschoben. Leider wurde die Band nicht informiert, wann denn nun das tatsächliche Release-Date ist. Schade, dass Candlelight das Datum im Dunklen lässt.

Forest Stream Homepage

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