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Fortid – Völuspá III: Fall of the Ages (Review und Kritik)

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Das wohl meist vertonte Gedicht der Edda ist die Völuspá, die Weissagung der Seherin. In diesem Epos des nordischen Mittelalters berichtet eine anonyme Seherin über die Geschichte der Welt, von Entstehung bis Untergang und damit auch dem Neuanfang. Im Original bauen sich alle Verse zwischen drei großen Säulen auf: Schöpfung, Baldrs Tod und dem Ragnarök, und Einar Thorberg schien sich mit seiner Albentrilogie daran zu orientieren. So liegt uns hier das dritte Werk vor und berichtet über des Weltenuntergang und die Neuentstehung. Doch ist die Musik hinter dem Projekt so heidnisch wie die Texte? Findet es heraus!

Zur Bandvorgeschichte ist schon fast alles gesagt. Im Jahre 2002 entschloss sich ein isländischer Musiker namens Einar Thorberg dazu, die Völuspá in drei Alben zu bannen und damit unters Folk zu mischen. Das Debüt erschien 2003 und nur vier Jahre später folgte der zweite Teil der Trilogie. Alle Alben stammen komplett aus der Feder Einar Thorbergs und nur einige wenige Passagen wurden von Studiomusikern eingespielt. Im Jahre 2008 zog Einar nach Norwegen, wo er nach Fertigstellung seines dritten Werkes auch Musiker rekrutierte. Ob dies ein Zeichen für ein zukünftiges Album oder eine Tour ist, wird sich zeigen.

Aber genug Geplänkel, kommen wir zum wichtigen. Wie man es von einem Werk, das nicht nur den Weltenuntergang sondern auch den Abschluss einer Trilogie darstellt, erwartet, wird mit einem düsteren, episch anmutenden Intro begonnen. Ebenso passend zur Thematik sind die folgenden zwei Tracks ebenfalls sehr düster und gehen in hohen Tempobereichen hausieren. Mit Abschluss des dritten Liedes Fall of the Ages ist der Krieg im Ragnarök beendet und passend zur ruhigen Nachkriegszeit werden im folgenden Track Equilibrium Reclaimed ruhige, melodische Riffs und Synthesizerklänge genutzt, um in Verbindung mit dem Cleangesang die Geschichte zu untermalen. Zum Ende hin werden die beiden Ansätze kombiniert, und so entsteht ein Stück mit schnellen, kalten Riffs und ruhigen, emotionalen Parts, welche jedoch nicht die Wärme der beiden vorherigen Songs erreicht. Den Abschluss findet das Werk und damit auch die Trilogie mit einem imposanten 10 Minuten Epos, der die Geschichte mit dem Einblick in die Zukunft abrundet. Leider ist vor allem der letzte Track etwas langatmig, aber das schmälert den Gesamteindruck kaum!

Vergleicht man Völuspá III: Fall of the Ages mit seinen Vorgängern, so merkt man eine Verbesserung in der Produktion, denn diese ist mittlerweile auf einem sehr hohen Niveau. Weiterhin fällt auf, dass man auch diesem Album Konzentration schenken muss, will man ein wirkliches Hörvergnügen haben. Das Album bietet insgesamt in etwa eine dreiviertel Stunde musikalische Untermalung. Somit bietet der Albenzyklus dem Hörer die Vertonung der Völuspá mit einer Gesamtlaufzeit von etwa zwei Stunden.

Fazit:

Euer Autor!

Fortid haben mit Völuspá III: Fall of the Ages einen würdigen Abschluss für ihren Albenzyklus geschaffen. Sicherlich ist die Idee der Vertonung dieser Sage nicht neu, die Umsetzung in diesem Fall ist aber schon fast revolutionär. Während die meisten Bands sich Elementen des Pagan Metal bedienen, so schrammeln Fortid mit klirrender Kälte ihre Lieder und das erfrischt. Freunde des Black Metals werden hier sicherlich ihre Freude daran haben, Pagan Fans sollten lieber erstmal rein hören. Wenn euch diese Scheibe gefällt, besorgt euch auch die Vorgänger. Zum Einen, sind diese im Stil sehr ähnlich und zum anderen zerreisst man doch keine Trilogie?!

Tracklist:

  1. Ancient Halls
  2. Ragnarok Army from the East
  3. Fall of the Ages
  4. Equilibrium Reclaimed
  5. New Dawn
  6. Heltekinn
  7. The Future

Wertung:

9/10
9/10

Anspieltips:

New Dawn, Fall Of The Ages, Heltekinn

Veröffentlichung:

bereits erschienen

Fortid bei Myspace

Schwarzdorn Produktionen

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