Gorath - MXCII

Gorath – MXCII (Review und Kritik)

Gorath - MXCII

Allen Spam-Vorwürfen und ihrer überdimensionalen Internet-Präsenz zum Trotz sind die Belgier Gorath mittlerweile eine der wenigen Bands, denen ich nicht mehr wirklich böse bin darüber, dass wirklich jedes Forum mit Meldungen aus dem Bandlager überschwemmt wird. Sie haben einfach die Zeichen der Zeit erkannt und wer aufdringlich ist, kriegt wohl auch seine Chance im Veröffentlichungsjungle. Böse bin ich ihnen deshalb nicht, weil Gorath es tatsächlich schaffen sehr ansprechende schwarzmetallische Kunst auf Platte zu bannen und das ist eines der Dinge, die die meisten Nerv tötenden Spammer eben nicht hinbekommen.

Sieben Stücke orthodoxen Black Metals sind auf dem Silberling zu finden, welche zunächst dank des gelungenen Sounds angenehm aus den Boxen trommeln. Das schummrige Riff zu Beginn von „Tombeveld“ legt eine der Marschrichtungen vor, denn häufig üben sich die Belgier in atmosphärischer Langsamkeit, wissen aber auch den Dark Funeral-Thrash bei „Thiedenbecke“ auszupacken. Was bei den ersten Songs noch etwas hölzern im Songwriting wirkt, explodiert gegen Mitte zu einem wahren Feuerwerk genialen Schwarzmetalls. Das kurze Instrumental „Do ut des“ und das darauffolgende „Godsgerecht geschiedde“ legen herrliches Riffing, tolle Breaks und eine gewisse Black’n rollige Fuck-Off-Attitüde vor, dass es eine wahre Freude ist.

Gorath

Insbesondere das Drumming macht dank ständig wechselnder Patterns und interessantem Spiel großen Spaß. Gesanglich könnte man sicherlich noch mehr Ausdruck in die Stimme legen, aber auch so weiß der kräftige, leicht an Arioch erinnerde Gesang zu überzeugen und fügt sich passend in die sieben teilweise sehr langen Songs ein.

Was den Belgiern leider aber noch etwas fehlt, ist das Ablegen zu offensichtlicher Zitate anderer Bands. So ist man bemüht eigenständig zu klingen und legt einiges an Abwechslung vor, aber gerade die schwedischen Vorbilder scheinen auf Gorath einen gewissen Einfluss gehabt zu haben. Dies schmälert aber das Gesamtwerk nur unwesentlich, denn Gorath scheinen auf dem besten Wege zu sein sich ganz oben zu etablieren.


Fazit: Zumindest für mich steht fest, dass Gorath mittlerweile Belgiens stärkste Band darstellt, denn diese düstere orthodoxe Atmosphäre und das gelungene Songwriting, welches genug Raum zum mehrfachen hören lässt, lassen einen „MXCII“ eine zeitlang nur schwer aus dem CD-Player nehmen.






Trackliste:

  1. Tombeveld
  2. Thiedenbecke
  3. Doed over’t galgeveld
  4. Do ut des
  5. Godsgerecht geschiedde
  6. Heidewake
  7. Gesta sancti servatii



(7,5 / 10)

Anspieltipps:

Heidewake, Godsgerecht geschiedde

Erscheinungstermin:

19. Februar 2010

Gorath Myspace

Gorath Homepage

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