Gorgoroth - Quantos Possunt Ad Satanitatem Trahunt

Gorgoroth – Quantos Possunt Ad Satanitatem Trahunt (Review und Kritik)

Gorgoroth - Quantos Possunt Ad Satanitatem Trahunt
Gorgoroth - Quantos Possunt Ad Satanitatem Trahunt

Es Geschehen noch Zeichen und Wunder! Dass man nach dem Possenspiel um den nicht mehr ganz so guten Namen der Norweger jetzt mit einer Platte aufwarten kann, welche für viele Fans der Band ein Aufatmen sein könnte, da Infernus scheinbar endlich wieder Feuer im Hintern hat, war wohl in der Form kaum zu erwarten. Für mich ist somit nach dem neuen Beherit-Album Gorgoroth die Überraschung des Jahres gelungen, die zwar noch nicht vollkommen ausgereift erscheint, aber als Wegweiser in eine weitere musikalische Zukunft deutlich macht, dass mit den Norwegern wieder absolut zu rechnen ist.

Infernus
Infernus

Nachdem Incipit Satan, das letzte meiner Ansicht nach vernünftige Album fast zehn Jahre auf dem Buckel hat, darf man nun endlich nach zwei eher schwachen Alben Durststrecke, sich endlich wieder an herrlich wehmütigen Melodien und der gnadenlos guten Stimme von Pest laben, der doch um so vieles besser und irgendwie vertrauter klingt als Gaahl es jemals tat. Und so stehen die Zeichen auf Sturm, reinigende Feuer und die Wiedergeburt der neuen Brut stehen auf dem Plan, was man anhand der aufrüttelnden Songtitel bereits erahnen kann. Schon „Aneuthanasia“ besitzt Anklänge an „Possessed (by Satan)„, besitzt zwar auch noch leichte Tendenzen zu den letzten Alben, sitzt aber wesentlich besser im Ohr und macht deutlich mehr Spaß. Das hochmelodische „Prayer“ erinnert an „Open the gates„, schmiegt sich mit schöner Rhythmik und guten Breaks angenehm in den Gehörgang. Es scheint fast, als wollte Infernus einen Querschnitt aller bisherigen Glanztaten vollbringen, was ihm mit den vier Stücken zu Beginn hervorragend gelungen ist, denn auch das langsam beginnende „Rebirth“ und das im Refrain flotte „Building a man“ (welches dort frappierend an „A world to win“ erinnert), können absolut überzeugen und versetzen in die Mitte der 90er Jahre. Wirklich toll bisher!

Gorgoroth
Gorgoroth

Leider folgt dann mit „New breed“ ein etwas schwächerer Song, der melodisch an die Landsmänner Immortal erinnert, diesen aber nur schwer das Wasser reichen kann. Auch „Cleansing fire“ benötigt etwas Zeit, bis es wirklich zündet, genauso „Human sacrifice„, was man aber bitte nicht so verstehen solle, dass die Songs schlecht sind, beim besten Willen nicht. Aber die vier Stücke zu Beginn lassen einen so euphorisch werden, da diese eben so stark sind und vielleicht zum besten Material der Gorgoroth Geschichte gehören. Doch dank „Satan-Prometheus“ darf man sich zum Schluss noch einmal ein nasses Höschen freuen, denn das Stück bündelt wiederum alle Stärken der ersten Stücke und bekommt durch den cleanen Männerchor eindeutig Hitcharakter, richtig geil! Das abschließend verzichtbare „Introibo ad Alatare Satanas“ beschließt als nicht einmal eine Minute langes Outro ein Gorgoroth typisch viel zu kurzes Album, welches in der Form viel von dem besitzt, wofür die Norweger zurecht ihren Kult-Status erlangt haben.


iskharian3Fazit: Ich hatte Gorgoroth schon vollständig abgeschrieben, denn nach den letzten beiden schwachen Alben und den Eskapaden der letzten Jahre, haben es Infernus und seine neue/alte Band geschafft den guten Namen wieder reinzuwaschen. Sicher nicht die perfekte Rückkehr, aber die hätte auch kaum einer erwartet. Wenn Gorgoroth in der Besetzung und dieser Form endlich konstant weiter machen können, dann darf man sich über eine goldene Zukunft freuen. Infernus kann es noch und darüber sind wir wohl alle mehr als froh!


Trackliste:

  1. Aneuthanasia
  2. Prayer
  3. Rebirth
  4. Building a man
  5. New breed
  6. Cleanising fire
  7. Human sacrifice
  8. Satan-Prometheus
  9. Introibo ad Alatare Satanas


(7,5 / 10)
(7,5 / 10)

Anspieltipps:

Prayer, Rebirth, Satan-Prometheus

Erscheinungstermin:

21. Oktober 2009

Gorgoroth Myspace

Gorgoroth Homepage

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