Furor Gallico - Cover

Furor Gallico – Furor Gallico (Review & Kritik)

Furor Gallico - Cover

Was passt besser zu mittelalterlicher Musik als ein lauschiger Sommerabend auf einer Burg? Met und Kirschwein vielleicht, oder sogar ein paar E-Gitarren und eine aufstrebende Band aus Italien, die pünktlich zu den ansteigenden Temperaturen ihr Debütalbum „Furor Gallico“ veröffentlichen?

Das Intro der mit 13 Tracks bestückten Scheibe ist, charakteristisch für ein Intro, rein instrumental und im Gegensatz zu den folgenden Tracks noch ganz mittelalterlich, bäuerlich, ohne E-Gitarren und statt auf dem Schlagzeug wird auf Felltrommel getrommelt.
Der Beginn von „Venti Di Imbolic“ klingt zunächst ein wenig wie Korpiklaani, im weiteren verlauf des Tracks entwickeln sich jedoch eigenständige Klangbilder, die vor allem vom Einsatz der Drums gegen Mitte leben, ehe der mittelalterliche Klang wieder dominiert. Die Vocals setzen sich aus normal Gesungenem und dem Growling zusammen, wobei vor allem letzteres besonders gelobt werden muss. Auch zeigen sich in diesem Track deutliche Einflüsse aus dem Black Metal.


„Ancient Rites“
klingt fröhlicher, ist daher besser auf eine tanzwütige Zuhörergruppe auf einem Festival zugeschnitten, auch wenn es anfangs etwas chaotisch klingt. Dennoch steht hinter dem Track viel Druck, sowie Komplexität, die sich vor allem in den längeren Instrumentalparts zeigt.
Dass Furor Gallico nicht nur Einfluss des Black Metal vorweisen kann zeigt sich bei dem Stück „Cathubodva“, denn hier lassen sich die Italiener eindeutig von Elementen des Death Metal leiten. In manchen Teilen, mag man sogar eine starke Klangähnlichkeit zu diversen Pagangruppierungen, die sich nach einem Berg in den Abenteuern von Tolkien benannten, erkennen. „Cathubodva“ ist vor allem auch wegen dem Klangexperiment gegen Mitte und dem später zu hörenden balladenhaften Teil sehr abwechslungsreich. Besonders auffällig und einfach nur geil sind die Gitarrenriffs gegen Ende.

Eher melancholisch und ruhig beginnt „The Gods Have Returned“. Hier zeigt sich nun vor allem in der Geschwindigkeit und dem Zusammenspiel von Gitarre und Drums eine starke Verbindung zum Death und Black Metal. Da hier normaler Gesang und das Gegrowlte in manchen Teilen gleichzeitig eingesetzt wird kommt es zu einer starken Kontrastisierung, ehe der Song gegen Ende wieder ruhiger wird und der eigentliche Track somit von Anfang und Ende eingerahmt wird.
Bei Track 6 gönnen Furor Gallico dem Zuhörer mit einem kleinen, rein instrumentalen Intermezzo eine kleine Verschnaufpause, obwohl „Golden Spiral“ keineswegs ein Gefühl des Rastens vermittelt, sondern eine drängende Aufbruchsstimmung suggeriert.


„Curmisagios“
wird sich vermutlich vor allem Live gut eignen, da es sich hierbei um ein kurzes, sehr schnelles, weniger elektrisch klingendes Tanzstück handelt. Unterstützt wird dies zusätzlich durch die „hey“-Rufe, die sich sicher gut zum Faust in die Luft recken eigenen.
Wieder düsterer, aber dennoch mit einer guten Grundgeschwindigkeit ausgestattet ist „Mircalous Child“. Die teilweise walzende Geschwindigkeit lässt wieder den Einfluss des Black Metal erkenne. Das Growling in diesem Track ist unbestreitbar gut und auch der normal gesungene Part zeigt zum ersten Mal auf der CD sein gesamtes Volumen.
Während der erste Teil von „Medhelan“ noch sehr systematisch und geordnet klingt, ist die zweite Hälfte deutlich komplexer gestaltet, dabei ist der Track jedoch kaum aggressiv, sondern eher sanft und balladenhaft. Dennoch klingt das Stück sehr satt und auch der Gesang zeigt sich hier von einer völlig neuen, schönen Seite.
Bei „Bright Eyes“ handelt es sich um ein instrumentales, tanzbares komplex aufgebautes Stück, dass vor allem von der Flöte vorangetrieben wird.
Vorrangig fröhlich klingend, aber dennoch mit einem melancholischen Beiklang versehen ist „La Caccia Morta“. In diesem Track während zunächst die Drums besonders in Szene gesetzt, während der Gesang schließlich zu Höchstform aufläuft. Der komplexe Aufbau des Tracks, der eine starke, klimaxähnliche Steigerung in Tempo und Härte beinhaltet, lässt nun auch deutlich progressive Einflüsse erkennen.

„Banshee“ beeindruckt den Zuhörer nun vor allem im Gesamtklang, da der Sound sehr satt ist, man also nichts vermisst. In manchen Teilen klingt das Stück sehr nach skandinavischem Pagan, aber in anderen Teilen auch wieder eher rockig.
Auch „The Glorious Dawn“ verfügt über einen komplexen Aufbau, wobei der Gesang in diesem Track zum Teil sehr nach dem Heavy Metal der 80er Jahre klingt. In anderen Teilen wiederrum sind die Vocals sehr balladenhaft und verklingen dann in einem a cappella.

Fazit:

Nachtfalter

Das Debütalbum einer Band kann oftmals zur schnellen Bildung von Vorurteilen seitens der Zuhörer führen. Dann heißt es die Musik biete zu wenig Abwechslung, der Sänger ist zu unerfahren, es ist schlecht abgemixt, es sei nichts neues, so etwas habe man schon hundertmal gehört. Davon trifft nichts auf Furor Gallico zu.
Persönlich war ich auf alles vorbereitet, aber nicht auf ein so gutes und abwechslungsreiches Album wie dieses. Vor allem aber nicht aus einem Genre, das eigentlich schon von zahlreichen Bands vertreten wird. Dennoch klingen „Furor Gallico“ und deren gleichnamiges Album anders, frischer. Es ist also Pflicht sich das Album anzuhören, vor allem Fans von Bands wie Korpiklaani, Ensiferum und Eluveitie sollten dieser Pflicht auf jeden Fall nachkommen, denn Furor Gallico veröffentlichen mit ihrem Debüt tatsächlich einen gallischen Schlachtruf.

Tracklist:

  1. Intro
  2. Venti Di Imbolc
  3. Ancient Rites
  4. Cathubodva
  5. The Gods Have Returnes
  6. Golden Spiral
  7. Curmisagios
  8. Miracolous Child
  9. Medhelan
  10. Bright Eyes
  11. La Caccia Morta
  12. Banshee
  13. The Glorious Dawn
10/10

Veröffentlichung: 29.7.2011

MySpace Furor Gallico

About Nachtfalter

Ich liebe Kreativität jeder Art, Musik, Zeichnen, Schreiben etc.

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