Frozen Plasma – Monumentum (Review und Kritik)

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Frozen Plasma - Monumentum

Eigentlich ist es schwer zu fassen, wie eine Band wie Frozen Plasma, die vom Future Pop-Olymp nicht mehr wegzudenken ist, nur 4 Jahre existieren kann. Nach dem Ende von NamNamBulu 2005 von Vasi Vallis gegründet und später mit Diorama-Sänger Felix Marc komplettiert, hat die Band neben einem ungleich weniger bescheuerten Namen auch eine ganz respektable Quote an Hits in der Vita: „Tanz die Revolution“, „Warmongers“, „Irony“, „Hypocrite“ oder jüngst „Earthling“ sind da sicher nur die Bekanntesten, jeder, der ein wenig in Clubs rumhängt, sollte sie kaum ignorieren können. Immer tanzbar und auch ein wenig melancholisch hat sich die Band in die Herzen der Electro- und Futurepopfreunde gespielt, die nach dem Ende von NamNamBulu keinen weiteren Grund zum existieren sahen.

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Frozen Plasma

Nach dem Album „Artificial„, das 2006 bereits eine sehr beeindruckende Hausnummer war, kommt jetzt 3 Jahre und ebensoviele EPs später endlich das langerwartete zweite Album „Monumentum“, das eigentlich eine konsequente Weiterführung des bisherigen Plasma-Stils ist: Stilistische Modifikationen gibt es, wenn überhaupt, nur rudimentär. Uns erwartet auf dem Album also „das Übliche“: Felix‘ eindringlicher, samtweicher Gesang, eingängige Melodien, tanzbare, nicht zu harte Bässe und natürlich Hit an Hit. Das Übliche kann manchmal doch so schön sein.

Dass die Hits des Albums bereits bekannt sind, kreide ich aber ganz klar als Manko an: „Tanz die Revolution“ und „Earthling“, die sich bereits in den Clubs durchgesetzt haben, sind die besten und tanzbarsten Songs. Dieser Umstand schmälert den Hörgenuss doch etwas, und auch, wenn sich auf dem Album kein schwacher Song befindet, stehen die übrigen Songs doch im Schatten der beiden Überhits. Noch blöder ist es natürlich, wenn beide Songs direkt nacheinander kommen. Schade, da auch Songs wie „The Speed of Life“, die Granate „Murderous Trap“ oder das sehr ruhige „Almond Flowers“ verdammt gut sind – An etwas gewöhnte Ohren fällt es schwer, sich auf etwas neu einzuhören, auch wenn „Monumentum“ ein saugeiles Album ist, das dieses reinhören verdient.

Fenriz
Fenriz

Fazit: Auch wenn meine Review ein wenig enttäuscht klingt: „Monumentum“ ist der erwartete Kracher geworden, der die mittlerweile leider etwas eingeschlafene Future Pop-Gemeinde hoffentlich wieder aus ihrem Wachkoma holen wird. Frozen Plasma haben einfach die Hits dafür, die Clubgänger zufriedenzustellen und sind gleichzeitig fähig, abseits stumpfer Tanzmusik zu funktionieren, da ihre Produktionen einfach detailreich genug sind, um sie immer mal wieder hervorzukramen und sich an ihnen mit Langzeitwirkung zu erfreuen. Das Album ist einfach- Trotz der benannten kleinen Probleme – geil.

Tracklist

  1. Open
  2. The End – Deliverance
  3. The Speed of Life
  4. Phoenix
  5. Natural Born Liars
  6. Tanz die Revolution
  7. Earthling
  8. Almond Flowers
  9. Touching Ground
  10. Murderous Trap
  11. Forgotten Earth
  12. The Speed of Life (Extended)
  13. Close
( 8,5 / 10 )
8,5 / 10

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